Für 700 000 Euro hat die Gemeinde Dornburg ihre Straßenbeleuchtung auf LED umrüsten lassen.
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Für 700 000 Euro hat die Gemeinde Dornburg ihre Straßenbeleuchtung auf LED umrüsten lassen.

Eine Straße blieb dunkel

Dornburg: Dimmen in der Dämmerung

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Wie die NNP für Licht sorgte

Wilsenroth -Im vergangenen Jahr beschloss die Gemeinde Dornburg, die Straßen aller Ortsteile nachts mit energieeffizienten LEDs auszuleuchten. Für rund 700 000 Euro wurde die neue Licht-Technik beim Energieunternehmen Syna bestellt und installiert. Sobald es dunkel wird, beginnen die Leuchtdioden jetzt hell und klar zu strahlen; erst am späteren Abend dimmen sie sich ein wenig herunter.

Die Gemeinde Dornburg hat sich beleuchtungstechnisch weiterentwickelt. Nur im Ortsteil Wilsenroth, in der Straße "Zu den Erlen" vermochte die moderne Licht-Konstruktion die Anwohner nicht vollständig aus ihrer Dunkelheit zu befreien. Das gelang dafür - jedenfalls teilweise - dieser Zeitung. Denn an die wandte sich Rosemarie Ludwig aus Zu den Erlen vor einigen Tagen und berichtete, dass unmittelbar vor ihrer Haustüre zwar eine LED angebracht sei. Nur leuchtete die nicht. Das war im Frühjahr.

Rosemarie Ludwig erkundigte sich im Rathaus und rief schließlich bei der Syna an. Man werde sich um das Problem kümmern, lautete die Auskunft. Tatsächlich wurde die Leuchte ausgetauscht - und durch eine alte Lampe ersetzt. Vorübergehend, hieß es. Die Syna erklärt, dass es in Zu den Erlen bei der Installation zwei Probleme gegeben habe. So habe es hier nicht ausgereicht, den Lampenkopf auszutauschen. Vielmehr musste zusätzlich ein Teil der Anschlussleitungen ausgebaut und erneuert werden.

Aber: "Die neue LED-Leuchte hatte nach kurzer Zeit einen Defekt. Sie war somit ein Garantiefall und musste eingeschickt werden. Als Zwischenlösung wurde daher zunächst wieder eine alte Leuchte montiert." Das Provisorium hielt. In der Erinnerung von Rosemarie Ludwig mehrere Monate. Das habe sie allerdings nicht gestört, sagt sie.

Um 22 Uhr wurde es dunkel

Ärgerlich sei dagegen gewesen, dass die Lampe vor ihrem Haus jeden Abend um 22 Uhr ausging. Anstatt in sanft gedimmtes Licht, sei ihr Straßenabschnitt regelmäßig in völliges Dunkel getaucht worden, und das sei gerade in den dunkleren Monaten unangenehm gewesen, sagt die Frau aus Wilsenroth und fragte erneut bei der Syna an.

Als sich an den nächtlichen Licht- und Sichtverhältnissen nichts änderte, meldete sie sich bei ihrer Heimatzeitung. Die fragte ebenfalls nach und erfuhr von Bürgermeister Andreas Höfner (CDU), dass ein paar Leuchten in der Straße Zu den Erlen "noch auf Halbnachtschaltung gesteuert sind". Die Syna wolle aber just in diesen Tagen "die für eine Ganznachtschaltung erforderlichen Umklemmarbeiten durchführen. Dann sollten auch diese Restanten abgearbeitet sein". Wenige Tage später erschienen die Fachleute der Syna tatsächlich in Wilsenroth, knipsten im ganzen Dorf das Licht an, um dessen Funktionalität zu prüfen und teilten anschließend mit: "Unsere Monteure waren heute vor Ort und haben die reparierte LED-Leuchte installiert. Sie funktioniert und wird ab sofort die ganze Nacht über leuchten."

Umrüstung ist nicht vorgesehen

Das bestätigt Rosemarie Ludwig. Ja, sagt sie, "das Licht ist an - und bleibt an". Denn jetzt werde die Straße während der gesamten Nacht hell beschienen. Und, nein, dass die Beleuchtung in ihrer Intensität am späteren Abend gedimmt wird, habe sie bislang nicht bemerkt. Das ist auch nicht möglich, räumt Syna-Sprecher Marcus Heckler ein. "Eine Dimmfunktion ist bei der Leuchte in Zu den Erlen ohne größere technische Umbaumaßnahmen leider nicht möglich. Eine entsprechende Umrüstung ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht vorgesehen." Rosemarie Ludwig ist trotzdem zufrieden. Lieber die ganze Nacht hell, als die halbe Nacht ganz dunkel.

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