In April Wynters Roman "Das Gift der Mondlilie" steht die Drachin Amina der 16-jährigen Ally bei ihren gefährlichen Abenteuern zur Seite. Das Fantasy-Buch wurde jetzt für den Deutschen Phantastikpreis nominiert. Die Entscheidung fällt im Mai.
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In April Wynters Roman "Das Gift der Mondlilie" steht die Drachin Amina der 16-jährigen Ally bei ihren gefährlichen Abenteuern zur Seite. Das Fantasy-Buch wurde jetzt für den Deutschen Phantastikpreis nominiert. Die Entscheidung fällt im Mai.

Alexa Gothe aus Thalheim ist April Wynter

"Ich mag starke Heldinnen"

Heimische Autorin wird mit ihrem Roman für Deutschen Phantastikpreis nominiert

Unter ihrem Künstlernamen April Wynter hat die aus Thalheim stammende Alexa Gothe eine fantastische Abenteuerwelt erschaffen. "Das Gift der Mondlilie" ist der Auftakt einer vierteiligen Serie, in der die 16-jährige Ally und das Drachenmädchen Amina die Hauptrollen spielen. Der im Oktober erschienene 372 Seiten starke Roman wurde nun für den Deutschen Phantastikpreis "Seraph" nominiert. "Das ist eine riesengroße Ehre für mich", freut sich die 27-jährige Autodidaktin. Die Nominierung zeige ihr doch, dass es sich gelohnt hat, so viele Jahre an dem Projekt zu arbeiten.

Die Urfassung von "Das Gift der Mondlilie" schrieb Alexa Gothe als Teenager. Nachdem sie ihre Mittlere Reife in der Tasche hatte, verbrachte sie ein freiwilliges soziales Jahr auf einem Bauernhof. Vieles von der dort erlebten Naturverbundenheit floss in die Geschichte ein, und die Protagonisten Ally zeichnete sich durch Wesenszüge aus, die Alexa Gothe an sich selbst damals vermisste. "Auch wenn Ally erst 16 Jahre alt ist, so besitzt sie doch bemerkenswerten Mut und Entschlossenheit", beschreibt die Autorin ihre zentrale Gestalt.

In der Fantasy-Reihe geht es um eine Jugendliche, deren Familie auf grausame Weise ermordet wird. Einzig ihr Bruder überlebt, wird jedoch von einem bösen schwarzen Magier, der sich den Thron unter den Nagel gerissen hat, gefangengenommen. Ally begibt sich auf die abenteuerliche Reise in die Hauptstadt des Reiches Jadera, wo sie ihren Bruder befreien kann.

Unterstützt wird sie von der zahmen Drachin Amina. Auch der draufgängerische Straßenräuber Devan erweist sich bald als guter und treuer Kamerad. Ally und ihre Mitstreiter haben sich vorgenommen, den Despoten zu stürzen und die rechtmäßige Thronerbin zu finden. Könnte Ally selbst diese Prinzessin sein? Sie ist nicht die Einzige mit Ambitionen auf die Herrschaft in Jadera. Ehe sie sich versieht, findet sich das mutige Mädchen in einem Dickicht von Intrigen der weiteren Thronanwärterinnen wieder, während die Schergen des schwarzen Magiers Jagd auf sie machen.

Ist Ally zu Beginn der Geschichte noch verträumt und unwissend, wird sie im Fortgang der Handlung immer stärker und mutiger. "Dabei hat Ally für jeden ein offenes Ohr, und Gerechtigkeit geht ihr über alles. Meine Heldin reift zu einer Persönlichkeit, die ich als Jugendliche selbst gern gewesen wäre", sagt Gothe.

Die Autorin legt großen Wert darauf, in ihrer Romanreihe eine Vielfalt von Gesellschaften und Kulturen vorkommen zu lassen. "Ich beschreibe keine Stereotypen, das macht es spannend", sagt sie. So spielt der Auftakt des Vierteilers in einer waldreichen Landschaft, wie man sie von Schottland her kennt. Der zweite Teil (erscheint im Juli) entführt den Leser in eine Unterwasserwelt. Im dritten Teil nimmt das Element Feuer eine wichtige Rolle ein, und im Finale erleben April Wynters Helden Abenteuer in luftiger Höhe in einer schwebenden Stadt.

Die Autorin liebt die kreative Freiheit, die ihr das Genre der fantastischen Literatur gibt. "Obwohl man sich mit den handelnden Charakteren leicht identifizieren kann, so begibt man sich doch auf eine Reise ins gänzlich Unbekannte und entdeckt völlig fremde Welten", sagt sie. Und trotzdem greife die Geschichte Themen aus dem Alltag auf.

In ihrem Berufsleben hatte Alexa Gothe jahrelang mit Finanzen zu tun. Inzwischen verdient sie ihr Geld hauptsächlich im Bereich des online-Marketings. Zudem betreibt sie einen Blog mit Tipps für andere Autoren. In einem dieser Artikel stellte sie fünf Literaturpreise für verlagsunabhängige Schriftsteller vor.

Einer davon ist der seit zehn Jahren von der Phantastischen Akademie ausgelobte "Seraph". Daher beschloss sie, sich selbst um den Seraph zu bewerben. Im Dezember reichte sie das Exposé und eine Leseprobe vom "Gift der Mondlinie" ein. Ende März kam die Nachricht, dass es ihr Roman in die engere Auswahl für den besten Independent-Titel geschafft hat. Ob sie sich gegen die acht Mitkandidaten durchsetzen konnte, wird Ende Mai bekanntgegeben.

"Das Gift der Mondlilie" kostet 13,90 Euro und kann über den Buchhandel bestellt werden (ISBN 978-3-751-99932-8).

Kerstin Kaminsky

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