Der Gipfel auf über 2100 Meter Höhe war in Hochfügen an Tag sechs erreicht.
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Der Gipfel auf über 2100 Meter Höhe war in Hochfügen an Tag sechs erreicht.

Abenteuerurlaub in den Bergen

Elbtal: Nudeln essen in 2100 Meter Höhe

Julia Stahl aus Elbgrund hat die Alpen überquert

Elbtal -Urlaub machen in Corona-Zeiten ist kein leichtes Unterfangen. In den Medien hört man immer wieder von Reisewarnungen und Corona-Hot-Spots. Und so mancher Traum von einem Urlaub in Mexiko wird mit der Absage durch das Reiseunternehmen zerstört.

Anders ist es, wenn von vornherein die Suche nach einer Urlaubsbeschäftigung nichts mit Sonnenstrand oder weiter Ferne zu tun hat. So wie bei Julia Stahl, die sich im Urlaub und ihrer Freizeit gerne körperlich betätigt. "Ich gehe wandern", erzählt sie in ihrem schmucken Heim in Elbgrund nach einer großen Urlaubswanderung, die ganz besonders war. "Ich bin quer durch die Alpen."

Den Wunsch nach einer Alpenüberquerung zu Fuß hatte sie schon immer. Eine Fernsehreportage gab ihr dann den letzten Ruck und Stahl begann, Pläne zu schmieden. Über das geeignete Training brauchte sie sich keine Gedanken zu machen. Der Rheinsteig oder Wanderungen rund um den Blasiusberg gehören zu ihren alltäglichen Strecken. Als die Pläne für die Alpenüberquerung dann spruchreif waren, konnte es los gehen.

eine Autofahrt

Zuerst ging es mit dem Auto in Richtung Rosenheim, wo sie auf ihren Tiroler Begleiter traf. Schon einen Tag später standen die ersten 23 Kilometer mit einem Aufstieg zur Blaubergalm auf dem Programm. Im Rucksack hatte sie das Nötigste eingepackt: "Mehr als zehn Kilo sollten es nicht sein." Am Ende des unerbittlichen Anstiegs zur Blaubergalm brauchte Julia Stahl das erste Utensil aus ihren Rucksack. Obwohl die Wanderschuhe eingelaufen waren, musste eine Blase an den Füßen mit einem Blasenpflaster behandelt werden. "Die einzige auf der ganzen Wanderung", so Julia Stahl.

Bei 20 Grad und Sonnenschein ging es nach Achenwald, wo ein Braustüberl auf die Wanderer wartete. Tag drei sollte dann etwas ruhiger angegangen werden. Um sich an das Gepäck im Rucksack zu gewöhnen, "war dieser Einlauftag mit 8,5 Kilometer genau richtig". Einsetzender Regen machte nach den ersten Kilometern ein weiteres Wandern unmöglich und so riefen die beiden Wanderer ein Taxi, um den Tag mit einem Sauna-Besuch ausklingen zu lassen.

Tag vier mit 19,5 Kilometern und viel Regen und Tag fünf mit 17,5 Kilometern führten bis nach Hochfügen. Dort begann Tag sechs bei zehn Zentimeter Neuschnee in 2100 Meter Höhe. Weiter ging es nach Zell am Ziller, wo die "Genusswanderung" bei leckeren Nudeln und etwas Kühlem einen gelungenen Abschluss fand. In den Morgenstunden des siebten Tages fuhren die Wanderer mit dem Bus auf 1800 Meter, wo sie den Aufstieg über den Alpenhauptkamm in Angriff nahmen. "Entlang eines Gletscherbachs mit Aussicht auf Gipfel und wilde Wasserfälle", erinnert sich Julia Stahl an diesen Tag.

Ferne schweifen

Auf 2200 Meter Höhe erreichte Julia Stahl die italienische Grenze mit dem Ziel in St. Jakob. An Tag acht und dem damit letzten Wandertag standen noch einmal über 23 Kilometer auf dem Tagesplan. In Sterzing fand ein typisch italienischer Tag im Kolping-Haus bei Pizza und Weißwein dann sein Ende.

Die Rückreise traten die beiden Wanderer dann mit dem Auto an. An der österreichischen Grenze wurde statt der Passkontrolle Fieber gemessen. Julia Stahls Fazit nach 130 Kilometern Wanderung: "Wer braucht schon weite Reisen, wenn das Gute liegt so nah."

Klaus-Dieter Häring

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