Der Basaltabbau war harte Arbeit - Willi Jungs Basaltstelen erinnern daran.
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Der Basaltabbau war harte Arbeit - Willi Jungs Basaltstelen erinnern daran.

Ein ungewöhnliches Projekt in Wilsenroth

Ein Zeugnis harter Arbeit

  • VonKlaus-Dieter Häring
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Willi Jung und sein Basaltstelen-Denkmal

Was hat Wilsenroth ihm nicht alles zu verdanken? Das Dorfwappen an der Mehrzweckhalle, den Florian am Feuerwehrgerätehaus, den Christopherus am Kindergarten oder die Silorutsche am Ortseingang in der "Silokurve" aus Richtung Frickhofen. Das Alles hat der Schlossermeister Willi Jung in seiner eigenen Werkstatt liebevoll hergestellt. Und sein jüngstes Projekt ist ebenfalls ein Hingucker und ein Zeugnis der Heimatgeschichte.

Idee entstand

im Jahr 2017

Willi Jung hat ein Basaltsäulen-Brecher-Denkmal geschaffen. Seine Art und Weise, an den mühevollen Basaltabbau im Westerwald zu erinnern. Und schon die Vorarbeit war eine Herausforderung. Mit der Idee im Jahr 2017 entstand auch eine Gruppe von Helfern, die Willi Jungs Idee nicht nur gut fanden, sondern sie auch tatkräftig unterstützen wollten. Nach ersten Gesprächen mit Franz Josef Kegler und Gerd Klink über die Frage nach der Machbarkeit und Umsetzung ging es auf die Suche nach Basaltsäulen.

In den Steinbrüchen in Linz, Dorndorf, Thalheim und Elbgrund wurde nach Passendem gesucht. Ohne Erfolg. Fündig wurde Willi Jung in Dreikirchen. Dort konnten insgesamt 48 Basaltsäulen in einer Größe von 0,60 Meter bis 1,30 Meter geholt werden.

Nachdem das Projekt gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Höfner besprochen und ein Standort gefunden worden war, konnte es losgehen. Zunächst wurde das Modell des Denkmals im Maßstab 1:10 gebaut und dem Ortsbeirat vorgestellt. Die Gemeinde kaufte das Gelände an der Ecke Hauptstraße/Waldstraße, wo einst das Haus der Familie Kanschik stand. Bevor das Denkmal dort aufgestellt wurde, haben die Verantwortlichen sich aber noch das Okay der Anwohner geholt.

Und dann ging es in Zusammenarbeit mit der Firma Deimling aus Astert ans Werk. Die Mitarbeiter begannen nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Dirk Pott mit ihren Arbeiten. Zwischenzeitlich wurde eine Stützmauer für die Basaltsäulen aus Beton erstellt, um der Basaltsäulenwand ausreichende Stabilität zu geben .

Willi Jungs Aufgabe war es, in seiner Werkstatt die Figur des "Säulenbrechers" aus einem nicht rostenden Blech anzufertigen. Für die farbliche Gestaltung des Säulenbrechers konnte er Marion Reichwein gewinnen, die diese Aufgabe kostenlos übernahm. Aber damit war die Gemeinschaftsarbeit noch nicht beendet: In Zusammenarbeit mit Franz-Josef Kegler wurde eine Informationstafel erstellt, auf der die Geschichte des Basaltabbaus in Wilsenroth erzählt wird. Für die Informationen zeichnen Benno Schopf und Willi Jung verantwortlich.

Bei allen Arbeiten konnte sich Willi Jung auf ehrenamtliche Helfer verlassen, zu denen noch Michael Türk, Rüdiger Reichwein, Benno Schopf, Josef Hof und Michael Jeuck gehörten.

Ein Euro pro

Zentimeter Basaltsäule

Insgesamt 30 000 Euro hat das Projekt gekostet, allein ein Zentimeter Basaltsäule kostet inzwischen einen Euro. Die Kosten für die Männer-Skulptur und die Vorplanungen hat Willi Jung übernommen. Er dankt Bürgermeister Andreas Höfner, der dieses Projekt als Denkmal einstufen ließ und somit finanzielle Unterstützung aus EU-Mitteln beschaffen konnte.

Und eines ist sicher: Dieses Denkmal wird nicht das letzte Werk von Willi Jung sein. Was er als nächstes plant, will er nicht verraten. Lediglich das Wort "Friedhof" war ihm zu entlocken. Klaus-Dieter häring

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