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Dornburg: Von hier werden Spezialtone in 40 Länder exportiert

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Interessierte Gruppen haben die Möglichkeit, sich über die Gewinnung von Ton im Westerwald zu informieren - wie hier in der Grube Sedan. Oft übernimmt dabei Stephan Schmidt jun. (links) die Aufgabe, die Informationen weiterzugeben.
Interessierte Gruppen haben die Möglichkeit, sich über die Gewinnung von Ton im Westerwald zu informieren - wie hier in der Grube Sedan. Oft übernimmt dabei Stephan Schmidt jun. (links) die Aufgabe, die Informationen weiterzugeben. © Klaus-Dieter Häring

Die Stephan Schmidt KG ist seit drei Generationen in Familienhand und wächst kontinuierlich

Langendernbach -Was haben Dachziegel, Zahnpasta, Porzellan und Zement gemeinsam? Wer diese Frage dem Inhaber der Stephan Schmidt KG, Stephan Schmidt jun. und seinem Vater Günther Schmidt stellt, der erntet ein wissendes Lächeln und eine knappe Antwort. Denn in all diesen Produkten ist Ton enthalten - und dazu kommen noch viele Produkte mehr.

Seit dem Jahre 1947 werden in der Stephan Schmidt KG mit ihren heute 200 Mitarbeitern und sieben Unternehmen Spezialtone abgebaut. Die Entwicklung in den zurückliegenden 75 Jahren hat nun dazu geführt, dass aus den Anfängen ein Unternehmen wurde, das Spezialtone in 40 Länder der Welt exportiert. Ein Unternehmen, das viel Wert auf Familientradition legt. So war schon beim Gründer der Firma, Stephan Schmidt, im Jahr 1947 die Familie eingespannt, und auch Ehefrau Irmgard Schmidt war eine Stütze in den Aufbaujahren.

War man in der Nachkriegszeit 1947 schon spät dran in Sachen Neugründung eines Tonbergbauunternehmens, stellte sich dies dann als ein Vorteil heraus. Man war zum größten Teil im Osten des Westerwaldes aktiv, "und wir wurden daher von der Konkurrenz wenig beachtet", war von Stephan Schmidt jun. bei einem Gespräch in den Langendernbacher Geschäftsräumen zu erfahren. Auch dass schon früh sein Vater Günther Schmidt nach einer Lehre als Bürokaufmann, einem Studium als Betriebswirt und einer Ausbildung als Keramtechniker in das Unternehmen einstieg.

Günther Schmidt hat die Entwicklung des Unternehmens stark forciert. Schon früh wurde in dem Unternehmen ein Hauptaugenmerk auf standarisierte Tone gesetzt, die durch Mischung mit Tonen aus den Gruben des Unternehmens unterschiedliche Qualitäten und Anwendungsmöglichkeiten erfahren. Die Zusammenarbeit mit anspruchsvollen Kunden wie dem ehemaligen Fliesenhersteller Gail Architekturkeramik hat dann auch die technische Entwicklung des Unternehmens stark beeinflusst.

Ende der 1970er Jahre begann, nach den Worten von Günther Schmidt, eine Zeit des Wachstums mit der Übernahme der Firma Müllenbach & Thewald aus Höhr-Grenzhausen. Das älteste Tonbergbauunternehmen Deutschlands verfügte über umfangreiche Rohstofflagerstätten sowie ein Mahlwerk in Siershahn. Weitere Übernahmen von Tongruben folgten, wie der Firma Marx Bergbau, und sorgten für eine Erweiterung der Produktpalette mit weiß- und hellbrennenden Tonen.

Die Dynamik in diesen Jahren war, nach den Worten von Stephan Schmidt, nur möglich durch die Treue zur Firmenstrategie in Bezug auf Familientradition. So konnten durch die Mitarbeit von Antonia Schmidt, Ehefrau von Günther Schmidt, die Märkte Italien und Frankreich erfolgreich erschlossen werden. Nach der Wende wurde dann auch der osteuropäische Markt mit Polen und Tschechien bedient. Zu den bedeutendsten Schritten in Sachen Expansion gehört nach den Worten der Geschäftsleitung der Bau verschiedener Masseaufbereitungsanlagen.

Mit allen Zukäufen ist es der Stephan Schmidt KG gelungen, die Verfügbarkeit von Rohstoffen für das Unternehmen auf über 100 Jahre zu sichern. In dritter Generation ist seit 2013 Stephan Schmidt jun. im Unternehmen, der als Schüler und Student an die Thematik herangeführt wurde. Er richtet gemeinsam mit seinen Schwestern Regina und Eva unter anderem ein Augenmerk auf die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe. So werden in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro in eine neue Pellet-Fertigung investiert, um diese Produktgruppe weiter zu stärken. Konkret will man in den nächsten zehn Jahren den Umsatz in verschiedenen Produktgruppen weiter steigern. Dies hat zur Folge, dass ein weiterer Aspekt, die Entwicklung im Bereich Personalstamm, für die Zukunft ausgerichtet wird. Hier bedient man sich seit Jahren erfolgreich auch der sozialen Netzwerke. Neben hochqualifiziertem Personal sind für Stephan Schmidt auch der Mitarbeiter und die Mitarbeiterin wichtig, die baggern, mischen und verladen. "Das Unternehmen funktioniert nur, wenn wir alle vertrauensvoll Hand in Hand arbeiten."

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