Auf dem Areal des früheren Thalheimer Gasthofes zum Westerwald sollen Seniorenwohnungen entstehen.
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Auf dem Areal des früheren Thalheimer Gasthofes zum Westerwald sollen Seniorenwohnungen entstehen.

Sitzung der Gemeindevertreter

Dornburg: Verkauf des ehemaligen Gasthofs zugestimmt

  • VonRobin Klöppel
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Gemeindevertreter debattieren außerdem über Begrüßungsgeld für Babys

Dornburg -Ein Begrüßungsgeld für Babys wird es auch künftig in der Gemeinde Dornburg nicht geben. Die anwesenden 17 CDU-Gemeindevertreter schmetterten in der Gemeindevertretersitzung einen Antrag der SPD ab, der zehn Ja-Stimmen von SPD und FWG Dornburg erhielt. Die zwei Vertreter der Fraktion FDP/Grüne enthielten sich der Stimme, nachdem ein von Reiner Schmidt (FDP) eingebrachter Änderungsantrag abgelehnt worden war.

Die SPD wollte, dass den Erziehungsberechtigten nach jeder Geburt 100 Euro ausgehändigt werden. Bedingung: Der oder die Erziehungsberechtigten müssen seit drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Dornburg haben und noch mindestens ein Jahr dort wohnen. Karin Boderke (SPD) hatte in der Antragsbegründung versehentlich noch von den zunächst angedachten 500 Euro pro Kind gesprochen. Sie sagte, sie sei selbst Mutter von zwei Kindern und Oma von vier Enkelkindern. Sie wisse, welchen Stimmungsschwankungen Mütter nach der Geburt unterworfen seien. Boderke glaubt, mit einem Geldgeschenk bleibe die Gemeinde den Eltern in guter Erinnerung.

Josef Frensch (CDU) hält dagegen überhaupt nichts von einer solchen Art von Geschenk. Es würden in Dornburg bereits alle Neugeborenen von der Gemeinde willkommen geheißen und mit einem Präsent begrüßt. Frensch fragte sich, welche Lenkungswirkung 100 Euro auf Menschen hätten. Würden jetzt junge Familien ohne die 100 Euro aus Dornburg wegziehen oder neue Leute nach Dornburg ziehen? Der CDU-Gemeindevertreter sagte, dass dies nicht passieren werde und folglich von dem Geldgeschenk kein positiver Effekt ausgehe.

Infrastruktur in Schuss halten

Frensch ist der Meinung, die jungen Familien hätten mehr davon, wenn die Gemeinde weiter zusehe, die Infrastruktur für diese in Schuss zu halten, wie Kindertagesstätten und Grundschulen. Dazu gehöre die Unterstützung der Gemeinde für gut geführte Vereine. "Das ist nachhaltig", glaubt Frensch.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ottmar Baron versicherte, dass er selbst wisse, dass niemand aufgrund von 100 Euro nach Dornburg ziehe. Und für eine gute Infrastruktur für junge Familien sei er natürlich ebenfalls. Es gehe lediglich darum, jungen Familien zu zeigen, dass man etwas für sie tun wolle. Da mit der CDU 500 Euro nicht gehen würden, wäre die SPD laut Baron ja schon mit 100 Euro zufrieden. Das seien 7000 Euro in einem 17-Millionen-Euro-Haushalt und somit wirklich Peanuts. Dadurch rutsche der Haushalt nicht ins Minus.

Reiner Schmidt findet die Idee prinzipiell lobenswert, Neugeborenen eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Jedoch findet der FDP-Gemeindevertreter Geldgeschenke zu unpersönlich. Schöner sei ein persönliches Geschenk, wie es beispielsweise im Weilburger Stadtteil Drommershausen mit einem Kuscheltier mit Ortsmotiv gemacht werde. Darüber würden sich Familien wirklich freuen. Und ein solches Geschenk stärke das Gemeinschaftsgefühl.

Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) sagte, dass es für die Eltern bisher einen Willkommensbrief gebe, in dem ein gutes Miteinander gewünscht werde. Dazu gebe es einen Schutzengel als Geschenk sowie einen Gutschein für ein Geschäft mit Kleinkinderartikeln.

Weiteres Thema in der Gemeindevertretersitzung war der Verkauf des 719 Quadratmeter großen Anwesens in Thalheim des früheren Gasthof zum Westerwald. Diesem wurde zugestimmt. Die Kaufinteressentin möchte einen Teil des Anwesens abreißen, den Rest umbauen und eine Altenwohnanlage mit zwölf Wohneinheiten schaffen, wie Andreas Weckbecker (CDU) erläuterte. Die Zahl der Stellplätze solle auf zwölf beschränkt bleiben. Die restlichen sollten durch eine Zahlung an die Gemeinde abgelöst werden. Weckbecker sagte, die Antragstellerin zahle alle mit dem Projekt verbundenen Verfahrenskosten. Es solle beim Verkauf eine zwölfjährige Zweckbindung für betreutes Wohnen festgelegt werden.

Ottmar Baron betonte, auch die SPD begrüße die Maßnahme. Sie habe den Ankauf des Anwesens angeregt. Denn das Gebäude habe Jahre lang nur vor sich hingedümpelt. Zunächst habe der damalige Eigentümer zu hohe Preisvorstellungen gehabt. Dann habe man das Anwesen für 40 000 Euro ankaufen können und dafür 30 000 Euro Zuschuss aus der Thalheimer Dorferneuerung erhalten. Die Schaffung der Seniorenanlage sei für Thalheim ein wichtiger Schritt. Auf SPD-Antrag hin wurde noch beschlossen, dass in die Protokolle künftig die wesentlichen Aussagen mündlich beantworteter Anfragen wieder aufgenommen werden. Das war laut Karl-Heinz Wagner (SPD) zuletzt nicht mehr der Fall. CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Trottmann sagte, er habe damit kein Problem, wenn dem Protokollführer überlassen werde, was er als wesentliche Punkte der Antworten ansehe.

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