Gattin Sonja und Sohn Louis freuen sich mit Andreas Höfner über die Wiederwahl als Dornburger Bürgermeister.
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Gattin Sonja und Sohn Louis freuen sich mit Andreas Höfner über die Wiederwahl als Dornburger Bürgermeister.

Bürgermeisterwahl in Dornburg

Andreas Höfner souverän wiedergewählt

  • vonRobin Klöppel
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Herausforderer Michael Schröter nennt sein Ergebnis von knapp 40 Prozent einen "Sieg für die Demokratie".

Dornburg -Andreas Höfner (CDU) hat in Dornburg bei der Bürgermeisterwahl einen am Ende sicheren Sieg eingefahren und sich mit 60,8 Prozent der Stimmen eine dritte Wahlperiode als Rathauschef gesichert. Dennoch ist es bemerkenswert, dass sein Gegenkandidat Michael Schröter als unabhängiger Bewerber gegen eine etablierten "Platzhirschen" fast 40 Prozent einfuhr.

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil beide Kandidaten CDU-Mitglieder sind und die Partei offiziell Höfner und nicht ihren ehemaligen Gemeindeverbandsvorsitzenden unterstützt hatte. Auch die SPD ist, wie Fraktionsvorsitzender Ottmar Baron gestern Abend gegenüber dieser Zeitung erklärte, so unzufrieden mit Andreas Höfners Amtsführung gar nicht und hatte folglich Michael Schröter auch nicht unterstützt.

Wie kam der frühere Dornburger Erste Beigeordnete nur von den neu kandidieren Grünen empfohlen also auf 39,2 Prozent? "Man muss immer zwischen der Zufriedenheit der Mandatsträger und der der Bürger unterscheiden", sagte Schröter, der auch Wilsenrother Ortsvorsteher ist. Sein Ergebnis sei doch eigentlich sensationell, "ein Sieg für die Demokratie", glaubt der 58-Jährige.

Eine Alternative

anbieten

Das Ergebnis habe gezeigt, dass in der Bürgerschaft eine große Unzufriedenheit mit Andreas Höfners Amtsführung da sei, sagte Schröter. Er habe kandidiert, um den Menschen eine Alternative anzubieten. Er sei auch gar nicht böse und enttäuscht, dass am Ende zehn Prozent der Stimmen gefehlt hätten, um wirklich Bürgermeister zu werden, so der Gegenkandidat. Schließlich sei durch die Pandemie ja gar kein richtiger Wahlkampf möglich gewesen. Er habe nur mit seiner Kandidatur erreichen wollen, dass die Politik in Dornburg wieder bürgernäher werde. Das werde nun vielleicht durch sich verändernde Mehrheiten in der Gemeindevertretung und ein Umdenken durch den Warnschuss ja möglicherweise doch noch erreicht.

Und Andreas Höfner? Der wartete mit seiner Frau Sonja und Sohn Louis in seinem Bürgermeisterzimmer ohne Gäste auf die Ergebnisse. Gratulieren lassen wollte sich der amtierende Bürgermeister nach Vorliegen der Ortsteilergebnisse noch nicht zur Wiederwahl, obwohl er außer Schröters Wohnort Wilsenroth (47,8 zu 53,2) sämtliche Dornburger Ortsteile gewonnen hatte. Denn der noch ausstehende Briefwahlanteil war diesmal durch Corona extrem hoch. Er lag bei fast 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler.

Als Andreas Höfner dann aus Hadamar hörte, dass der dort amtierende Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) völlig überraschend nur hauchdünn über die 50-Prozent-Marke gekommen war, wollte sich der amtierende Bürgermeister keineswegs zu früh freuen und blieb zurückhaltend. Dann aber die Erleichterung, als das Briefwahlergebnis die anderen Ergebnisse bestätigte und er auch dort mit 60,9 Prozent vorne lag.

Das stärkste Ergebnis holte Höfner mit 72,0 Prozent in Thalheim. Auch in den beiden Wahlbezirken seines Wohnortes Frickhofen lag der Diplom-Verwaltungswirt mit 64,5 und 59,1 Prozent sicher vorne, ebenso wie in Dorndorf mit 59,0 und Langendernbach 58,5. Da war die knappe Niederlage in Wilsenroth zu verschmerzen, wo Michael Schröter Heimvorteil genoss.

Allen geht es um

das Wohl der Gemeinde

"Nein, sicher war ich mir vorher überhaupt nicht", sagte Andreas Höfner. "Sicher darf man sich nie sein." Der Bürgermeister war aber dann glücklich über ein "doch deutliches Ergebnis". Er freue sich, dass die Wiederwahl gelungen sei und schaue nun positiv nach vorne. Es mache ihm Freude, weiter für Dornburg tätig zu sein. Die Mehrheitsverhältnisse in der Gemeindevertretung müssten noch abgewartet werden, "aber die Unterschiede zwischen den Fraktionen sind ja nur Nuancen". Es gehe ja allen um das Wohl der Gemeinde Dornburg, so der Bürgermeister.

Ottmar Baron sagte, er habe vorher keine Chance gesehen, mit einem eigenen Kandidaten Andreas Höfner zu schlagen. Und wenn man keinen eigenen Kandidaten habe, solle man sich im Wahlkampf auch neutral verhalten. Thomas Scholz, der die Grüße der Kreis-Bürgermeister überbrachte, freute sich für seinen CDU-Kreistagskollegen Andreas Höfner, dessen Arbeit er sehr schätze. Der Mengerskirchener Bürgermeister gratulierte aber auch Michael Schröter zu einem respektablen Ergebnis.

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