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Ein bisschen England, ein bisschen Japan

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Von: Rolf-Peter Kahl

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Die Begrüßung durch Christian Droop (vorne rechts ) am imposanten Eingang des Botanischen Gartens.
Die Begrüßung durch Christian Droop (vorne rechts ) am imposanten Eingang des Botanischen Gartens. © rpk

Ein Rundgang durch das Großprojekt in der Aar-Metropole

Hahnstätten -Als Christian Droop, der Eigentümer des Hahnstätter Wasserschlosses, im Juni 2013 die Pläne eines in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses - in seiner Funktion und in seinen Ausmaßen spektakulär erscheinenden „Erlebnis- und Kulturgartens“ - präsentierte, sprachen alle Beteiligten von einer imposanten Erweiterung des bestehenden touristischen Angebots - nicht nur für Hahnstätten und das Untere Aartal - sondern weit darüber hinaus.

Ehrgeiziges Projekt

Und nachdem die auf privater Investorenbasis gegründete Projektentwicklungsgesellschaft „Land- und forstwirtschaftlichen Betrieb botanischer Garten“ nur drei Monate später, während des Hahnstätter Marktes, den Spatenstich für das rund 3 Millionen Euro teure Projekt vollzog, stand dem optimistischen Fertigstellungstermin im Jahr 2015 eigentlich nichts im Wege. Bis dahin sollten in den Neuwiesen, zwischen der B 54 im Westen und der Trasse der Aartalbahn im Osten, der Jahnstraße im Süden und dem alten Mühlengelände im Norden der Park, durch einen großzügig dimensionierten, 4000 Quadratmeter großen Abenteuerspielplatz im Eingangsbereich (Jahnstraße) und einer etwa gleich großen Teichanlage im rückwärtigen Teil geprägt, entstehen. Doch zum Teil langwierige Genehmigungsverfahren oder zeitintensive Behördengänge standen dem anvisierten Eröffnungstermin entgegen. Somit ziehen sich die Bau-Aktivitäten bis heute - hinter verschlossenen Türen - dahin. Am Sonntag öffnete Christian Droop für rund 25 Leserinnen und Leser unserer Zeitung die Tür des Bauzaunes und machte den Weg zum zukünftigen, imposanten Eingangsgebäude des Botanischen Gartens möglich. Droop beschrieb zunächst die Raumaufteilung von Kasse, Restauration, Sanitärbereiche und Souvenirshop, die Raumhöhe von mehr als vier Metern, die Tortürme und die klassizistischen Elemente, die die Fassade zieren.

Danach lenkte er den Blick der Besucher vom Eingangsgebäude in den vorderen bis mittleren Gartenbereich, der in Form eines historischen Barockgartens ausgestaltet wird. Und unsere Leser konnten erahnen, dass es zum Konzept des Botanischen Gartens gehört, dass nicht nur die Sichtachse zu den umgebenden Straßen und Gebäuden unterbrochen wird. Es soll so sein, als wäre man von einem Wald umgeben. Geländeerhebungen und höhere Pflanzen sorgen dafür, dass sich aus verschiedenen Perspektiven ganz unterschiedliche Ansichten ergeben. Dagegen werden sich die 14 Themengärten und das Broderieparterre dem Betrachter zunächst verbergen, und erst nach und nach eröffnen. Ein Konzept, das den Besuch lange spannend halten soll.

Seebühne mit 500 Besucherplätzen

Im rückwärtigen, nördlichen Teil entsteht ein englischer Landschaftsgarten, der durch einen begehbaren, japanischen Felsengarten ergänzt wird, dessen höchste Höhe elf Meter erreicht. Andererseits kann man den Felsengarten, der durch modellierte Wasserläufe mit Wasserfällen gestaltet ist, durch einen Grottengang durchschreiten. Ein Highlight am Gewässer stellt die 200 Quadratmeter große Seebühne mit 500 Besucherplätzen dar. Hinter diesen fest eingerichteten Besucherrängen bietet eine in Hanglage eingerichtete Rasenfläche Platz für weitere bis zu 1500 Zuschauerplätze. Die Bühne soll nicht nur überregionalen und internationalen Künstlern ein Podium bieten können, sondern ist vor allem auch für Veranstaltungen der in der Verbandsgemeinde beheimateten Vereine, Orchester, Musikgruppen und anderer kultureller Einrichtungen gedacht.

Droop erklärte den Besuchern, dass er entgegen immer wieder aufkeimender Kritik hinsichtlich der Fertigstellung und des mehrfach verschobenen Eröffnungstermins, voller Zuversicht und mit Durchhaltevermögen gemeinsam mit einem kleinen Team von einer Handvoll Beschäftigten weiterarbeite. Und dass er als Koordinator des Projekts mittlerweile ohne Zeitdruck arbeiten konnte, hatte für ihn den Vorzug:„dass Pläne noch abgewandelt und angepasst werden konnten - und können“.

Sanierung des Nassauer Hofs

Natürlich hatten die Besucher am Sonntag eine Menge Fragen mitgebracht, die Droop alle beantwortete. So stand der Eröffnungstermin natürlich an erster Stelle und Droop ließ sich zu der Aussage bewegen: „Im kommenden Jahr - auch wenn dann einige Bereiche noch nicht fertiggestellt sind.“ Wann sich denn im See auch Wasser befinden würde, wurde wie nachfolgend beantwortet. „Wir haben die wasserrechtliche Genehmigung vom Hohlenfelsbach eine bestimmte Menge Wasser ableiten zu dürfen. Dies soll Ende September beginnen.“ Die Sanierungs- und Umbauarbeiten erworbener Immobilien außerhalb der Parkanlage -wie der ehemalige „Nassauer Hof“ - sollen zeitnah mit der Eröffnung angegangen werden.

Nach kompletter Fertigstellung des Projekts ist sich Droop sicher, dass die Ortsgemeinde Hahnstätten als Wohnstandort an Attraktivität gewinnt, es den in Hahnstätten ansässigen Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben nutzt, und durch den großzügig angelegten Spielplatz für die Kinder, sowie dem Mehrgenerationenspielplatz für die Bewohner der beiden Hahnstätter Seniorenanlagen, sozialen Aspekten Rechnung trägt.

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