Glückwunsch zum Wahlsieg: Der Mengerskirchener Rathauschef Thomas Scholz (links) gratulierte im Namen der Kreis-Bürgermeister seinem CDU-Parteikollegen Andreas Höfner.
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Glückwunsch zum Wahlsieg: Der Mengerskirchener Rathauschef Thomas Scholz (links) gratulierte im Namen der Kreis-Bürgermeister seinem CDU-Parteikollegen Andreas Höfner.

Bürgermeisterwahl in Dornburg

Gegenwind ja, Wechselstimmung nein

Andreas Höfner (CDU) bleibt Bürgermeister von Dornburg, ist aber über das Wahlergebnis "irritiert"

Dornburg -Zwei Dinge irritieren den alten und neuen Bürgermeister Andreas Höfner am Tag nach seiner Wiederwahl besonders. Zum einen seine eigenen Christdemokraten. "Die haben mir einen Bärendienst erwiesen, und das auf allen Ebenen", sagt er. Dass die schlechten Nachrichten auf Bundes-, Landes- und Kreisebene das Wahlergebnis in Dornburg beeinflusst haben, steht für ihn außer Frage. Was Höfner allerdings noch mehr erstaunt, ist das Verhalten der Wähler in seiner Gemeinde. Denn bei einer Zustimmung von 60 Prozent müsse er davon ausgehen, dass rund 40 Prozent seine Prämisse, die sparsame Haushaltsführung, "für nicht erforderlich halten". Ganz leicht zu verstehen sei das nicht, aber so ist nun mal das Resultat. "Ich schaue jetzt nach vorne."

Dabei gebe es reichlich Anlass, den Blick in das Wahlergebnis zu versenken, findet sein unabhängig angetretener Herausforderer Michael Schröter. Immerhin habe Höfner verglichen zur letzten Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren ein Minus von 25 Prozentpunkten kassiert. Wenn das am Wahlabend kein Erdrutsch zuungunsten des Bürgermeisters gewesen sei, der doch immerhin mit einem Amtsbonus ausgestattet war, "was dann?", fragt Schröter.

Das andere Angebot wurde nicht genutzt

Nach seiner Einschätzung ist dieser Wert die Quittung für eine Politik, die in weiten Teilen der Bürgerschaft abgelehnt worden sei. Nur für einen Wechsel gereicht hat die Stimmung trotzdem nicht, räumt er ein. Ohne Groll und ohne Enttäuschung. "Alles ist gut. Der Wähler hat entschieden." Daran gebe es nichts zu deuten und nichts zu kritisieren. Aber anzumerken sei eben schon, dass der Bürger "ein Angebot für Veränderungen gehabt hätte", formuliert Schröter. "Ich hätte das Bestmögliche für Dornburg gemacht, und das relativ fix realisiert." Dennoch: Die Mehrheit der Wähler wollte diese Option nicht ziehen. "Vielleicht war die Zeit für den Wechsel noch nicht reif", meint der nun ehemalige Kandidat.

Dabei bahnen sich Schröter zufolge durchaus kleinere Wechsel und Veränderungen an. Sein Wahlkampf habe "Bewegung in einige Dinge gebracht". Beim Vorstoß etwa, Dornburg endlich im Kommunalen Bündnis "Klima-Kommune" festzudübeln. Dafür habe er sich eingesetzt - und dann, wie häufig während seines Wahlkampfs, erlebt, dass der Amtsinhaber das Thema für seine eigene Agenda übernahm.

Tatsächlich nennt Bürgermeister Höfner die Ausrichtung Dornburgs als Klima-Kommune neben der weiteren Dorferneuerung einen zentralen Punkt, den er in seiner bevorstehenden dritten Amtszeit verwirklichen will. Ein Aktionsplan müsse aufgestellt, Anpassungsmaßnahmen und energetische Sparkonzepte entwickelt werden. Dazu biete sich jetzt eine "Chance auf Fördermaßnahmen". Das soll angegangen werden.

Er werde sich das sehr genau anschauen und analysieren, sagt Michael Schröter. Schließlich habe er seit Sonntagabend eine andere Perspektive eingenommen. "Ich bin jetzt wieder der Zuschauende", formuliert er. Dabei wird er möglicherweise auch miterleben, dass Andreas Höfner ein wenig bürgernäher wird, wie es sich Ottmar Baron, Fraktionsvorsitzender der SPD, am Tag nach der Wahl wünscht. Er müsste "ein bisschen mehr auf die Leute zugehen", empfiehlt er dem alten und neuen Chef im Rathaus für seine dritte Amtszeit. "Lockerer agieren", lautet der Tipp des SPD-Mannes.

Aber warum sollte Höfner das, fragt sein ehemaliger Herausforderer Schröter. Nach seiner nächsten Amtszeit wird der Bürgermeister nicht erneut antreten. Warum sollte er also jetzt große Veränderungen anstreben, anstatt ein "munteres Weiter-so" zu pflegen? Zumal die Mehrheit der Wähler Höfner keinen Auftrag zum Politikwechsel erteilt hat.

Andreas Höfner selbst beurteilt das in gewohnter Sachlichkeit. Ja, nach den bevorstehenden sechs Jahren seiner erneuten Amtszeit werde er sich in den Hintergrund zurückziehen. Einstweilen aber gibt er zu Protokoll, dass es für die Kommune unter haushalterischen Gesichtspunkten immer günstiger ist, den Amtsinhaber weiterhin zu behalten. "Ein neuer Bürgermeister kostet immer erst einmal viel Geld - und der alte auch", sagt er.

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