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SPD fordert Wiederbelebung

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Von: Anken Bohnhorst

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Allein in Frickhofen stehen 36 Immobilien leer, darunter dieses Haus in der Egenolfstraße. Verkaufen wollen die Eigentümer jedoch alle nicht.
Allein in Frickhofen stehen 36 Immobilien leer, darunter dieses Haus in der Egenolfstraße. Verkaufen wollen die Eigentümer jedoch alle nicht. © privat

84 leere Häuser, knapp 200 unbebaute Grundstücke - Blick nach Wallmerod könnte helfen

Dornburg -Knapp 200 Grundstücke in der Gemeinde Dornburg sind unbebaut. 84 Häuser stehen leer. 36 davon allein in Frickhofen, dem größten Ortsteil. Das ergibt sich aus dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK), das Planungsbüro im Dezember dieses Jahres vorgestellt hat und das dieser Zeitung vorliegt. Gleichzeitig wird in der rund 8500 Einwohner zählenden Gemeinde dringend Wohnraum benötigt, um insbesondere jungen Familie dort eine Perspektive zu eröffnen.

Verwaltung soll Programm erarbeiten

Die Verwaltung muss handeln, fordern daher die Dornburger Sozialdemokraten und haben für die nächste Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstag, 25. Januar, einen Antrag zur Bekämpfung dieser Leerstände gestellt. "Die Gemeinde soll ein Programm auflegen, mit dem der Kauf von leerstehenden Häusern durch Private zu Wohnzwecken finanziell gefördert wird", sagt SPD-Fraktionsmitglied Karlheinz Wagner. Damit wolle man verhindern, dass die Dorfkerne weiter aussterben, die Bausubstanzen bröckeln und die Ortsmitte zunehmend unattraktiv wird."

Als Vorbild könnte der Gemeinde Dornburg die nur wenige Kilometer entfernte, rheinlandpfälzische Kommune Wallmerod dienen, findet Wagner. Die Verbandsgemeinde im Westerwald hat bereits im Jahr 2004 ein Programm aufgelegt, um der Verödung der Dorfkerne entgegenzuwirken. "Leben im Dorf - Leben mittendrin" heißt das Konzept zur Wiederbelebung der Ortskerne. Seit Jahren fördert Wallmerod mit diesem Programm den Erwerb und die Sanierung alter Bausubstanz, die Bebauung von Baulücken, den Abriss alter Gebäude und den Neubau an gleicher Stelle innerhalb des Ortes. Tatsächlich sind laut Homepage der Verwaltung bereits mehr als 300 Förderobjekte in der Verbandsgemeinde Wallmerod realisiert worden. Davon haben nach Angaben der Verwaltung in rund 70 Prozent der Fälle junge Familien mit einem oder zwei Kindern profitiert.

"Warum soll das, was in Wallmerod funktioniert, nicht auch in Dornburg möglich sein?", fragt Ottmar Baron, SPD-Fraktionsvorsitzender im Dornburger Parlament. "Wenn Dornburg hier nichts tut, schreitet der Verfall der Ortskerne immer weiter voran. Um dies zu verhindern, muss die Gemeinde jetzt aktiv werden." Deshalb hoffen die Sozialdemokraten "auf breite Zustimmung für unseren Antrag", sagt der Fraktionschef.

Wie genau eine Förderung der Ortskerne erfolgen soll und in welchem Umfang sie geleistet werden kann, darüber soll der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Gemeindevertretung befinden.

anken bohnhorst

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