Derzeit wird das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Hisgen in Montabaur entkernt. Mit den Umbauarbeiten wird in den nächsten Wochen begonnen.
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Derzeit wird das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Hisgen in Montabaur entkernt. Mit den Umbauarbeiten wird in den nächsten Wochen begonnen.

Es kommt Leben in die Stadtmitte von Montabaur

Ein Kaufhaus wird komplett entkernt

  • VonKlaus-Dieter Häring
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Sparkasse und Wohnungen am Konrad-Adenauer-Platz

Baulärm und ein großer Bauzaun rund um das ehemalige Kaufhaus Hisgen sorgen für viele Blicke der vorbeischlendernden Stadtbesucher im Bereich des Konrad-Adenauer-Platzes. Das ist ein Bereich, der zu den am stärksten frequentierten Bereichen von Montabaur gehört und der schon seit mehreren Jahren durch seinen Leerstand für ein negatives Bild sorgt. Das Kaufhaus Hisgen, erbaut in den 60er Jahren, prägt das Bild des Platzes allein durch seine Größe wie kein anderes Gebäude.

Nach der Geschäftsaufgabe des Modehauses wurden die oberen Geschosse nicht weiter genutzt. Lediglich im Erdgeschoss waren einzelne Einzelhandelsbetriebe untergebracht. Um sich den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, wurde für das am zentralen Konrad-Adenauer-Platz stehende viergeschossige Kaufhaus ein neues Nutzungskonzept entwickelt, wobei sogar ein Komplettabriss diskutiert wurde.

Das innovative Konzept sieht nun, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung, eine Mischnutzung für das zentralgelegene Gebäude vor. Das Objekt soll werterhaltend umgenutzt und revitalisiert werden und neben Geschäftsflächen auch individuelle Wohnlösungen anbieten.

Barrierefrei

in alle Geschosse

Die Planung sieht nach dem Architekturbüro Schäfer vor, dass das Gebäude im Bereich der Geschosse Erdgeschoss bis zweites Obergeschoss auf den Rohbau zurückgebaut, komplett kernsaniert und umfangreich umgebaut werden soll. Dabei sollen wesentliche Bauteile wie Decken und Stützen im Bestand erhalten bleiben, genauso wie der zentral gelegene massive Erschließungskern. Durch den Einbau eines neuen Aufzuges in den vorhandenen Schacht wird eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse ermöglicht. Weiterhin wird der Zugang durch ein zusätzliches, neugeplantes Treppenhaus ergänzt. Danach ist eine Aufstockung um ein weiteres Geschoss in Holzbauweise (Staffelgeschoss) möglich. Auch im Keller sind Umbaumaßnahmen geplant. Hierbei entsteht neben Nebenräumen wie für die Technik eine Tiefgarage mit 23 Auto-Stellplätzen.

Ein Anbau

im Süden

Ergänzend zu den geplanten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen ist ein an die vorhandene Kubatur anschließender Anbau im Süden des Objektes geplant, sodass Neubau- und Bestand eine architektonische Einheit bilden.

Die Neuentwicklung des ehemaligen Kaufhauses bildet einen Teilabschnitt der Neubebauung des Konrad-Adenauer-Platzes in Montabaur. In nordwestlicher Richtung schließt die Neubebauung der Grundstücke der Sparkasse Westerwald Sieg ("Bauabschnitt II") an, die nach derzeitiger Planung mit einem Abstand von mindestens sechs Metern zum Gebäude des ehemaligen Kaufhauses errichtet werden soll. Im Erd- und Obergeschoss sind auch nach dem Umbau des Kaufhauses Gewerbeflächen in fußläufiger und werbewirksamer Lage vorgesehen. Nach dem Rückbau der Fassade und der Entkernung der offenen Verkaufsgeschosse sollen in den darüber liegenden zwei Obergeschossen 18 Wohnungen entstehen. Abgerundet wird die Sanierung der bestehenden Geschosse durch das neu geplante Staffelgeschoss mit weiteren vier Wohnungen. Für die Gewerbeeinheit der Kreissparkasse ist in den unteren beiden Geschossen ein interner Aufzug vorgesehen, welcher die barrierefreie Erschließung der Flächen direkt aus der Tiefgarage Süd ermöglicht.

Im Erd- und Obergeschoss wird die Sparkasse Westerwald-Sieg Ihre Geschäftsstelle einrichten, darüber entstehen 22 Eigentumswohnungen, die alle schon verkauft sind.

Der Investor ist Dirk Scheerer aus Vallendar, der ein besonderes Augenmerk darauf legt, dass regionale Firmen in und um Montabaur die Aufträge erhalten.

Dank der guten Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Montabaur und der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises konnte innerhalb von vier Monaten eine Baugenehmigung mit Beginn Januar 2021 erwirkt werden. Beginn der Bauarbeiten war im April 2021, wobei aktuell der Rückbau und die Entkernung stattfinden, im Juni werden die Fassaden zurückgebaut und ab Juli beginnen dann die Anbaumaßnahmen Richtung Rewe. Die Außentreppe wurde schon zurückgebaut und die Baugrube ebenfalls schon freigelegt. Es wird mit einer Bauzeit von 22 Monaten mit Fertigstellung Frühjahr 2023 gerechnet. klaus-dieter häring

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