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Am Dorfgemeinschaftshaus Heuchelheim wurde eine Mauer eingedrückt.

Große Schäden im nördlichen Kreisgebiet

Unwetter: Land unter

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Keller liefen voll, Gräber wurden weggespült, Straßen verwandelten sich in reißende Bäche: Ein Unwetter ist am Sonntagabend über das nördliche Kreisgebiet gezogen. Besonders war Heuchelheim betroffen.

Ein Unwetter ist am Sonntagabend in der Zeit von 18 Uhr bis 18.30 Uhr über Teile des Kreises Limburg-Weilburg gezogen und hat vor allem im nördlichen Kreisgebiet große Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren die Gemeinden Elbtal, Waldbrunn und Dornburg, ebenso der Weilburger Stadtteil Drommershausen. Wie Kreisbrandinspektor Georg Hauch gestern erklärte, wurden insgesamt 14 Einsätze gezählt.

In Dornburg wurden die Keller des Wolfshecker Hofs und von Hof Steinrück unter Wasser gesetzt. Auch in Waldbrunn liefen nach Starkregenfällen etliche Keller voll und mussten von den Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehr leergepumpt werden. Ganz schlimm hatte es Elbtal mit seinen Ortsteilen getroffen. In Elbgrund war die Feuerwehr in einer vollgelaufenen Kellerwohnung im Einsatz. Besonders schlimm jedoch traf es Heuchelheim: Hier richtete das Unwetter Schäden in einem noch nicht zu ermittelnden Ausmaß an, wie Hauch erklärte. In vielen Straßen herrschte

„Land unter“

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„Du stehst dabei und kannst nichts machen“, erzählte ein Anwohner, dem der Schrecken über das Unwettergeschehen noch gestern im Gesicht abzulesen war. Mit Bohlen und Brettern versuchten die Bewohner am Sonntagabend, die Wassermassen umzuleiten, damit sie nicht Keller oder Garage fluteten. „Doch es war alles vergebens.“ Kniehoch standen die Wassermassen in vielen Kellern und Kellerwohnungen.

Dabei ist Heuchelheim leidgeprüft: Immer wieder, wenn schwere Gewitter über den Nordkreis ziehen, ist der kleine Ort betroffen. In der Vergangenheit liefen Keller in der Ringstraße bei Starkregen voll Wasser. Am Sonntagabend wurde das Gebiet „Zum Schulwald“ in Mitleidenschaft gezogen. Ganze Straßenzüge rund um diesen Straßenzug verwandelten sich in kürzester Zeit in reißende Bäche. Am Dorfgemeinschaftshaus schafften es die Wassermassen, eine dicke Mauer umzudrücken. Auf dem Friedhof wurden etliche Grabstellen vernichtete und mit Schlammmassen bedeckt. Einen enormen Einsatz leisteten hier die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr, die über mehrere Stunden mit ihrer Ausrüstung zur Stelle waren.

Gestern war den ganzen Tag über auf und in vielen Anwesen Aufräumen angesagt. Schlammmassen wurden von den Straßen entfernt. Der Bauhof der Gemeinde war damit beschäftigt, den Friedhof wieder herzurichten, wo Grabreihen komplett abdeckt worden waren. Auf dem Kirmesplatz wurden die Betonbrocken der umgestürzten Mauer weggeräumt.

Und auch in den nächsten Tagen dürfte noch genügend Arbeit übrig sein. Unzählige Bürgersteige und Straßen sind noch mit Splitt und Schlamm bedeckt. „Das ist Sache der Gemeinde“, meinten viele Bürgerinnen und Bürger von Elbtal. Sie forderten die Gemeinde auf, in der Schmutzbeseitigung tätig zu werden. Dies sieht auch Bürgermeister Joachim Lehnert so. „Wir werden ein Ingenieurbüro beauftragen, um prüfen zu lassen, wie das Oberflächenwasser abgefangen werden kann.“ Dieses kommt immer wieder aus einem höhergelegenen Gebiet an der ehemaligen B54.

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