In diesem Bereich des Basalt-Tageabbaus soll ein See entstehen.
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In diesem Bereich des Basalt-Tageabbaus in Dornburg (Kreis Limburg-Weilburg) soll ein See entstehen.

Basaltsteinbruch in Dornburg

Steinbruch wird zurückgebaut – dafür entstehen ein See und Platz für Camping

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Der Pachtvertrag für das Gebiet des Steinbruchs in der Gemeinde Dornburg wurde verlängert. Ein Rekultivierungsplan sieht ein Freizeit- und Erholungsgebiet vor – inklusive See.

Dornburg – Der Basaltsteinbruch von Dorndorf (Gemeinde Dornburg im Kreis Limburg-Weilburg) ist nicht mehr. Es gibt keine Sprengungen mehr, keine Bürgerbeschwerden, keinen Lärm und auch keine Belästigungen durch Staub. Trotzdem herrscht auf dem Gelände der Basalt-Actien-Gesellschaft Bergisch-Westerwälder Hartesteinwerke (BAG) aus Köln noch reger Betrieb, denn derzeit werden Arbeiten in Sachen Rückbau betrieben.

Damit geht eine Ära zu Ende, die 1890 mit dem Steinbruch „Nill“ begann. Damit verbunden ein bescheidener Wohlstand in der Gemeinde Dorndorf und Arbeitsplätze für bis zu 20 Arbeiter. Nach Fehlschlägen wurde 1921 mit 50 Mitarbeitern der Betrieb wieder aufgenommen, im gleichen Jahr ein erster Pachtvertrag unterschrieben und bis zum Jahr 1926 die Belegschaft auf rund 300 Mann aufgestockt. Seit dem Jahr 1968 betreibt die BAG den Basaltabbau, der vorher in den Händen der Dolerit-Basalt AG lag.

Die Werkhallen werden derzeit abgebaut.

Vorräte des Steinbruchs von Dorndorf sind bald erschöpft

Im Jahr 2011 wurde nun ein Hauptbetriebsplan zugelassen, der eine Gesamtfläche des Basaltabbaus von rund 25 Hektar umfasst. Da bekannt war, dass die Vorräte in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, wurde seitens der BAG bereits 2002 eine Erweiterung um 5,6 Hektar in nordwestlicher Richtung angestrebt. Wegen erheblicher Widerstände innerhalb der Bevölkerung und Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Watzenhahn“ gab man diese Planungen auf.

Im Jahr 2011 ist nun die BAG mit einer geänderten Planungsabsicht zur Arrondierung des Abbauareals an die Gemeinde Dornburg herangetreten. Neben einer kleinflächigen Arrondierung von einem Hektar Größe zur Herstellung flacher Abraumböschungen und Erweiterung der Abbaufläche sollte die Rekultivierung des gesamten Tageabbaus Bestandteil des bergrechtlichen Zulassungsverfahrens zum Rahmenbetriebsplan sein. Der genehmigte Rekultivierungsplan wurde dann aus Gründen wie abweichendem Böschungsverlauf oder Artenschutz nicht umgesetzt. Außerdem konnte der Zeitplan für die Beendigung des Basaltabbaus nicht eingehalten werden, da bereits im Jahr 2016 Felsen im Inneren abgerutscht waren und der Tagebau gesichert werden musste.

Auch zehn Plätze für Camping sollen in Dornburg entstehen

Zudem soll das Gebiet nach der Rekultivierung eine nachhaltige Erholungs- und Freizeitnutzung erfahren. Der bis 2013 gültige Pachtvertrag wurde daher insgesamt bis 2021 verlängert und inhaltlich auf die geplanten Änderungen ausgerichtet. Bis 31. Dezember 2021 muss der komplette Anlagenbetrieb, welcher nicht für eine Nachnutzung erhalten werden soll, rückgebaut sein.

Auch ein Mountain Bike-Park ist auf dem Gelände vorgesehen.

Der beschlossene Rekultivierungsplan sieht eine Anordnung eines Sees im Osten und einer Tümpel- und Rohbodenlandschaft im Westen des Steinbruchs vor. Zudem sind drei Module zur nachhaltigen Erholungs- und Freizeitnutzung im südwestlichen und südöstlichen Bereich des Geländes durch das Planungsbüro Umwelt-Plan Redlin eingebaut.

Dies sind im Teilbereich eins Parkmöglichkeiten unter anderem für bis zu zehn Campingfahrzeuge, im Teilbereich zwei Sport- und Freizeitmöglichkeiten und im Teilbereich drei ein Bikerpark. Zudem eröffnet der verlängerte Pachtvertrag der Gemeinde Gestaltungsmöglichkeiten für die Zeit nach dem Basaltabbau, wie den Erhalt des Verwaltungsgebäudes. (Von Klaus-Dieter Häring)

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