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Einen Ausbruch der Schweinepest verhindern

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Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Marco Hepp (links), und der Erste Kreisbeigeordneter Jörg Sauer wollen die Afrikanische Schweinepest aus dem Landkreis Limburg-Weilburg heraushalten.
Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Marco Hepp (links), und der Erste Kreisbeigeordneter Jörg Sauer wollen die Afrikanische Schweinepest aus dem Landkreis Limburg-Weilburg heraushalten. © Landkreis

Landkreis Limburg-Weilburg und Kreisbauernverband setzen auf Hygieneregeln.

Limburg-Weilburg -Im heimischen Landkreis Limburg-Weilburg ist im Gegensatz zu anderen deutschen Regionen die Afrikanische Schweinepest bisher nicht registriert worden. Damit das so bleibt, bitten Landkreis und Kreisbauernverband, keine Fleisch- und Wurstabfälle in die Natur zu werfen und auch keine Hausschweine damit zu füttern. Ebenfalls sollte in den Betrieben, wie Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer (SPD) und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Marco Hepp, übereinstimmend erklären, auf die Einhaltung der Hygienevorschriften noch penibler als sonst geachtet werden. Hausschweine können sich nämlich auch über verseuchte Kleidung, Gerätschaften und Futtermittel mit der zumeist für die Tiere tödlichen Krankheit infizieren. Jörg Sauer stellt aber klar: "Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich, auch beim Kontakt mit kranken Tieren oder dem Verzehr von Fleisch solcher Tiere."

Die Afrikanische Schweinepest hat seit 2020 die Wildschweinbestände in Sachsen und Brandenburg erheblich dezimiert, seit die Virusinfektion aus Osteuropa kommend Deutschland erreicht hat. Bislang konnte durch massive Bekämpfungsmaßnahmen eine weitere Ausbreitung der Seuche in westliche Richtung und ein Überspringen auf Hausschweinbestände weitestgehend verhindert werden. Umso erschreckender sind nun die Meldungen von Schweinpest-Ausbrüchen in Hausschweinbeständen in Baden-Württemberg im Mai dieses Jahres und aktuell auch in Niedersachsen. In beiden Fällen ist bis heute unklar, wie das Virus in die Bestände eindringen konnten. Untersuchungen von Wildschweinen in der Umgebung verliefen ergebnislos. Die Vermutung liegt daher nahe, dass das Virus in die Betriebe nicht durch Tierkontakte kam, sondern das Virus auf andere Weise in die Hausschweinbestände eingedrungen ist.

83 Schweinehaltungen mit mehr als 14 000 Tieren

Darum bitten Jörg Sauer und Marco Hepp, Betriebsinhaber und -Besucher sowie alle Bürgerinnen und Bürger, derzeit besonders vorsichtig zu sein und wichtige Verhaltensregeln einzuhalten. Denn im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es, wie Marco Hepp erklärt, immerhin 83 Schweinehaltungen mit mehr als 14 000 Tieren. 64 Betriebe davon halten weniger als 100 Schweine. Darunter sind auch reine Haltungen für den Eigenbedarf oder Hobbyhaltungen. Wie Sauer betont, gelten dort die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie bei den großen Beständen.

Für Haus- und Wildschweine verlaufe eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest fast immer tödlich. Impfungen gibt es nicht. Darum ist die Eindämmung der Seuchenausbreitung, wie Sauer erläutert, derzeit die wichtigste Bekämpfungsmaßnahm. Dabei kann die Übertragung über verschiedene Wege erfolgen. Bei Wildschweinen ist es meist der direkte Kontakt von Tier zu Tier, der die Infektionskette aufrechterhält. "Die Übertragung auf Hausschweine kann neben direktem Tierkontakt auch noch viele weitere Ursachen haben", sagt Hepp. So seien Übertragungen nachweislich über kontaminierte Materialien wie beispielsweise landwirtschaftlich genutzte Geräte, Futtermittel, Kleidung und Schuhe oder auch Jagdutensilien möglich. Sauer: "Da das Virus über viele Monate in infiziertem Fleisch und in Wurstwaren infektiös bleibt, geht besonders von für Schweine frei zugänglichen Speiseabfällen eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus". Von daher appellieren Landkreis und Kreisbauernverband, beim Betreten eigener und fremder Betriebe, an die Übertragungsmöglichkeiten durch Kleidung und Gerätschaften zu denken und die geltenden Hygienebestimmungen einzuhalten.

Über weggeworfene Fleischreste oder Wurstbrote könne die Schweinepest in Regionen gebracht werden kann, wo sie bisher noch nicht vorkommt, sagt Marco Hepp. Es liege im eigenen Interesse der Betriebe, bei der Vorbeugung penibel zu sein, denn wenn Limburg-Weilburg einmal zum Schweinepest-Gebiet würde, werde sich das äußerst negativ auf Absatz und zu erzielende Preise auswirken, trotz genauester Kontrollen und lückenloser Blutuntersuchungen der zu verbringenden Tiere. Weitere Infos gibt es zu den Vorbeugungsmöglichkeiten gibt es auf der Homepage des Landkreises. red

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