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In diesem Bereich des Elbgrunder Friedhofs entsteht die Fläche für Einzelurnen-Rasengrabstätten.

Der Ausschuss in Elbtal hat entschieden

Das Sterben wird jedes Jahr etwas teurer

  • vonKlaus-Dieter Häring
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Neue Friedhofs- und Gebührensatzung

Elbtal wird eine neue Friedhofs- und Gebührensatzung bekommen. Eine entsprechende Beratung und Beschlussfassung wurde nach einer Vorstellung des Tagesordnungspunktes durch Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos) einstimmig in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Hintergrund dieser neuen Satzung: Die Kommunalaufsicht des Landkreises Limburg-Weilburg hat moniert, dass die klassischen Gebührenhaushalte grundsätzlich kostendeckend sein müssten und dass im Bereich des Friedhofs- und Bestattungswesens ein Kostendeckungsgrad ab 80 Prozent als vertretbar angesehen wird - in Elbtal sei das jedoch nicht so. Ohne eine Erhöhung der Friedhofsgebühren würde der errechnete Kostendeckungsgrad im Jahr 2021 bei 54,34 Prozent, bei einer pauschalen Erhöhung um 10 Prozent der Gebühren bei 58,43 und bei 15 Prozent bei 60,47 Prozent liegen. Bei den Friedhofsgebühren würde ein Defizit bestehen, da Erträge aus Bestattungsgebühren zurückgehen, die laufenden jährlichen Kosten zur Bewirtschaftung und Unterhaltung der Friedhöfe gegenüber den Vorjahren jedoch gleichbleibend sind. Das Problem hierbei: Es ließe sich nur schwer eine Kalkulation für den Friedhof erstellen, da man ja nicht weiß, wie viele Menschen in dem Jahr sterben würden.

Dieser Punkt wurde nun im Haupt- und Finanzausschuss beraten.

Erhöhung um

jährlich 5 Prozent

Eine Erhöhung von 10 Prozent war im Ausschuss nach einem Vorstoß von Dennis Thiel (CDU) vom Tisch. Er schlug vor, die Friedhofsgebühren in den nächsten drei Jahren jeweils um fünf Prozent zu erhöhen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Weiter berichtete Joachim Lehnert über die neue Bestattungsform, die beschlossen wurde. Demnach seien in der neuen Friedhofsordnung auch Einzelurnen-Rasengrabstätten erlaubt - dafür wird ein Betrag von 600 Euro fällig. Bei Erdbestattungen dürfen nur biologisch abbaubare Urnen verwendet werden. Die Grabplatte auf einer EinzelurnenGrabstätte hat eine Größe von 40 mal 40 Zentimeter und eine Mindestdicke von vier Zentimetern. Auf der Grabplatte dürfen der Vor- und Nachname, Geburts- und Sterbejahr stehen. Außerdem können religiöse oder pietätvolle berufsbezogene Symbole auf der Grabplatte, die der Würde des Ortes entsprechen, eingraviert werden.

Blumen nur nach

der Trauerfeier

Auf den Grabplatten ist nur die Schriftart "Akzenta" in Gravur zulässig, eine erhabene Schrift ist unzulässig.

Die Urnen-Rasengrabstätte ist vier Wochen nach der Urnenbeisetzung durch einen Steinmetz mit einer Grabplatte zu versehen. Die Anlage und Pflege des Urnengrabfeldes obliegen ausschließlich der Gemeinde. Es dürfen dort nur Blumengestecke sowie Kränze unmittelbar nach der Trauerfeier abgelegt werden. Diese sind nach dem Verwelken durch die Angehörigen zu entsorgen.

Die Grabplatten können beim Rasenmähen überfahren und somit möglicherweise verschmutzt und eventuell auch beschädigt werden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Reinigung oder Reparatur der Grabplatten durch die Friedhofsverwaltung.

klaus-dieter häring

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