Ein Kirmesumzug am Ende des Jahres: Für die HR-Sendung „Dolles Dorf“ legen sich die Niederzeuzheimer mächtig ins Zeug.

Hessentag

So doll ist unser Dorf: Niederzeuzheim kämpft um den Titel mit

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Niederzeuzheim könnte „Dolles Dorf 2019“ des Hessischen Rundfunks werden. Gestern wurde gedreht, heute wird gesendet. Ob es für den Titel reichen wird, wird allerdings erst beim Hessentag ermitt

Die Zeit zwischen den Jahren ist für die Vereinsmitglieder auch in Niederzeuzheim normalerweise nicht dazu angetan, großartige Aktivitäten zu entwickeln und auch im Hadamarer Stadtteil ist sie eher eine Zeit der Besinnung. Doch der Hessische Rundfunk machte am Donnerstagabend in seiner Sendung „Hessenschau“ dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. „Wir sind für die Sendung ,Dolles Dorf‘ gezogen worden“, berichtete Ortsvorsteher Jürgen Wagner (CDU).

Damit verbunden war die Anreise des HR mit Kamerateam und Redakteurin Nora Enns und in Niederzeuzheim noch am Donnerstagabend eine Telefonaktion. „Wir haben alle Vereinsvorstände und interessierte Personen im Dorf angerufen, um ein Programm zusammenzustellen“, sagte Wagner. Und es sollte spät werden. Denn erst weit nach Mitternacht stand das Programm fest, mit dem Niederzeuzheim an der Sendung teilnimmt. Aus der Lostrommel

Seit 2003 sendet der HR jede Woche aus den Dörfern, die vor der Gebietsreform weniger als 2000 Einwohner hatten. Zwei Lostrommeln gibt es, eine in Frankfurt und eine in Kassel, aus denen immer im Wechsel einer der Orte gezogen wird. Am Donnerstagabend war nun Niederzeuzheim dran. Und für die Mitarbeiter des HR wurde ein strammes Programm für den Freitag arrangiert, mit dem Niederzeuzheim nun versucht, in die Endausscheidung zu kommen. Diese findet immer beim Hessentag statt, wo dann vier Orte um den Titel „Dolles Dorf 2019“ kämpfen werden. Es geht um die Nachfolge von Fahrenbach, das beim Hessentag in Korbach „Dolles Dorf 2018“ wurde.

Auftakt am Grab

Und für die Mitarbeiter des HR bedeutete der Besuch in Niederzeuzheim gleichzeitig Abschluss der Aktion für 2018. „Wir haben in diesem Jahr über 50 Gemeinden besucht“ erzählte Redakteurin Nora Enns in einer Pause. Der Dreh für die Sendung begann schon am frühen Morgen. Nebelverhangen war das Gebiet um das Steinkistengrab, das für diese Sendung als erster Punkt ausgesucht wurde. Hier gab es keinen besseren, der über diesen Bereich erzählten konnte, als Gerhard Jaik vom Kulturverein. Schon hier machten Nora Enns und die Mitarbeiter aus ihrem Team Bekanntschaft mit alten Traditionen. „Der erste Schluck Met geht ins Grab, den zweiten trinke ich und weitere gehen an die Gäste“, sagte Gerhard Jaik.

Keinen Met, dafür aber heißen Kaffee gab es an der zweiten Station, der Fischzuchtanlage Stähler. Hier erfuhr das Team so einiges über die Aufzucht von Stören. Hochprozentig wurde es dann für das HR-Team im Pfarrheim, wo Kirmesmädchen und Kirmesmütter warteten, um dem Team die Herstellung von Kirmeshüten zu zeigen. Dies war verbunden mit dem Kirmeslied „Prost, Prost, Prösterchen…“ und dem obligatorischen, selbstgebrannten Schnaps, dem sich dann auch Nora Enns nicht entziehen konnte.

Weiter ging der Weg durch das Dorf in Richtung Kreuzkapelle und von dort aus weiter zur großen Reitanlage. Der Abschluss der Runde fand dann am Dorfbrunnen statt, wo sich am Nachmittag eine große Zahl an Niederzeuzheimern zusammenfand, um dem Fernsehteam einen vorgezogenen Kirmesumzug zu präsentieren. Dabei gestalteten auch das Trio „Die Zeitreisenden“ und der Musikverein den Abschluss musikalisch mit. Damit war der Tag für die Niederzeuzheimer gelaufen, aber nicht für das Fernsehteam, das sofort nach Frankfurt fuhr, um dort aus den vielen Aufnahmen eine Fünfminutensendung zu „basteln“, die in der heutigen Hessenschau zu sehen ist. Beginn ist um 19.30 Uhr. Um nun aus den über 50 „Dollen Dörfern“ in diesem Jahr die vier Dörfer zu ermitteln, die um den Titel „Dolles Dorf 2019“ auf dem Hessentag in Bad Hersfeld im nächsten Jahr spielen werden, wird es noch eine Abstimmung über TED und Stimmabgabe über das Internet geben.

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