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Rainer Hecht, Ulrich Lenz und Johannes Weber bezeichnen sich selbst als ?jahrelange Friedensaktivisten? und suchen nun nach Gleichgesinnten in der Region zur Gründung eines Vereins der ?Friedenswerkstatt Sophie Hedwig?.

Friedenswerkstatt

Mal eben noch die Welt retten

Die neuere Friedensbewegung entstand schon Ende der 1970er Jahre. Doch: „Kriege sind an der Tagesordnunge“, heißt es bei der Gründungsversammlung von Aktivisten in Zollhaus. Die Teilnahme an Ostermärschen soll fest zum Programm gehören.

Im Kreml Kulturhaus fand am vergangenen Samstag das Gründertreffen der Friedenswerkstatt „Sophie Hedwig“ statt. Neben interessierten Bürgern gesellten sich auch Friedenaktivisten weiterer Organisationen wie „Bündnis Courage Diez-Limburg’“ der „Initiative Fight-for-Peace’“sowie „Bike for Peace and New Energies“ aus Kaiserslautern hinzu.

„Zur Stärkung der internationalen Friedensarbeit, wollen wir aus unserer Region heraus, sowie darüber hinaus, mit den Menschen zusammenarbeiten – unabhängig davon – ob sie dies aus politischen, philosophischen, religiösen oder anderen Beweggründen tun“, berichteten die drei Gründerväter Johannes Weber (Herold), Ulrich Lenz (Katzenelnbogen) und Rainer Hecht (Niederneisen) unisono.

„Wir suchen interessierte und engagierte Menschen, die sich gegen Kriege wenden, aus der Verpflichtung heraus gegenüber den Werten Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit, da wir wissen, dass eine andere Realität möglich ist“, erläuterten sie weiter und bezeichneten das

„Netzwerken“ als Ziel

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Aktuell gibt es auf der Welt viele Gebiete, in denen Konflikte, (Bürger-)kriege oder Gewalt an der Tagesordnung sind. Dazu zählen Syrien, Afghanistan, zahlreiche Staaten in Afrika, Asien oder Nahost, aber auch Kolumbien oder selbst die ungeklärte Lage in der Ukraine. „Kriege sind an der Tagesordnung. Aber die Menschheit darf keine Kriege mehr dulden“, beschreiben sie ihr Wirken in der Friedensbewegung. „Wir sehen die Friedenswerkstatt als Mittel, um im Dialog, über Demonstrationen oder Märsche friedlich auf solche Situationen aufmerksam zu machen“, schildern die drei Initiatoren ihre Absichten. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Deutschland einer der größten Rüstungsexporteure der Welt ist“, berichten sie weiter. „Darauf muss aufmerksam gemacht und gegengesteuert werden“.

Lenz, Weber und Hecht erklärten, dass sie selbst schon auf Kundgebungen in Ramstein oder Büchel unterwegs waren. „Unser gemeinsames Bestreben ist es, die Friedensarbeit in der heimischen Region zu beleben und interessierte Menschen aus dem Raum Diez, Limburg, dem Westerwald oder der Aar für unsere Friedenswerkstatt zu gewinnen“, so Ulrich Lenz.

Dann geht es darum, die Wünsche der Personen und die Form der Friedensarbeit auszuloten“, berichtet Ulrich Lenz weiter. „Regelmäßige Treffen und die Teilnahme an Ostermärschen sind beispielsweise schon fest geplant“, so der Friedensaktivist. Wie Lenz hoffen auch Rainer Hecht und Johannes Weber auf viele Menschen, die Friedensarbeit leisten wollen. Ziel der Friedenswerkstatt ist darüber hinaus die Ermittlung von Impulsen und Ideen, wie Friedensarbeit in die Praxis transportiert und gelebt werden kann. „Ohne Frieden ist alles nichts“, erklären die drei Aktivisten und bezeichnen die Region als betroffen. „Die ehemaligen Kasernen in Diez, die Übungsflüge im Westerwald oder die Munitionsfabrik in Nassau belegen, dass auch in unserer Region Themen existieren, über die man diskutieren muss“.

Der Name der Friedensinitiative geht im Übrigen auf die ehemalige Diezer Gräfin Sophie Hedwig zurück. Sophie Hedwig war es während des dreißigjährigen Krieges gelungen, durch Verhandlungsgeschick bei Gesprächen mit Truppenkommandeuren Plünderungen und Einquartierungen in der Stadt Diez und der Diezer Grafschaft zu verhindern. „Diese friedliche Intention und die Suche nach dem Dialog, gab uns den Ansporn, die Friedenswerkstatt nach ihr zu benennen“, berichteten die Initiatoren.

Auf die Frage, warum die Friedenswerkstatt gerade jetzt gegründet wird, verwiesen Johannes Weber auf ein Zitat von Rosa Luxemburg: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wer, wenn nicht wir?“.

Ein nächstes Treffen ist für den 24. Februar im Kreml geplant. „Dann geht es auch um organisatorische und strukturelle Dinge. Ziel ist es, einen Verein als Grundlage für die Friedenswerkstatt zu gründen“, erklärte Ulrich Lenz abschließend.

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