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Dornburg: Rot-Weiße Funken im Olymp des Karnevals angekommen

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Die Rot-Weißen Funken bei ihrem Auftritt bei der Sendung "Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht", die am Freitag, 25. Februar, um 20.15 Uhr im Fernsehen übertragen wird.
Die Rot-Weißen Funken bei ihrem Auftritt bei der Sendung "Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht", die am Freitag, 25. Februar, um 20.15 Uhr im Fernsehen übertragen wird. © Klaus-Dieter Häring

Eine meisterhaftes Aushängeschild für die ganze Region - Heute Fernsehauftritt bei "Mainz bleibt Mainz"

Frickhofen -Es gibt kein zweites Tanzcorps in der hiesigen Region, das über fünf Jahrzehnte hinweg eine derart beständige Leistung auf Spitzenniveau abliefert. Beginnend mit üblichen Tanzeinlagen zur Kappensitzung, haben sich die Rot-Weißen Funken aus Frickhofen rhythmisch-tänzerisch, optisch wie akrobatisch-vielseitig über den Karneval hinaus auch bei zahlreichen gesellschaftlichen Ereignissen einen hervorragenden Ruf erworben. Das führte sie mehrfach zu Auftritten ins Fernsehen bei "Hessen lacht zur Fassenacht". Nun ist das heimische Ensemble im Olymp des Karnevals angekommen.

Die Rot-Weißen dürfen am Freitag, 25. Februar, bei "Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht" (20.15 Uhr im ZDF) vor den Augen eines Millionenpublikums als "Till-Ballett" des Mainzer Carneval Clubs (MCC) eine Riesenshow abziehen. "Unser Verein tanzt seit über 40 Jahren auf den Wiesbadener und Mainzer Bühnen und natürlich war es immer unser großer Traum, es einmal in die ,Mutter aller Fastnachtssendungen' zu schaffen", verkünden die Rot-Weißen glücklich und sind unglaublich stolz. So viel sei verraten: Sie werden eine Mischung aus Show- und Gardetanz zeigen.

Bevor jedoch die Sendung "im Kasten" war, die an drei Tagen aufgezeichnet wurde, waren viel Arbeit und Kontaktpflege notwendig. Wie vom Präsidenten der Funken Dieter Munsch bei einem Gespräch zu erfahren war, wurden im Oktober 2021 erste Gespräche zwischen den Präsidenten des MCC, Dr. Florian Sitte, dem Vize-Präsidenten Jürgen Wiesmann und der Delegation aus Frickhofen geführt. Die beiden Vertretern des MCC fragten nach, ob sich die Rot-Weißen sich einen Auftritt als "Till", der Symbolfigur des MCC, vorstellen könnten. "Dieser Anforderung haben wir uns gerne gestellt", so Dieter Munsch.

Auch ein Schritt in die Zukunft

Zwei Wochen nach dem Kontakt im Oktober stand ein Muster für die Kostüme und nach drei Wochen auch die Musik. Als dann hierzu das Okay aus Mainz kam, ging es an die Proben und die Nähmaschinen wurden angeworfen. Und in dieser Woche, am Montag, starteten die Funken zur ersten Stellprobe für die traditionsreiche Fernsehsitzung. Hier ging es dann bis Mittwoch für die 20 Tänzerinnen darum, einen fernsehgerechten Auftritt auf die Bühne zu zaubern.

Der riesige Applaus des Publikums, das nur aus 150 zugelassenen Personen bestand, belohnte die Frickhöfer Delegation für die monatelange Arbeit an diesem Projekt. "Wir haben mit diesem Auftritt auch einen Schritt in die Zukunft getan", so Dieter Munsch.

Nach fast zwei Jahren Tanzabstinenz waren gerade erst im Januar die Jugend und die Erste Garnitur der Aktiven beim Turnier des Bundes Deutscher Karneval in Düren in der Kategorie Schautanz mit einer sensationellen Performance jeweils auf ersten Plätzen ins neue Jahr gestartet.

Längst sind die Rot-Weißen Funken zum Aushängeschild der Gemeinde Dornburg und zu Botschafterinnen des Kreises Limburg-Weilburg geworden. 1971 als eigenständiger Verein gegründet, feierten die jungen Mädchen und wenige junge Männer ihren ersten Triumph bereits am 28. März 1976 in Bonn. Dort errangen sie vor 2500 Zuschauern in der überfüllten Beethovenhalle die Deutsche Meisterschaft im Marschtanz und die Vizemeisterschaft im Schautanz. Ihr Aufstieg in die Spitzenklasse bei den karnevalistischen Tänzen des Bundes Deutscher Karneval war unmittelbar mit der Leiterin Ria Breithecker verbunden. In derselben Halle hatte das Ensemble zwei Monate zuvor den Adenauer-Pokal erfolgreich verteidigen können.

Choreografisches Können

In der Beethovenhalle dröhnten damals nach ihrem Auftritt minutenlange Ovationen. Der damalige Bürgermeister Paul Arens schrieb eifrig Tabellen und hatte die starke Konkurrenz im Blick. Der frühere Erste Kreisbeigeordnete Dr. Ernst Loew lobte "die gelungene Synthese zwischen Marsch und Tanz". Ein dreifach Hoch galt Ria Breithecker. Ihr wurde allseits großes choreografisches Können bescheinigt.

Die Frickhöfer Funken hatten zuvor bereits alle vier Qualifikationsturniere gewonnen. Mit ihrer Leistung krönte das Ensemble, das zwei Jahre zuvor als "Mary Dancers" schon zu Vizemeisterehren gekommen war, seine grandiose Aufbauleistung und außerordentlichen Trainingsfleiß. Mit einer Differenz von 0.8 Punkten distanzierten die Rot-Weißen aus dem Westerwald das Ensemble von "Rheingold Kiel" und das gesamte Feld.

Als sich der Erfolg daheim herumgesprochen hatte, wurde damals im Vereinslokal die Vereinsfahne gehisst und eine festliche Ehrentafel gedeckt. Vor der Kirche blies sich der Fanfarenzug warm. Pferde wurden vor einen Triumphwagen gespannt. Kurz nach ein Uhr in der Nacht traf der Bus aus Bonn in Frickhofen ein, Fanfarenklänge erschallten und die Feuerwehr geleitete die Deutsche Meistertruppe um ihren Präsidenten und Tanzmajor Dietmar Rex zum fröhlichen Ausklang. Gegen halb zwei hob Bürgermeister Arens zur Laudatio an.

Teamgeist gepflegt

Ein erstes Angebot aus dem Profi-Lager erreichte die Elitetruppe. Ihr wurde gegen eine stattliche Summe ein Vertrag zugesichert, der später von dem Tanzkorps einstimmig abgelehnt wurde. Die Mädchen wollten als Amateure zusammenbleiben und so oft es geht das heimische Publikum erfreuen. Dieses Versprechen haben die Rot-Weißen Funken bis heute gehalten, da bereits die Kinder und Enkel der Deutschen Meisterinnen von einst ihren Müttern und Großmüttern in nichts nachstehen, ihren Teamgeist weiter pflegen und zahlreiche weitere Meisterschaften folgen ließen.

Längst spielten Turniere und Fastnachtsauftritte nicht mehr die Hauptrolle im Vereinsleben. Vor der Pandemie gestalteten 150 Mädchen und junge Frauen sowie einige Männer in fünf verschiedenen Gruppen jährlich mit bis zu 100 Tänzen etwa 65 Veranstaltungen in der Heimat wie in größeren Städten mit. Schon 1977 standen die Tänzerinnen der ersten Stunde gemeinsam mit dem Bonner Theaterballett beim Kanzler-Sommerfest vor Helmut Schmidt und seinen Gästen mit einem temperamentvollen Can-Can auf der Bühne.

Der von Dieter Munsch geführte Verein, der seit 2009 in einer eigenen Halle trainiert, fügt mit seinem Fernsehauftritt in Mainz ein weiteres Ruhmesblatt in seiner starken Chronik hinzu.

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