"Ein Tier" ist ein erstes Werk, das Künstler Gerhard Korn auf seinem Kunstplatz ausstellt.
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"Ein Tier" ist ein erstes Werk, das Künstler Gerhard Korn auf seinem Kunstplatz ausstellt.

Mit Kunst die Leute neugierig machen

Dornburg: Skurrile Skulpturen mit expressiven Gesten

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Gerhard Korn hat einen "Kunstplatz" geschaffen, auf dem er seine Figuren aus Pappmaché präsentiert

Frickhofen -Seit 17 Jahren wohnt der Wiesbadener Gerhard Korn in Frickhofen in der Ringstraße. Er hat in Mainz Kunst und Kunsterziehung studiert, ist aber mit seinen Werken nicht oft an die Öffentlichkeit getreten. Dies hat er mittlerweile geändert, und einige Werke von ihm sind nun auf einem von ihm geschaffenen "Kunstplatz" in der Friedenstraße zu sehen.

Lange hat er nach dem Credo gearbeitet: "Ich mache Kunst und warte, was auf mich zukommt". Dies hat er gelockert. Jetzt bedeutet für ihn Kunst, Leute neugierig zu machen, und er ist offen für das, was passiert. Ruhten die Arbeiten in Sachen Kunst in seinem Atelier jahrelang - es gab ein paar Ausstellungen in Köln, Boppard und Mengerskirchen -, gab er sein künstlerisches Wissen sieben Jahre lang als Kunstlehrer in der Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule weiter. Wohnhaft in Frickhofen, hat er auch beste Möglichkeiten in seinem Atelier, seine Werke zu schaffen. "Hier in Frickhofen kann ich auch draußen auf meiner Terrasse arbeiten", so Gerhard Korn. Und es gibt in seiner Wohnung und auf der Terrasse viele Arbeitsstellen, bedingt dadurch, dass sich sein Stil und seine Werkstoffe nicht eingrenzen lassen. Da stehen große Ölgemälde neben Werken aus Pappmaché, und ein Stück weiter sind große Holzskulpturen zu bewundern. Vieles davon, bis auf die Werke aus Pappmaché, sind zum Teil noch nicht fertig.

Schreiende Köpfe

"Kunst ist bei mir immer in Bewegung", so der Künstler. Dies bedeutet, dass ein Gemälde auch zehnmal übermalt werden kann. Lässt man mit seinen Fragen nicht locker, so verrät der Künstler doch ein Thema, das von ihm explizit verfolgt und bearbeitet wird: Werke aus Pappmaché, oder wie er selber sagt "Menschlinge". Er beobachtet Menschen in allen Bereichen, bringt diese Beobachtungen in seine Werke ein und bringt dies alles in figürlich skurrile Form. "Situationen, die im Leben eines Menschen vorkommen. Das ist Politik, Trennungsschmerz genau so wie Sex", erklärt Korn. Ein Künstler müsse seiner Meinung nach offen sein für visuelle Entscheidungen. Dies ist in seinem Atelier zu sehen, in Werken mit expressiven Gesten auf großen Formaten genau so wie in kleinen, figürlichen Darstellungen mit schreienden, quiekenden Köpfen und Leibern.

Realistisch abstrakt und nicht der Wirklichkeit entsprechend sollen die Werke sein, die aber dann trotzdem, bei einem genauen Blick, ein wenig etwas von der Realität haben. So entdeckte man unter anderem beim Werk "Ballermann" nackte Leiber die sich der Sonne entgegenstrecken.

Nach 17 Jahre Arbeit fast im Stillen, geht Korn nun mehr an die Öffentlichkeit und hat einen Kunstplatz in Frickhofen geschaffen. Genau neben seinem Atelier und Wohnort, Ecke Ringstraße/Friedenstraße, werden nun Werke auf einem großen Parkplatz zu sehen sein. Ein Parkplatz den er von seinem Besitzer für diese Zwecke zur Verfügung gestellt bekommt. Einmal im Monat, immer an einem Samstag, will er viele seiner Werke auf diesem Platz ausstellen "und die vielen Sachen raus räumen". Er sieht dies als Beginn eines kreativen Wachstums.

Und seine Werke fallen auf dem "Kunstplatz" auf. So ist hier seit ein paar Wochen ein kleiner Ausschnitt seines Schaffens zu sehen. Darunter "ein Tier" und eine menschliche Skulptur. Alles aus Pappmaché und in langen Experimenten mit dem Werkstoff wetterfest gemacht. Mit diesen beiden Werken will er die Reaktion der Menschen testen und gleichzeitig einen Farbfleck für Frickhofen schaffen.

Die Menschen sind eingeladen sich mit den Werken von Gerhard Korn auseinanderzusetzen und, bei Gefallen auch eines zu kaufen und mit in die eigenen vier Wände zu nehmen.

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