Das Baugebiet "Schulwald" wollen die Heuchelheimer nicht. Sie setzen auf eine 14 000 Quadratmeter große Fläche am Ortseingang.
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Das Baugebiet "Schulwald" wollen die Heuchelheimer nicht. Sie setzen auf eine 14 000 Quadratmeter große Fläche am Ortseingang.

Diskussion in Elbtal

Bürger lehnen Bauprojekt "Schulwald" ab

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Ein- und Mehrfamilienhäuser geplant. 130 Euro sollen pro Quadratmeter fällig sein.

Elbtal -Ob im Ortsteil Heuchelheim das Neubaugebiet "Schulwald" erschlossen und entwickelt wird, bleibt mindestens bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 7. Oktober unklar. Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich am Mittwochabend nicht auf einen Beschluss einigen. Das Konzept des Investors Mathias Schlimm aus Langendernbach stieß bei der CDU auf Skepsis und bei den anwesenden Heuchelheimern auf breite Ablehnung.

Dabei ist das Bauvorhaben in Heuchelheim keineswegs ein spontanes Projekt. Der Bebauungsplan datiert aus dem Jahr 2005, und Schlimm ist bereits der dritte Kandidat in drei Jahren, der sich im Schulwald engagieren will. Seine Vorgänger hätten den Bebauungsplan "recht verstaubt" gefunden, sagte Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos). Der Gemeinde selbst sei die Erschließung zu teuer gewesen. Daher sei er froh, dass jetzt ein Investor gefunden wurde, der das Areal erschließen und die finanziellen Risiken übernehmen will.

Das Baugebiet "Schulwald" umfasst elf Grundstücke; drei weitere Grundstücke, die in die Gesamtfläche fallen, befinden sich in Privatbesitz und stehen nicht zur Verfügung. Alle Bauplätze liegen an der Straße "Über der Gansweide", die Größe variiert von 530 bis 760 Quadratmetern. Geplant seien acht Einfamilienhäuser und im unteren Teil des Gebiets drei Mehrfamilienhäuser mit höchstens vier Wohneinheiten, sagte Schlimm. Der Quadratmeterpreis ist mit 130 Euro angesetzt. Der ursprüngliche Bebauungsplan müsse geringfügig geändert, nach Einschätzung des Investors den jetzigen Gegebenheiten angepasst werden, etwa bei der Dachneigung, die damals mit 35 bis 45 Grad festgelegt wurde. Heute erhielten Flachdächer den Vorzug. Umgesetzt werden solle sein Konzept "zeitnah", betonte Schlimm. Unter Berücksichtigung der Bauplanänderung "könnten wir in einem Jahr starten".

Elbtaler zeitlich

bevorzugen

Welche Bewerber beim Grundstückskauf zum Zug kommen und ob es Kriterien für die Bauplatzvergabe gibt, solle im städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde vereinbart werden, beantwortete der Investor eine Frage der CDU-Fraktionsvorsitzenden Irmgard Claudi. Lehnert plädierte dafür, Elbtaler Interessenten zu bevorzugen und ihnen einen zeitlichen Vorsprung zum Kauf einzuräumen. Auf Dauer könne man aber den Investor nicht blockieren, um die Flächen für Bürger der Gemeinde zurückzuhalten.

Allerdings ist nach diesem Abend ohnehin fraglich, ob die Heuchelheimer das Baugebiet wollen. Der Quadratmeterpreis sei zu hoch, die Kanalisation würde überfordert und die Verkehrssituation in diesem Ortsteil verschlechtert, argumentierten die Bürger. Zudem entstünde eine Wohnanlage mit "Betonbunkern, die nicht zum Ort passen" und die Natur zerstören. Das lehnten die knapp 20 anwesenden Heuchelheimer ab, zumal jetzt eine Alternative aufgetaucht sei: Ein derzeit brachliegendes Ackergrundstück am Ortseingang nahe der L 3046, das zum Verkauf steht. Die Fläche sei mit 14 000 Quadratmeter doppelt so groß, aber wesentlich günstiger zu erschließen, meinte ein Bürger. Dass diese Erschließung jedoch drei oder vier Jahre dauern könnte, also wesentlich länger als am Schulwald, hielt die Bürger von dieser Variante nicht ab.

Auch der Einwand von Lehnert und Klaus Hannappel (Bürgerliste Elbtal), dass der Bebauungsplan bereits vor 15 Jahren beschlossen, die Ablehnung mithin 15 Jahre zu spät erfolge, ließen die Heuchelheimer nicht gelten. Ihre Frage lautete: "Worin besteht der Vorteil für Heuchelheim, wenn das Baugebiet Schulwald erschlossen wird?" Die Antwort gaben sie sich selbst: Es gibt keinen Vorteil. Das Baugebiet "Schulwald" wollen sie nicht.

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