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Auf den Spuren der Kelten an der Dornburg

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Bevor der Keltenweg seiner Bestimmung übergeben wurde, galt es diesen im Kreis von Gästen vorzustellen. Dies übernahmen Hubert Hecker und Joachim Habel (Zweiter und Dritter von links). Mit dabei waren Bürgermeister Andreas Höfner (rechts) und die Bezirksarchäologin Dr. Sandra Sosnowski.
Bevor der Keltenweg seiner Bestimmung übergeben wurde, galt es diesen im Kreis von Gästen vorzustellen. Dies übernahmen Hubert Hecker und Joachim Habel (Zweiter und Dritter von links). Mit dabei waren Bürgermeister Andreas Höfner (rechts) und die Bezirksarchäologin Dr. Sandra Sosnowski. © Klaus-Dieter Häring

Kultur- und Geschichtsverein präsentiert seinen neuen, 4,5 Kilometer langen Keltenweg

Frickhofen -2022 ist für Hessen und speziell für den Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen ein ganz besonderes Jahr. Unter dem Motto "Kelten Land Hessen - Archäologische Spuren im Herzen Europas" hat das Land vom 10. März bis 31. Dezember die Kelten in den Fokus von mehreren Veranstaltungen gestellt. Da das Thema schon des Öfteren vom Kultur- und Geschichtsverein aufgegriffen worden war - unter anderem im Jahr 2019 mit einer großen Keltenausstellung "Kelten auf der Dornburg und ihre Zeit" -, reifte bei den Organisatoren dieser Ausstellung schon damals die Idee zu einem archäologischen Lehrpfad über Kelten auf der Dornburg.

Dieser Lehrpfad wurde nun mit einer kleinen Feier und vielen Gästen seiner Bestimmung übergeben. Der Vereinsvorsitzende Hubert Hecker konnte unter den Gästen neben vielen Vertretern befreundeter Vereine auch Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) und die Bezirksarchäologin Dr. Sandra Sosnowski vom Wiesbadener Landesamt für Denkmalspflege Hessen begrüßen.

Eine Tafel auf

der Plattform

Mit dabei war auch die Vorsitzende des Frickhöfer Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Ilse Rodegro-Habel. Ihr Verein hatte vor 25 Jahren die Plattform errichtet, "auf der wir die erste Keltenwegtafel errichten durften", wie Hubert Hecker berichtete. Eine "Panoramatafel" verweist dort auf das ehemalige Keltenland im Umkreis des Elbbachs. Vor 2000 Jahren war die Dornburg ein wichtiger Zentralort eines keltischen Stammes. Anhand von Luftaufnahmen, die auf einer der Schautafeln zu sehen sind, ist eine große Befestigungsanlage erkennbar. In den Jahrhunderten vor der Zeitenwende entstand auf dem Felsplateau der Dornburg eine 37 Hektar große befestigte Anlage. Grabungsfunde bestätigen eine keltische Siedlung schon gegen Ende der Hallstattzeit (600 bis 500 vor Christus). Ihre Blüte erlebte die Siedlung wohl in den letzten beiden vorchristlichen Jahrhunderten

Nach dieser Einführung übernahm Joachim Habel vom Kultur- und Geschichtsverein die eigentliche Vorstellung des neuen Keltenwegs. Er berichtete unter anderem von den reich bebilderten Schautafeln an den Informationsstationen Eisstollen, Hildesgardisfelsen, Hildegardiskapelle, Keltisches Oppidium, Abschnittswall "Rödchesmauer", Totenweg und Blasiusberg.

Wanderer haben drei Möglichkeiten, den Weg zu begehen. Für die Wanderung mit einer Gesamtstrecke von 4,5 Kilometern wird als Ausgangspunkt der untere Parkplatz in der Nähe des Eisstollens empfohlen. Wer die Strecke aufteilen möchte kann vom oberen Parkplatz an der Straßenbiegung nach Wilsenroth zwei leichte Teilstrecken angehen. Dies sind als erstes der "kleine" Keltenweg zu den Stationen 5, 4, 3, und 2 und als zweite Teilstrecke die Wanderung zum Blasiusberg mit den Stationen 6 und 7.

Das Projekt hat

14 000 Euro gekostet

Nach der Vorstellung sprach Bürgermeister Höfner seinen Dank für das Engagement aus. Besonders Klaus Habel wurde in seinen Worten hervorgehoben. Von den Gesamtkosten in Höhe von 14 000 Euro wurden 80 Prozent gefördert durch das europäische Leader-Projekt. Den Rest (2800 Euro) übernahm die Gemeinde Dornburg. Dabei habe man auch die vom Verein zu tragenden Kosten übernommen, "die der Kultur- und Geschichtsverein aus eigener Kraft nachvollziehbar nicht aufbringen konnte", sagte Höfner.

Dr. Sandra Sosnowski lobte ebenfalls dieses Projekt und hob die Wichtigkeit der Dornburg für die Forschung hervor. Diese befinde sich zwar "in einem Schlummerschlaf", aus der sie aber in kleinen Schritten geweckt werden solle. So werden im nächsten Jahr Mitarbeiter in diesem Gebiet Forschungen und Untersuchungen anstellen. Wie wichtig die Dornburg mit ihrer Keltengeschichte ist, zeigt die Tatsache, dass in einer Broschüre des Hessischen Amtes für Denkmalpflege zum Keltenjahr 2022 die Keltenwelt am Glauberg und der neue Keltenweg in Dornburg erwähnt werden.

Dies ist beste Werbung, den neuen Weg selbst zu erforschen. Außer Broschüren, die an den Parkplätzen zu finden sind, können Wanderer auch einiges über QR-Codes auf den Schaufafeln erfahren. Klaus-Dieter Häring

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