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Elbtal: Gemeinde droht der Wegzug des DRK

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Von: Anken Bohnhorst

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Das DRK sucht für den Neubau seiner Rettungswache ein größeres Grundstück. Wird es in Elbtal nicht fündig, käme Dornburg als Standort infrage.
Das DRK sucht für den Neubau seiner Rettungswache ein größeres Grundstück. Wird es in Elbtal nicht fündig, käme Dornburg als Standort infrage. © Anken Bohnhorst

Grundstück für Neubau der Rettungswache gesucht

Dorchheim -Das Deutsche Rote Kreuz plant in Elbtal eine neue Rettungswache und benötigt dafür "dringend" ein Grundstück. Das berichtete Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos) vor wenigen Wochen in der Gemeindevertretung. Er habe mit dem DRK-Vorsitzenden und ehemaligen Landrat Manfred Michel (CDU) darüber gesprochen und sei von Michel erneut auf den für einen Neubau erforderlichen Platzbedarf hingewiesen worden. "Wenn wir kein Grundstück vermitteln oder zur Verfügung stellen könnten, wäre das DRK weg und würde sich einen Standort in Dornburg suchen", gab Lehnert das Ergebnis des Gesprächs wieder und appellierte an die Elbtaler Mandatsträger: "Deshalb nochmals meine Bitte, haltet einmal Ausschau nach einem entsprechenden Grundstück." Das DRK äußert sich dazu nicht. "Zurzeit können wir keine relevanten Aussagen zu dieser Thematik machen", sagt Petra Kaiser-Schenk von der DRK-Kreisgeschäftsführung Limburg auf Anfrage dieser Zeitung.

Hilfsfrist gilt auch für den ländlichen Bereich

Die bestehende Rettungswache am Ortseingang von Dorchheim wurde im Jahr 2004 errichtet; rund vier Monate nach dem ersten Spatenstich lief der Betrieb an, der in den Jahren zuvor von einer Einsatzstelle im Waldbrunner Ortsteil Ellar gestartet war. Im Rathaus von Waldbrunn hatte man denn auch sorgenvoll auf den Abzug des Roten Kreuzes geblickt. Die Befürchtung in der benachbarten Gemeinde war, dass die gesetzlich vorgeschriebene "Hilfsfrist" von Dorchheim nicht würde eingehalten werden können. Diese für Hessen geltende Hilfsfrist sieht vor, dass 90 Prozent der Notfälle innerhalb einer Frist von zehn Minuten nach Eingang der Notfallmeldung erreicht werden sollen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gilt die Hilfsfrist in Hessen für alle Regionen, auch für den ländlichen Bereich. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, hat der Landkreis Limburg-Weilburg neben dem DRK Kreisverband Limburg den DRK Kreisverband Weilburg und den Malteser Regionalverband Hessen in den Rettungsdienst miteinbezogen.

Von der DRK-Einsatzstelle an der Bundesstraße 54 in Dorchheim aus versorgen Sanitäter und Rettungsassistenten rund um die Uhr im Schichtbetrieb die Region zwischen Hadamar, Dornburg-Langendernbach und Waldbrunn-Hintermeilingen. "Wir haben mit diesem Gelände eine 1a-Lage und eine tolle Anbindung für alle Gemeinden", hatte Manfred Michel, damals noch Erster Kreisbeigeordneter, beim Spatenstich im Juli 2004 gesagt. An der Qualität der Lage hat sich seither nichts geändert. Nur will nach Aussage des amtierenden Elbtaler Bürgermeisters Lehnert das Deutsche Rote Kreuz jetzt einen Neubau errichten, für den der Platz neben der Feuerwache nicht ausreicht.

"Rund 11 000 Bürger würden profitieren"

Erst Anfang November vergangenen Jahres hatte der DRK Kreisverband Limburg angekündigt, am Kreisel in Niederhadamar eine neue Rettungswache bauen zu wollen. Rund 11 000 Bürger aus Hadamar, Niederhadamar, Elz und Malmeneich würden von diesem Standort profitieren, hatte Kreisgeschäftsführerin Petra Kaiser-Schenk mitgeteilt. Das Investitionsvolumen gab sie mit rund 1,5 Millionen Euro an. Außerdem hatte sie im Spätherbst darauf hingewiesen, dass die Rettungswachen in Niederbrechen, Elbtal-Dorchheim und Dietkirchen weiterhin bestehen bleiben würden.

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