Zwölf Seniorenwohnungen sollen auf dem Anwesen des ehemaligen Gasthauses in Thalheim entstehen.
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Zwölf Seniorenwohnungen sollen auf dem Anwesen des ehemaligen Gasthauses in Thalheim entstehen.

Mehr Wohnqualität für ältere Menschen

Dornburg: Vom Gasthaus zur Seniorenwohnanlage

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Investitionsvolumen von zwei Millionen Euro geplant - Parlament muss zustimmen

Thalheim -Das Gasthaus Westerwald an der Thalheimer Ortsdurchfahrt soll zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut werden. Dafür haben sich die Mitglieder des Ortsbeirats in ihrer Sitzung am Dienstagabend ausgesprochen. Investorin des Projekts ist Beatrix Diefenbach, die bis zu zwei Millionen Euro in den Um- und Neubau stecken will.

Seit Jahren habe sie Interesse daran, in ihrem Heimatdorf "mehr Lebens- und Wohnqualität für alte Menschen" zu schaffen. Zudem sei die Immobilie am Hofgarten "für das Dorfbild nicht gerade erbaulich", sagte sie bei der Vorstellung ihres Konzepts im Ortsbeirat. Tatsächlich versprüht das aus drei Gebäuden bestehende Ensemble am Hofgarten einen eher herben Charme. Das soll sich Investorin Diefenbach zufolge jetzt ändern.

Konkret geplant ist auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte mit landwirtschaftlichem Anwesen eine Altenwohnanlage mit zwölf behindertengerechten Wohneinheiten; die Wohnungsgrößen variieren von rund 40 bis 100 Quadratmeter. Sie wolle keine "Wohnzellen" für Senioren, betonte Diefenbach, sondern Wohnumgebungen schaffen, in denen sich die älteren Mitbürger "weiterhin persönlich entfalten" können und zugleich in die Dorfgemeinschaft, ins Vereinsleben und in die Kirchengemeinde einbezogen werden. Außerdem sollen Freizeit- und seelsorgerische Angebote sowie allgemeine Dienstleistungen zur Verfügung stehen. Sie wolle ein Miteinander der Thalheimer fördern, erklärte Beatrix Diefenbach.

Kernsanierung und Neubau

Das erfordert allerdings bauliche Veränderungen. Den Plänen des beauftragten Architekturbüros zufolge wird das bestehende Haupthaus der ehemaligen Gaststätte erhalten und umfassend kernsaniert. Alle anderen Nebengebäude wie Scheune mit Stall und Lagerraum sowie Schuppen werden abgerissen, um Platz für neue Häuser zu eröffnen.

Die Neuplanung des Anwesens sieht drei Gebäudeteile vor und nimmt die ehemalige Bebauung in Form einer Hofreite auf. Im bestehenden Altbau, in dem Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum untergebracht werden sollen, sind Maßnahmen zu Brand- und Wärmeschutz notwendig; darüber hinaus müssen eine neue Heizungsanlage und ein Aufzug installiert werden. Dafür müsse die Holztreppe im Treppenhaus entfernt und durch einen Stahlbeton-Treppenlauf mit Betondecke ersetzt werden, berichtete Diefenbach. Das sähen die feuerpolizeilichen Auflagen vor.

Neu gebaut wird ein Verbindungsgebäude mit Wirtschaftsräumen, Abstellflächen und der Haustechnik im Erdgeschoss. Im Obergeschoss soll eine Wohnung entstehen. Weitere sechs Wohneinheiten sind für den Neubau auf der Fläche der ehemaligen Scheune mit Stallungen vorgesehen. "Die Neubebauung erfolgt in zweigeschossiger Bauweise. Das Dachgeschoss ist als Staffelgeschoss in Zusammenhang mit der kompletten Neubebauung zu sehen", heißt es dazu im Entwurf des Architekten.

Um die baurechtlich erforderlichen 17 Parkplätze zu schaffen, will Investorin Diefenbach auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Hofgarten 20, eine Fläche von der Gemeinde erwerben. Hier soll ebenfalls ein derzeit bestehendes Haus abgerissen werden, das dem Feuerwehrhaus vorgelagert ist. Die entstehenden Parkflächen könnten auch von der Feuerwehr genutzt werden, sagte Diefenbach. Denn da sie zu den 17 vorgeschriebenen Parkflächen drei weitere Besucherplätze ausweisen will, dürfte der Platz ausreichen. Ebenfalls vorgesehen ist in diesem Bereich die Errichtung von E-Ladesäulen.

Baubeginn im nächsten Jahr möglich

Sollte das Konzept von Investorin Beatrix Diefenbach von der Gemeindevertretung beschlossen werden, könnte das Bauprojekt im kommenden Jahr begonnen werden, sagte Bürgermeister Andreas Höfner (CDU). Mit der Fertigstellung sei in zwei bis drei Jahren zu rechnen. Schon jetzt sei allerdings festzustellen, dass "das Engagement von Beatrix Diefenbach mehr als ein Glücksfall für Thalheim ist", sagte Höfner. Er setze auf die Zustimmung der Gemeindevertreter.

Zuversichtlich hatte sich auch Ortsvorsteher Andreas Hartmann (CDU) über die Zukunft der Gaststätte Westerwald geäußert. Zwar hätten sich in der Vergangenheit immer wieder Investoren gemeldet, die neue Pläne für die Immobilie im Herzen Thalheims umsetzen wollten. Schließlich seien sie aber stets abgesprungen. Umso erfreulicher sei es jetzt, dass sich eine Investorin aus dem Ort für den Ort einsetzen wolle.

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