Bildung

Was Geflüchtete im Hessenpark lernen

Wie die Menschen in Hessen früher lebten, erfuhr eine Besuchergruppe aus Dornburg im Freilichtmuseum Hessenpark Neu-Anspach.

Die Flüchtlingshilfe Dornburg war mit 42 Flüchtlingen, zwei ehrenamtlichen Betreuern und der Flüchtlingskoordinatorin der Gemeinde Dornburg, Juditha Hering, in den Taunus gefahren.

Im Hessenpark wurden die Besucher von zwei Führerinnen in Empfang genommen, die in einfacher deutscher Sprache Spannendes und Überraschendes über das Leben in früheren Zeiten erzählten. Besonders interessant fanden die Gäste die Besichtigung des sogenannten „Rauchhauses“. Diese Häuser gab es bis ins 19. Jahrhundert. Die Menschen lebten auf engstem Raum. Ein offenes Feuer im Wohnraum diente sowohl als Heizung, als Kochstelle und zum Räuchern von Fleisch. Da es zu dieser Zeit noch keinen Schornstein gab, war das Haus stets voller Rauch. Seine Bewohner litten unter schweren Atemproblemen, ihre Lebenserwartung betrug nur 40 bis 45 Jahre. Im einzigen Bett im ganzen Haus schliefen vier Personen – im Sitzen, um besser Luft zu bekommen. Die Menschen aber glaubten damals, dass sich ein Geist auf ihre Brust legte, der „Alb“. Daraus entstand schließlich der deutsche Begriff „Albtraum“.

Ein weiterer Höhepunkt der Führung war für die Dornburger natürlich die Besichtigung der alten Frickhöfer Schule. Zum Schluss versammelten sich alle Besucher am Spielplatz zum gemeinsamen Essen und Rasten. Die Kinder freuten sich über die Spielgeräte. Viele Flüchtlinge hatten für eine ganze Mannschaft gekocht und verteilten das Essen an alle.

Im Anschluss war noch genügend Zeit für die Besucher aus dem Nassauer Land, den Park auf eigene Faust zu erkunden, Backwaren oder Souvenirs zu erwerben oder noch ein bisschen im schönen Ambiente des Marktplatzes zu entspannen, bevor es wieder Richtung Heimat ging.

(red)

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