Eingriffe in die Natur

Auf Einladung von NABU, BUND und „Ja zur Aar“ trafen sich dieser Tage knapp 70 Interessierte, um den Korridor der geplanten Umgehungsvariante IV in Flacht und Niederneisen zu erwandern.

Nach den gut besuchten Veranstaltungen des Landesbetriebes Mobilität (LBM) in Flacht und Niederneisen, die im Rahmen der Bürgerinformation im Vorfeld zur Eröffnung des Raumordnungsverfahrens stattfanden, war das Interesse am Verlauf der Streckenführung der Variante IV sehr groß.

Eingeladen hatten NABU, BUND und der Verein „Ja zur Aar“, um allen Interessierten ein möglichst konkretes Bild des geplanten Verlaufs vor Augen zu führen. Anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen des LBM, aus denen an markanten Punkten der Wanderung zitiert wurde, konnte jeder sich ein Bild darüber machen, was bei einem Bau der Umgehungsstraße an landschaftlichen Einschnitten und Veränderungen zu erwarten sein wird.

Die Wanderung begann am Holzheimer Sportplatz unter der Führung von Manuela Schäfer, die sich seit vielen Jahren für Umwelt und Naturschutz im Aartal einsetzt und auch im Verein „Ja zur Aar“ aktiv ist.

„Das zu erwartende Brückenbauwerk, das über die Aar und die Gleiskörper führend von der aktuellen B 54, über Teile des Holzheimer Sportplatzes gehen wird, steigt hinter dem Marmorwerk kurz in Flacht bergauf und wird mit einer anzunehmenden Höhe von zehn bis zwölf Metern die Landschaft in starkem Ausmaß prägen. Im Verlauf der Strecke wird laut LBM-Unterlagen bergauf mit einer dreispurigen Fahrbahn geplant, die eine sogenannte Kriechspur für Lkw vorsieht.“

Im weiteren Verlauf durchwanderte die Gruppe die östliche Aaraue, wo ein weiterer Halt der Wanderung stattfand. In dieser beschaulichen Umgebung soll eine Dammaufschüttung in Höhe von neun Metern erfolgen, hieß es. Im weiteren Verlauf der Strecke sind mehrere Geländeeinschnitte und weitere Dammaufschüttungen, zum Beispiel im Lohrbachtal oder am Wohngebiet „Im Woog“ geplant.

Am deutlichsten wird die Veränderung für Mensch und Natur in Niederneisen erfolgen, wo die Umgehung sehr nah an der bestehenden Wohnbebauung vorbeiführen soll.

„Hier wird deutlich, dass es sich tatsächlich um eine Verschlechterung für alle Bewohner im Aartal handelt, denn man muss nicht viel von Physik und den Prinzipien der Ausbreitung von Lärm verstehen, um zu erkennen, dass in der gesamten Wohnbebauung von Flacht und Niederneisen von einem deutlichen Anstieg der Lärmbeeinträchtigungen ausgegangen werden muss“, so Manuela Schäfer weiter.

Zum Abschluss führte die Wanderung entlang des Aar-Höhenweges und durch das Stiftungsgebiet „Dr. Walter Wirth“, wo nach einem Hangeinschnitt oberhalb des Radweges eine große Brücke in Richtung Gewerbegebiet Oberneisen geplant ist. Der Ausklang der Wanderung fand in Oberneisen im Hof der Hauptstraße 2 statt, wo bei Kaffee und Kuchen ein reger Austausch aller Beteiligten unter Einsicht in verschiedene Unterlagen stattfand.

Manuela Schäfer: „Wer sich immer noch nicht im Klaren ist, welch unglaubliche Veränderung dieses Bauvorhaben in unser Tal bringen wird, kann die Planungsunterlagen und Karten des LBM auf dessen Homepage anschauen (www.lbm.rlp.de/Bauprojekte/B-54-Ortsumgehung-Flacht-Niederneisen/Informationen). Gerne stehen auch die Ansprechpartner von „Ja zur Aar“ für Fragen und Antworten zur Verfügung.

Die Aktionen der Umweltverbände und von „Ja zur Aar“ stoßen bei den Anwohnern der Ortsdurchfahrten von Flacht und Niederneisen auf herbe Kritik. Sie hoffen durch die Umgehungsstraße auf Entlastung.

(nnp)

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