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Dornburg: Den Blick auf unsere Vorfahren schärfen

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Hubert Hecker (links) und Joachim Habel freuen sich auf die Eröffnung der Keltenausstellung am Sonntag in Frickhofen. Ergänzend gibt der Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen eine Broschüre heraus.
Hubert Hecker (links) und Joachim Habel freuen sich auf die Eröffnung der Keltenausstellung am Sonntag in Frickhofen. Ergänzend gibt der Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen eine Broschüre heraus. © Kerstin Kaminsky

Neue Broschüre zu den Kelten auf der Dornburg - Unterstützung vom Leader-Förderprogramm

Mit Ausstellungen, Exkursionen und Führungen rückt in diesem Jahr an vielen Orten in Hessen das keltische Kulturerbe in den Mittelpunkt. So auch in Frickhofen, wo auf dem Plateau des nördlich gelegenen, etwa 60 Meter hohen Bergs in vorchristlicher Zeit etwa 2500 Menschen lebten. Auf dem 37 Hektar großen Areal errichteten sie eine mit starken Bollwerken geschützte Befestigung als wichtiges Handels- und Handwerkszentrum. Auch der Adel lebte dort.

Historiker fanden Spuren der Bewohner, die bis in das sechste vorchristliche Jahrhundert reichen. Ihre Blütezeit erlebte die keltische Siedlung vermutlich 100 oder 200 Jahre vor der Zeitenwende.

Anlässlich des hessischen Keltenjahres präsentiert der Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen (KGVF) noch einmal die bereits vor drei Jahren mit großem Erfolg gezeigte Ausstellung "Die Kelten auf der Dornburg und ihre Zeit". Neben vielen Schautafeln können die Besucher archäologische Fundstücke von der Dornburg sehen. Außerdem werden rekonstruierte Gefäße, Bronze-Replikate und Modelle keltischer Wohnhäuser gezeigt.

Anregungen für den Unterricht

Parallel zu der Ausstellung ist eine von KGVF-Vorstandsmitglied Joachim Habel erarbeitete 80-seitige Broschüre erschienen. Das reich bebilderte Hochglanz-Werk soll nicht nur Geschichtsfreunden den Blick auf unsere Vorfahren schärfen. "Aus der Keltenbroschüre ergeben sich nach unserer Überzeugung auch eine Menge Anregungen für den schulischen Unterricht - sei es in Geschichte, Heimatkunde, Geografie oder sogar beim Werken und Handarbeiten", sagt Habel, der selbst viele Jahre lang als Lehrer im Schuldienst tätig war.

Die Borschüre und natürlich auch die Ausstellung selbst machen deutlich, dass es sich bei den Kelten keineswegs um primitive Barbaren handelt. Vielmehr war dieses Volk zu erstaunlichen Kulturhandlungen fähig: Es erzeugte Eisen von hoher Qualität, schmiedete kunstvolle Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bronze, betrieb Ackerbau und Viehzucht und war in seinen Handelsbeziehungen bis in den mediterranen Raum vernetzt.

Unterstützt durch das Leader-Förderprogramm der Regionalentwicklung Limburg-Weilburg erhalten derzeit 18 Schulen der Sekundärstufe 1 im Landkreis je ein Klassenpaket mit 31 Exemplaren der Keltenbroschüre für die Verwendung im Unterricht. Ein an die Lehrkräfte gerichteter Begleitbrief enthält Vorschläge, wie sich die verschiedenen Themen der Keltenbroschüre pädagogisch nutzen lassen. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Projektidee als förderfähig erachtet wurde", sagt der KGVF-Vorsitzende Hubert Hecker. In der Begründung habe es geheißen, dass die keltische Kultur zu unserem historischen Erbe gehöre und die Kenntnis dessen die eigene regionale Identität stärke.

Zu dem Frickhofener Kelten-Projekt gehört neben der Ausstellung und der Broschüre für den Schulgebrauch auch die Ausweisung des knapp vier Kilometer langen Kelten-Wanderwegs rund um die Dornburg. Als sichtbarstes Zeugnis der keltischen Befestigung ist heute noch der Abschnittswall, welcher das besiedelte Plateau nach Westen absicherte, gut erkennbar. Dort und auf sechs weiteren Stationen am Rande des Rundwanderwegs finden sich informative Text- und Bildtafeln zur Geschichte und zur Natur der Region. Eine geführte Wanderung auf dem Keltenweg bietet der KGVF für Samstag, den 23. Juli an.

Die Keltenausstellung ist am Sonntag, 17. Juli, Mittwoch, 20. Juli, und Sonntag 24. Juli, jeweils von 11 bis 18 Uhr im Frickhofener Pfarrheim geöffnet. Das Begleitbuch zum Preis von acht Euro gibt es in Frickhofen im Schreibwarenladen Nonn oder an der Tankstelle. Auch die Hadamarer Buchhandlung Hämmerer, Buch & Tee in Elz sowie Schäfer Bücher in Limburg bieten die Broschüre an.

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