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Die SPD ist beunruhigt über den Schutthaufen am Ortsausgang von Frickhofen (von links): Rolf Brenschede, Renate Brenschede, Heike Klawitter, Ottmar Baron, Ernst Agorelli und Kerin Boderke.

Umwelt

Dornburg: Ein völlig normaler Schutthaufen

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SPD sieht Fläche am Ortseingang von Frickhofen skeptisch, der Bürgermeister spricht aber von einer Interimslösung.

Dornburg -Ein kleiner Höhenzug erhebt sich am nördöstlichen Ortsausgang von Frickhofen. Keine immergrüne Wanderstrecke, kein Geotop, auch keine Reste einer keltischen Ansiedlung. Die Erhebung gleich hinter dem Dornburg Center ist ein kompakter Schutthaufen, den Bagger aus Erdklumpen, Steinen und Resten von Abrissarbeiten zusammengeschoben und geformt haben. Auf der Seite, die dem Zufahrtsweg zugewandt ist, stehen etwa ein Dutzend Container. Außen herum ist ein hoher Zaun gezogen, und jenseits dieser Absperrung stehen noch einmal vier Container. Einer ist leer, in einem türmt sich Holz, zwei sind verschlossen. Gesichert sind sie nicht.

Es ist dieses Arrangement aus unbekanntem Müll und Metall, das Ottmar Baron, Fraktionsfchef der SPD in der Dornburger Gemeindevertretung, und seine Genossen beunruhigt. Schließlich könne man nicht sehen, was hier abgelegt wurde. Darüber hinaus werde nach seiner Beobachtung regelmäßig weiterer Schutt angeliefert. Dass sich dieser Berg auf einem eingezäunten Firmengelände der Runkeler Meyer Bau GmbH befindet, macht die Angelegenheit für die Sozialdemokraten nicht weniger kritisch. Sie fragen: "Wer weiß, was da liegt, und wer weiß, ob das legal ist?"

Schredderanlage bis

heute nicht gebaut

Die Skepsis der SPD zu dem Müllberg ist nicht neu. Denn auf diesem Gelände sollte bereits vor Jahren eine Betonschredderanlage entstehen. Eine Bürgerinitiative und auch die SPD wehrten sich. Der Lärm und der Feinstaub seien den Bürgern nicht zuzumuten; zudem seien die Straßen des Dorfes zu klein für die Schuttanlieferung mit großen Lkw. Auch eine Einhausung der Verarbeitungsstätte kam für die Gegner nicht in Betracht. Tatsächlich wurde die Schredderanlage bis heute nicht gebaut. Die Baureste türmen sich seither unzerkleinert und unsortiert.

Seit jener Zeit werde das Thema denn auch immer wieder aufgewärmt und politisch auszuschlachten versucht, sagt Dornburgs Bürgermeister Andreas Höfner (CDU). So weit ihm bekannt ist, handele es sich bei dem Müllgebirge um eine von dem Bauunternehmen durchgeführte "Interimslösung". Der Schutt werde benötigt, um das an einer Seite stark abfallende Gelände der Meyer Bau aufzufüllen. Dass das Material zerkleinert werden müsse, um die Füllmasse zu verdichten, sei klar. Nähere Details kenne er jedoch nicht, sagt Höfner. Was er aber weiß: Sowohl das Regierungspräsidium in Gießen als auch der Landkreis Limburg-Weilburg haben Gutachten erstellen lassen, denen zufolge hier alles in Ordnung ist. Das bestätigt auch Jan Kieserg, Sprecher des Kreises: "Die Maßnahme ist genehmigt und wird von einem Ingenieurbüro begleitet, das die Tragfähigkeit und die Qualität des Bodens bewertet."

Das stehe völlig außer Frage, betont Thomas Meyer, Geschäftführer des Bauunternehmens aus Runkel, und verweist auf Belege, die die Unbedenklichkeit seines beruflichen Treibens in Frickhofen beweisen. Dennoch werde hier seit Jahren immer wieder mit Unterstellungen und Behauptungen gegen ihn agiert. Allein die Anfrage nach seinem Gelände in der Dornburg-Gemeinde bringt den Geschäftsmann in Rage. Wenn er die Bezeichnung "illegale Mülldeponie" in Zusammenhang mit seinem Betriebsgelände in der Zeitung lese, werde er umgehend einen Rechtsanwalt einschalten.

Container

werden entfernt

Bürgermeister Höfner hat offenbar mehr Glück bei seinem Gespräch bei Meyer. Er habe sich freundlich nach den Containern außerhalb des Firmengeländes erkundigt, berichtet Höfner, und Meyer habe ihm freundlich zugesichert, diese umgehend zu entfernen. Der Inhalt der Container aber bleibt unbekannt.

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