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Dornburg: Theaterclub „Frigga“ kämpft ums Überleben

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Berthold Jung-König (rechts) und Andreas Zimmermann machen sich Gedanken um die Zukunft des Theaterclubs "Frigga" .
Berthold Jung-König (rechts) und Andreas Zimmermann machen sich Gedanken um die Zukunft des Theaterclubs "Frigga" . © Klaus-Dieter Häring

Wegen der Corona-Pandemie droht dem Theaterclub „Frigga“ im Kreis Limburg-Weilburg das Aus. Doch eine Sache könnte doch noch für Rettung sorgen.

Frickhofen/Dornburg – Die Pandemie mit all ihren Auswirkungen schlägt auch beim Theaterclub „Frigga“ zu, der die Aktivitäten zu seinem 100.Geburtstag verschieben musste. „Uns brechen die dringend benötigten, wichtigen Personen wie Spielerinnen und Spieler, Handwerker und Ideengeber weg, in allen Sparten fehlt es“, berichtet der Erste Vorsitzende Berthold Jung-König.

Der Ehrenvorsitzende, im Jahr 2022 kann er auf 35 Jahre Vorsitz zurückblicken, macht sich Gedanken um den Verein, den er selber schon einmal im Jahr 1987 wiederbelebt hat. Damals wurde mit dem Stück „Hier sind Sie richtig“ eine Pause von 23 Jahren beendet. Danach ging es recht erfolgreich weiter mit Stücken, die alle zwei Jahre auf der Bühne des Dorfgemeinschaftshauses aufgeführt wurden. Zuletzt im Juni 2019, als „Für die Familie kann man nichts“ gezeigt wurde.

Einst ausverkaufte Aufführungen im Theater „Frigga“ in Dornburg im Kreis Limburg-Weilburg

Danach wurden die Vorbereitungen für das 100-jährige Bestehen des Vereins in Angriff genommen, der am 28. März 1920 von 20 Männern gegründet wurde und als ersten Vorsitzenden Anton Schardt „Lenke Anton“ hatte. Gleich zwei Aufführungen standen 1920 mit den Stücken „In hoc signo vinces“ und „Stütze der Hausfrau“ im Saalbau Schüller auf dem Programm. Danach ging es jährlich weiter mit Stücken wie „Der Hund von Baskerville (1922), „Im Weißen Rössl (1928)„, oder auch die Passionsspiele, die bis ins Jahr 1961 aufgeführt wurden.

Danach begann die Ära von Berthold Jung-König, der 1987 das Zepter als Vorsitzender übernahm. Für den Theaterclub „Frigga“ wurden dann die Aufführungen im Zweijahresrhythmus festgelegt. Dass alle Aufführungen ausverkauft waren zeigte, dass Theater in Frickhofen eine Zukunft hat - immer wieder unter der Triebfeder von Berthold Jung-König, der sich noch zur Unterstützung Nadine Steinebach-Olschok holte und bis dahin eine recht gut arbeitende Mannschaft hatte. Denn Arbeit gab es genug.

Kreis Limburg-Weilburg: Theaterverein „Frigga“ war Initiator der Straßenkirmes

Neben seinen Aufführungen brachte sich der Verein auch bei vielen Veranstaltungen im Dorf ein. So war er unter anderem immer auf dem Weihnachtsmarkt, dem Weinfest, dem Dorfjubiläum vertreten. Des Weiteren war der Verein Gründer und Initiator der Straßenkirmes in Frickhofen.

Ein weiteres Anliegen war den Theaterspielern, die Jugend zu integrieren. Jährlich wurden anlässlich von Weihnachtsfeiern Stücke für die Jugend erarbeitet. „Dafür haben wir dann auch immer wieder die Bühne gebaut“, berichtete Vorstandsmitglied Andreas Zimmermann, der selbst beim Bühnenaufbau dabei ist und auch bei vier Aufführungen als Schauspieler auf der Bühne stand.

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Er und Berthold Jung-König hatten die Planungen für das 100-jährige Bestehen des Vereines in Angriff genommen. Aufgeführt werden solle ein Krimistück, außerdem war ein Sektempfang im Dorfgemeinschaftshaus vorgesehen. Doch dann machte die Pandemie dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Personen dem Theaterclub fernbleiben.

„Wir haben keinen Fundus von Leuten, die auf der Bühne stehen wollen“, erklärten die beiden. Denn Theater spielen bedeute nicht nur, vor den Aufführungen drei Mal die Woche zu proben. „Wir brauchen auch für jede Aufführung eine Doppelbesetzung, und wir brauchen dringend auch Leute für den Bühnenbau. Das Ganze steht auf wackeligen Füßen.“

Bei einem Blick in die Augen von Berthold Jung-König und Andreas Zimmermann ist zu erkennen, dass da noch Feuer für das Theaterspielen in Frickhofen brennt. Damit dies nicht erlöscht, werden dringend Mitspieler benötigt. Wer Interesse hat, kann sich bei Berthold Jung-König oder Andreas Zimmermann melden. (Klaus-Dieter Häring)

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