Der ehemalige Landwirt Herbert Stahl aus Frickhofen will, dass die Bahn den Grünstreifen zwischen seinem Grundstück und dem Bahndamm in Ordnung hält.
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Der ehemalige Landwirt Herbert Stahl aus Frickhofen will, dass die Bahn den Grünstreifen zwischen seinem Grundstück und dem Bahndamm in Ordnung hält.

Ärger mit der Bahn

Dornburg: Gestrüpp an der grünen Grenze

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Anwohner beschwert sich, nachdem er jahrelang auch am Bahndamm gemäht hat.

Dornburg -Jahrelang hat Herbert Stahl nicht nur die Wiese auf seinem Grundstück in Frickhofen, Im Niederdorf 22, gemäht, sondern auch jenen Brennnessel- und Brombeerstreifen, der zwischen seinem Anwesen und dem angrenzenden Bahndamm wuchert. Aber das reicht ihm jetzt, sagt der ehemalige Landwirt. Denn der Brennnessel- und Brombeerstreifen gehört der Bahn, und die müsse sich um den sich ausbreitenden Wildwuchs kümmern, findet er.

Über knapp 100 Meter erstreckt sich die Grundstücksgrenze, an der die Regionalbahn zwischen Limburg und Altenkirchen entlang braust. Am Bahnübergang, dort, wo heute ein Trafokasten steht, habe früher ein Schrankenwärterhäuschen gestanden und unmittelbar an sein Haus angegrenzt, berichtet Stahl. Übrig geblieben davon ist ein Backsteinmäuerchen. Immerhin, sagt der Frickhöfer. Denn die Mauer hält das Unkraut fern. Deshalb hätte die Bahn nach seiner Überzeugung auch die restliche Begrenzung mauern sollen.

Lattenzaunelement reicht nicht aus

Stattdessen aber installierte das Unternehmen rund ein Dutzend geflochtene Lattenzaunelemente. Die ersten Jahre wehren die Stahl zufolge das Gestrüpp noch ab. Aber dann bohren sich Pflanzen und Ranken durch die dünnen Bretter und sprengen schließlich die Verstrebungen auseinander. Keine acht Jahre halte so ein Lattenzaunelement, schimpft der Landwirt und zeigt die von ihm geflickte Begrenzung.

Weshalb die Bahn hier keine alten Schwellen verbaut habe oder gleich eine richtige Schallschutzwand errichtete, weiß er nicht. Immer wieder habe er sich bei der Bahn in Limburg erkundigt. So lange, bis endlich ein Mitarbeiter in den Dornburger Ortsteil kam, um sich die grüne Grenze zwischen Bahndamm und Privatgrundstück anzusehen. Der Mann habe die Lage inspiziert, nur passierte danach nichts. Also mähte Herbert Stahl zunächst weiter, um die umsichgreifenden Wucherungen in Schach zu halten.

Gleichzeitig ließ er auch bei der Bahn nicht locker. So lange, bis sich eine Unternehmenssprecherin aus Frankfurt einschaltete und erklärte: "Das Geschäftsfeld der DB Netz AG in der Region bedauert die Verzögerung und bedankt sich für den Hinweis." Tatsächlich sei ein Dienstleistungsbetrieb bereits vor einiger Zeit "mit den Vegetationsarbeiten an der Grundstücksgrenze beauftragt" worden. "Wieso die Arbeiten aktuell noch nicht erledigt sind, wird geprüft", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Bahn will sich "zeitnah" drum kümmern

Für Stahl bedeutet das, er wird den Grenzstreifen jenseits seines Anwesens nicht mehr schneiden, da "der Auftrag zur zeitnahen Umsetzung der vor Ort notwendigen Arbeiten gegebenenfalls nochmals angestoßen" werde, so die Bahn.

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