Berthold Jung-König (von links), Uve Sandkrüger und Andreas Zimmermann sind zornig, dass die Gemeinde den Brunnenplatz verkommen lässt und wenden sich an diese Zeitung. Kurze Zeit später sah es dann viel besser aus.
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Berthold Jung-König (von links), Uve Sandkrüger und Andreas Zimmermann sind zornig, dass die Gemeinde den Brunnenplatz verkommen lässt und wenden sich an diese Zeitung. Kurze Zeit später sah es dann viel besser aus.

Bauhof rückte schnell an

Dornburg: Öffentlichkeit für ein öffentliches Ärgernis

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Drei Bürger wenden sich an diese Zeitung - und schwups ist der Brunnenplatz wieder ansehnlich.

Dornburg -Am Ende ist alles gut. Der Brunnenplatz am Kindergarten ist hübsch hergerichtet, die Büsche sind zurechtgestutzt, das Unkraut gejätet. Die im Halbrund angebrachte Sitzbank ist so freigelegt, dass sie wieder als Möbelstück zu erkennen und benutzen ist, und auch wenn das Wasserspiel an den Basaltbrocken nicht funktioniert, so wirkt das Ensemble dennoch harmonisch. Innerhalb von 24 Stunden hat der Bauhof der Gemeinde aus einem Schandfleck an der Hauptstraße ein schmuckes Plätzchen gemacht, das es vor Jahren ohnehin war.

Dass es zu dieser Verwandlung kam, klingt ein wenig nach Sommermärchen, ist aber nicht mehr als das Ergebnis eines Telefonats, einer Besichtigung und einer anschließenden Nachfrage im Rathaus. Initiatoren der Aktion sind Berthold Jung-König, Uve Sandkrüger und der ehemalige Ortsvorsteher Andreas Zimmermann. Sie berichteten Ende vergangener Woche dieser Zeitung von "ihrem" Brunnenplatz, jenem Terrain am Kindergarten, das die Interessengruppe "Wir für Frickhofen" vor rund zehn Jahren für die Gemeinde gestaltet hatte.

Kein Pflegevertrag

mit den Bürgern

Als die Männer ein paar Jahre später im Rathaus erklärten, sie könnten die Pflege der Anlage aus Altersgründen nicht mehr leisten, sollte der Bauhof die Instandhaltung übernehmen. Schließlich habe man keinen Pflegevertrag mit der Verwaltung abgeschlossen, sagt Andreas Zimmermann. Dass sich der gemeindeeigene Bauhof um den Platz kümmern würde, schien ihm folgerichtig.

Nur passierte nichts. Der Platz wurde unansehnlich und verwilderte. Die Pflanzen wucherten um die Steinmauer, eine Hainbuche musste abgesägt werden, das Wasserspiel des Brunnens trieb keine sprudelnde Fontäne mehr in die Höhe, der Platz mutierte zur öffentlichen Rumpelkammer. Die Männer von der Interessengruppe fühlten ihre Arbeit missachtet. Immerhin hatten sie rund 1100 Stunden in das Projekt für die Allgemeinheit investiert.

Berthold Jung-König hatte Baupläne entworfen und gezeichnet, Andreas Zimmermann die Bepflanzung mit Hainbuchen, Kupfer-Felsenbirne, einem Lindenbaum und mehreren Fliederbüschen geplant und Uve Sandkrüger und weitere ehrenamtliche Helfer hatten ihr handwerkliches Geschick beigesteuert. Den Platz verkommen zu sehen, sei ein Trauerspiel gewesen, sagt Berthold Jung-König. Manchmal habe ihn beim Anblick der Anlage so die Wut gepackt, dass er am liebsten einen Hammer genommen hätte, um alles zu zerschlagen, erinnert sich Uve Sandkrüger. Der letzte Ausweg, das innerörtliche Chaos an der Hauptstraße zu beseitigen, schien den Männern, die Öffentlichkeit einzuschalten.

Höfner spricht

von "Informationsverlust"

Das wirkte. Auf Nachfrage dieser Zeitung im Rathaus der Gemeinde bestätigt Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) den "mitgenommenen Zustand" des Bereiches um die Brunnenanlage. Er sagt: "Nach meinen Recherchen scheint es hier leider einen gewissen Informationsverlust gegeben zu haben, denn die mit der Grünpflege beim Bauhof beauftragten Personen haben auf die Interessengemeinschaft verwiesen, die den Brunnen und seine Anpflanzungen angelegt haben." Dass die Mitglieder der Interessengemeinschaft ihren Pflegedienst aufgegeben hätten, sei auch im Rathaus kommuniziert worden. "Das wurde dann auch weitergegeben, ist aber offenkundig nicht mehr nachvollziehbar verschüttet gegangen."

Der Bürgermeister verspricht umgehend zu handeln. Und das geschieht. Bereits einen Tag nach dem Ortstermin mit Berthold Jung-König, Uve Sandkrüger und Andreas Zimmermann rücken die Männer vom Bauhof an und räumen den Brunnenplatz auf.

Und nicht nur das. Der Chef der Verwaltung legt nach und kündigt an: "Ich habe vor Kurzem abgestimmt, dass die Grünpflege auf gemeindeeigenen Flächen priorisiert wird." Überall in der Gemeinde sollen die öffentlichen Flächen in nächster Zeit aufgehübscht werden. "Wir haben aktuell leider mehrere Ausfälle in unserem Bauhof-Team, werden aber zeitnah Ersatzeinstellungen beziehungsweise Verstärkungen angehen. Und wenn unakzeptable Defizite bleiben, werde ich mich für eine Stellenerhöhung auf unserem Bauhof verwenden. An fehlender Motivation der ambitionierten Kollegen liegt es jedenfalls nicht."

Die Männer von der Interessengruppe sind zufrieden: Ein Telefonat, eine Ortsbegehung, eine Nachfrage im Rathaus und die Heimatzeitung haben dem Brunnenplatz zu neuem Glanz verholfen.

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