Bürgermeisterkandidat Michael Schröter möchte künftig die Richtung angeben.
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Bürgermeisterkandidat Michael Schröter möchte künftig die Richtung angeben.

Die Wahl zum Bürgermeister in Dornburg

Michael Schröter: "Hier gehöre ich her"

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Herausforderer Michael Schröter erzählt, was ihn antreibt und dass er auf Team-Arbeit setzt.

Dornburg -Michael Schröters Lieblingsplatz ist das Plateau der Dornburg. Ein schmaler Weg zieht sich dort oberhalb von Wilsenroth durch die Wiesen, führt entweder zum Hildegardisfelsen oder über eine Obstwiese zur Abbruchkante des Steinbruchs. Ein herrliches Ambiente, findet er und schaut sich um. An diesem Nachmittag bietet die Natur sogar ein Zusatzprogramm, das die augenblickliche Lebenssituation von Michael Schröter sehr gut beschreibt: Ganz oben über der Hügelkuppe fliegt ein Vogelschwarm, hält in seiner Bewegung inne und formiert sich neu. "Entweder die ändern die Flugrichtung, oder sie haben den Anführer gewechselt", kommentiert Schröter.

Das passt. Denn genau das will er auch. Michael Schröter will die Richtung in seiner Heimatgemeinde Dornburg ändern, und dafür will er die Führung übernehmen. Der 58-jährige Produktmanager einer Sachverständigenorganisation tritt an, um Bürgermeister zu werden. Nach der Wahl am Sonntag, 14. März, will er ins Rathaus von Frickhofen einziehen.

Loyal, kompetent und zielstrebig

Die Qualifikationen, um das Amt des Bürgermeisters gut auszufüllen, habe er, sagt Schröter. Er sei offen, loyal, kompetent und verantwortungsbewusst - und zielstrebig. "Wenn ich ein Hindernis vor mir habe, dann gehe ich es an. Dann tüftele ich aus, wie ich es überwinden kann." Dann könne ein Berg gar nicht steil genug sein, zumal wenn man ein Team im Rücken habe, auf das man sich verlassen kann, sagt er.

Michael Schröter ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Die beiden Frauen bilden sein Kern-Team. Dazu kommen noch eine Handvoll weiterer Unterstützer, mit denen er zusammenarbeitet. Zum Beispiel als er die Themen, die ihm für Dornburg am Herzen liegen, zusammengetragen, strukturiert und aufbereitet hat. Wie etwa mehr Bürgerbeteiligung und eine größere Stärkung des Ehrenamts, ein besseres Angebot für Jugendliche und die forcierte Entwicklung der Dorfkerne. "Ich gebe ein paar Schlagworte vor", und anschließend werde gemeinsam daran gearbeitet. Gemeinsam, das ist ihm wichtig. Mit anderen für ein festgestecktes Ziel zusammenarbeiten, das zieht sich durch sein Leben. "Ich scheue mich nicht, vorne zu stehen", sagt er. Aber das heiße ja nicht, dass er keine Mannschaft hinter sich braucht. "Ich brauche ein starkes Team, und das habe ich auch."

Seit rund 40 Jahren lebt Michael Schröter, der ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, aus Recklinghausen, stammt, im Westerwald. Zunächst als Zeitsoldat etwa 13 Jahre in einer Bundeswehrkaserne in Westerburg, dann mit seiner Frau in Rennerod und seit 1998 lebt er in Wilsenroth. Das ist seine Heimat, sagt er. "Hier gehöre ich her."

Mit Kitsch habe das nichts zu tun. Die Landschaft, die Natur und die Ruhe, die er hier erlebe, "das alles gibt mir Kraft zum Auftanken". Wenn er über die Autobahn fährt und die Hügel des Westerwalds sieht, "dann ist alles gut". Schröter ist viel unterwegs für sein Unternehmen, für das er seit dem Jahr 1994 in verschiedenen Aufgabenbereichen tätig ist.

Schubladen mit neuen Inhalten füllen

"Mein Wirkungskreis hat sich im Laufe der Zeit vergrößert", sagt er. Dass er an manchen Tagen in zwei oder drei Großstädten ist, sei längst Alltagsroutine. Er sei flexibel und belastbar, sagt Schröter. Arbeit fordere ihn heraus, und diese Herausforderungen mag er. Sich auf etwas Neues einzulassen, liege ihm. In Situationen "neu einpendeln" nennt er das.

Und das soll jetzt auch in Dornburg geschehen, sagt der Mann, der zwar als Bürgermeister parteiunabhängig antritt, aber dennoch das Parteibuch der CDU besitzt. Schließlich waren es die Christdemokraten, die ihn vor etwa 20 Jahren ansprachen und fragten, ob er nicht mitmachen wollte bei der Lokalpolitik. Michael Schröter wollte, stieg ein und nahm in kürzester Zeit Fahrt auf, erzählt er. "Von null auf hundert" sei er im Gemeindevorstand gewesen. Dann sprang er als CDU-Vorsitzender ein, und ab dem Jahr 2006 war er zehn Jahre lang stellvertretender Bürgermeister, seit vier Jahren ist er Ortsvorsteher von Wilsenroth.

In Frickhofen kenne er "jede Schublade des Schreibtischs im Bürgermeisterzimmer", sagt er. Die will er nach der Bürgermeisterwahl im März mit neuen Inhalten füllen. Dass es dazu kommt, hält er für möglich. "Die Rückmeldungen der Bürger sind prima." Und wenn nicht? "Dann switche ich um." In jedem Fall aber wird Michael Schröter sich in einer neuen Situation einpendeln.

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