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Ein kurze Prüfung des Schadens zeigt: Der Wagen ist fahruntüchtig.

Reifen zerstochen

Karnevalswagen mutwillig beschädigt

Ein trauriges Ende nahm der diesjährige Karneval für die Mitglieder des FC Dorndorf. Denn anstatt mit ihrem dekorierten Wagen durch den Ort zu rollen, marschierten die Jugendlichen zu Fuß. Unbekannte Täter hatten ihren Motivwagen in der Nacht zum Rosenmontag zerstört.

Es sollte der große Auftritt der Fußballer vom FC Dorndorf sein. Monatelang hatten die Sportler an ihrem Wagen gebastelt, mit dem sie am Rosenmontag ab 14:11 Uhr durch das Dorf rollen wollten. „Alle Beteiligten hatten nur eines im Sinn, den Fastnachtsumzug in Dorndorf im Sinne einer intakten Dorfgemeinschaft mit ihrem Zutun zu bereichern“, formuliert einer der Sportler. „Off de Oiwern“ prangt auf dem Fastnachtsmobil, einem zu anderen Zeiten landwirtschaftlich genutzten Anhänger, den die Narren sich geliehen und in der Scheune eines Dorndorfers umgestaltet hatten. Der Rosenmontagszug fand statt. Doch der Wagen vom FC Dorndorf rollte nicht. Wegen einem „unfassbaren Vorfall aus der Nacht zum Rosenmontag“, berichtet Wolfgang Blaum, Vorstandsmitglied des Sportvereins. Irgendwann zwischen Sonntagmittag und Montagvormittag waren Unbekannte in die Maschinenhalle jenes Hofs eingestiegen, dessen Eigentümer den Jugendlichen den Schuppen für ihre Arbeit überlassen hatte. Die Unbekannten zerstachen zwei Reifen des Anhängers. Der Wagen wurde fahruntauglich. Eine schnelle Reparatur war nicht möglich.

Spontane Planänderung

Der Elan und die Freude, mit sich der die FC-Mitglieder engagiert hatten, schien „einem unbekannten Missgünstling nicht gefallen zu haben“, kommentiert Wolfgang Blaum. Tatsächlich waren nicht nur die Reifen zerplatzt, sondern auch die Aussicht auf einen fröhlichen Beitrag zur Brauchtumspflege. Zunächst jedenfalls. „Wem wollten die Täter schaden?“ fragt Blaum. Die ganze Sache sei „überhaupt nicht nachvollziehbar“. Einen Anlass, mit dem der Verein andere Bürger verärgert haben könne, sieht der Mann vom Vorstand nicht.

Dass sich die Dorndorfer Fußballer aber durch diese Sabotage endgültig aus dem Fastnachtstrubel hinauskicken ließen, dazu kam es nicht. Darauf sei der Verein stolz. Die Spieler ließen sich trotzdem „die Stimmung nicht vermiesen und nahmen spontan als Fußgruppe an dem Umzug teil“, sagt das Vorstandsmitglied. Mit kleinen Bollerwagen für ihren Karnevalsproviant reihten sie sich in den etwa 25 Nummern umfassenden Umzug durch ihr Dorf.

Der beschädigte Karnevalswagen wurde zwischenzeitlich „ohne jegliche Zweckerfüllung wieder abgebaut“, berichtet Blaum. Der FC Dorndorf werde dem Eigentümer des Anhängers den entstandenen Schaden von rund 600 Euro ersetzen. Außerdem habe der Vorstand des Vereins entschieden, Strafanzeige zu erstatten. Die Tat sei kein Karnevalsscherz: „Der FC Dorndorf bittet um Hinweise auf den oder die Täter und setzt für dessen/deren Ergreifung eine Belohnung von 250 Euro aus.“ abv

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