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Noch ist hier in Heuchelheim Wiese, aber nach dem Willen der Gemeinde Elbtal soll an dieser Stelle Wohnbebauung entstehen. Bald könnten die großen Bagger anrollen.

Neubaugebiete

Verkauf der Baugebiete nur im Gesamtpaket

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Die Gemeinde will für Neubürger attraktiv werden und daher Baugebiete ausweisen. Darüber sind sich die Gemeindevertreter parteiübergreifend einig. Kontrovers diskutiert wurden jetzt indes die Möglichkeiten, wie die Gebiete angeboten werden sollen. Der Antrag der CDU, die Plätze in Hangenmeilingen und Heuchelheim unabhängig voneinander anzubieten, ist gescheitert.

Konkret geht es um Bauplätze in den Ortsteilen Hangenmeilingen und Heuchelheim, für die sich ein Investor interessiert habe, teilte Elbtals Bürgermeister Joachim Lehnert (parteilos) in der Gemeindevertretung mit. Allerdings unterscheiden sich die Flächen erheblich voneinander. Während in Hangenmeilingen die Bauplätze gut erreichbar und an den Ort angebunden sind, gibt es für Heuchelheim zwar Bebauungspläne, aber nicht einmal eine Baustraße führe zu den Flächen, sagte ein Gemeindevertreter. Dass aber gerade die Lage ein Attraktivitätsfaktor ist, steht für ihn außer Frage. Und dass sich folglich die Nachfrage ganz überwiegend auf den Baugrund in Hangenmeilingen beziehe, sei klar. Um diese Unterschiede zu kompensieren, dürften beide Baugebiete nur im Paket verkauft werden, forderten die Vertreter von BLE und SPD. Andernfalls bleibe Heuchelheim, die kleinste Elbtal-Gemeinde, auf der Strecke, sagte Kai Heep (BLE). „Der Ortsteil Heuchelheim wäre dann der erste, der ausstirbt.“

Ähnlich kritisch beurteilt Johannes Schardt (SPD) die Situation. Der Investor habe Interesse an den Flächen in beiden Ortsteilen bekundet und solle deshalb die Baugebiete nur im Paket erwerben dürfen. Durch diese Gesamtlösung müsse gerade ausgeschlossen werden, dass bei der Attraktivität der Ortslagen eine Rangfolge etabliert und eine Präferenz für Hangenmeilingen ausgewiesen werde. Außerdem gehe es bei diesem vertraglich vereinbarten Verkauf der Bauplätze in Hangenmeilingen und Heuchelheim lediglich um deren Veräußerung an den Investor. Wie der dann seinerseits bei der Erschließung und anschließenden Vermarktung vorgehe, sei nicht mehr Angelegenheit der Gemeindevertreter, erklärte Michael Meier (SPD), dessen Fraktion sich ebenso wie die BLE vehement für einen Gesamtverkauf beider Gebiete einsetzte. Tatsächlich kann der Investor die Baugrundstücke zeitlich unabhängig voneinander erschließen.

Dass es dazu überhaupt noch kommt, ist für die Vertreter der CDU nach der Entscheidung in der Gemeindevertretersitzung jedoch fraglich. Die Christdemokraten hatten dafür plädiert, die Baugrundstücke in den Ortsteilen Hangenmeilingen und Heuchelheim unabhängig voneinander anzubieten, um jedenfalls ein Gebiet zu verkaufen. Ihnen zufolge sei es Neubürgern gleichgültig, ob sie sich in Hangenmeilingen oder in Heuchelheim ansiedelten. Beide Ortsteile seien reizvoll. Dafür müsse man werben. „Wir brauchen den Zuzug von Neubürgern“, mahnte Oliver Teufer (CDU) eindringlich. Und auch wenn es keine Garantie dafür gebe, dass der Käufer nach Hangenmeilingen auch die Flächen in Heuchelheim erwerben werde, müsse differenziert vorgegangen werden. Dass die Nachfrage in Hangenmeilingen groß ist, sei ihm bekannt, räumte Teufer ein. Die Konsequenz dürfe aber jetzt nicht sein, einem potenziellen Käufer „Daumenschrauben anzulegen“. Man dürfe dem Investor keine Auflagen machen, formulierte auch sein Parteikollege Holger Heftrich. Das könne den Käufer abschrecken, und er würde möglicherweise sein gesamtes Engagement überdenken. „Wenn die Tür zu ist, ist sie zu“, befürchtet Heftrich. Mit der Entscheidung gegen den separaten Verkauf der Flächen in Hangenmeilingen und Heuchelheim sei vielleicht der ganze Deal geplatzt. „Und dann haben wir gar nichts mehr.“

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