Revierförster Ralf Heukelbach (rechts) erläuterte den Elzer Mandatsträgern die Situation im Gemeindewald.
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Revierförster Ralf Heukelbach (rechts) erläuterte den Elzer Mandatsträgern die Situation im Gemeindewald.

Forstwirtschaftsplan zum Beschluss empfohlen

Das Minus im Elzer Wald soll schrumpfen

  • VonRobin Klöppel
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Höhere Preise und Fördermittel machen es möglich. 10 680 Bäume aus 18 Arten sollen gepflanzt werden.

Elz -Der Haupt- und Finanz- sowie der Bau- und Umweltausschuss der Elzer Gemeindevertretung haben sich bei einem Waldbegang einen Überblick über die aktuelle Situation im Gemeindewald verschafft. Dabei waren auch Bürgermeister Horst Kaiser (CDU), Forstamtsleiter Jörg Ahner sowie Revierförster Ralf Heukelbach.

Anschließend beschlossen die Ausschüsse bei der Fortsetzung der Sitzung im Elzer Bürgerhaus einstimmig, der Gemeindevertretung die Genehmigung des Forstwirtschaftsplanes für 2022 zu empfehlen. Ahner kalkuliert für kommendes Jahr in Elz mit einem Minus von 30 470 Euro. Das ist bereits wieder eine deutliche Verbesserung zu 2021, wo mit einem Minus von 60 000 Euro gerechnet wurde.

Ralf Heukelbach ist aber guter Dinge, dass beide Jahresbilanzen am Ende doch mit einem leichten Plus abschließen können. Denn zum Ausgleich der Schäden gab es zusätzliche Fördermittel, die im Plan noch nicht einkalkuliert waren. Zudem sind die Preise auf dem Holzmarkt wieder angestiegen, wie Ahner erklärte. Der Markt war vorübergehend mit Holz übersättigt, da natürlich nicht nur in Elz hohe Schäden an den Fichten durch extreme Trockenheit und Borkenkäferbefall zu verzeichnen waren.

Seit 2014: 24 Hektar

Schadflächen

Wie Ahner erklärte, seien im Elzer Gemeindewald seit 2014 24 Hektar an Schadflächen aufgetreten. Sieben davon seien bereits wieder in Kultur. Der Forstamtsleiter hofft, dass in fünf Jahren wieder alles bepflanzt sein werde. Bürgermeister Kaiser dankte Ralf Heukelbach dafür, dass an Fördermöglichkeiten als Ausgleich des Waldschadens alles ausgeschöpft worden sei, was möglich war.

Im Forstwirtschaftsplan 2022 ist ein Gesamteinschlag von 2050 Festmetern knapp über dem ausgeglichenen Hiebsatz vorgesehen. Heukelbach merkte an: "70 Prozent des Holzes, das wir 2022 fällen wollen, sind geschädigte Bäume." Er gehe alleine für 2022 von 500 weiteren Festmetern Schadholz aus, die beseitigt werden müssten. Gerade an Spazierwegen komme der Forst ja nicht um eine Verkehrssicherungspflicht herum.

Ahner beziffert die zu erwartenden Einnahmen aus den Holzverkäufen auf rund 78 000 Euro. Das Defizit im Gesamtplan ergebe sich unter anderem durch den hohen Kostenaufwand für die Verkehrssicherung sowie die hohen Wiederaufforstungs- und Wildschutzkosten. Der Kulturplan sieht alleine die Pflanzung von insgesamt 10 680 Bäumen aus 18 verschiedenen Arten für dieses Jahr vor.

Unterschiedliche

Baumarten

Heukelbach hatte bei dem Waldrundgang erklärt, dass bewusst auf unterschiedliche Baumarten gesetzt werde. Denn wenn eine Art mit der Trockenheit Probleme bekomme, sollten nicht wieder auf einmal, wie bei der Fichte erlebt, riesige Schäden entstehen. Unter anderem kämen Eichenarten mit dem trockenen Klima gut zurecht. Und auch die Pflanzung von Douglasien, Küstentannen, Ahorn, Lärche sowie verschiedenen Obstarten wie Kirsche, Elsbeere sowie Speierling sei eingeplant.

Staatliche Förderungen für Pflanzungen und Wildschutzmaßnahmen werden nach Aussagen des Revierförsters nach Möglichkeit genutzt. Kalkuliert wird hierfür mit Einnahmen in Höhe von rund 33 190 Euro. Heukelbach sagte, dass es Empfehlungen gebe, vermeintlich hitzeresistentere ausländische Baumarten nur anzupflanzen, wenn es mit diesen in deutschen Wäldern schon längere Erfahrung gebe. Das sei beispielsweise neben der Douglasie und der Küstentanne auch bei der Amerikanischen Roteiche der Fall, die auch in Elz ihren Platz finden soll.

Zur aktuellen Marktlage sagte Ahner, dass bei Fichtenholz wieder eine rege Nachfrage an frischem Stammholz bestehe, so dass sich die Holzpreise wieder auf dem hohen Niveau von 2017 bewegten. Das Industrieholz hingegen könne nur schleppend abgesetzt werden. Dort seien die Preise noch auf einem niedrigen Niveau.

In Elz seien in diesem Bereich 2017 bis 2021 rund 13 200 Festmeter Schadholz angefallen. Das sei ein Großteil des Holzvorrates. Der für die laufenden Zehnjahresperiode geplante Hiebsatz sei somit mehr als erschöpft. Darum könnten die derzeit guten Holzpreise leider kaum genutzt werden. Im Bereich Eiche werde Stammholz mit besserer Qualität sehr gut nachgefragt. Der Preis werde voraussichtlich auf hohem Niveau bleiben, prognostiziert der Forstamtsleiter.

Beim Buchenstammholz sei die Nachfrage bei allen Sortimenten und Qualitäten gut. Leider seien viele Buchen durch die Witterung der Vorjahre geschädigt. Die abgängigen Bäume sollten zeitnah gefällt werden, da die trockenen Äste sehr schnell zur Unfallgefahr im gesamten Wald werden könnten. Aufpassen müsse man auch in Elz damit, übrige Eichen-Baumkronen wie früher direkt an Bürger als Brennholz weiterzugeben. Denn auch hier sei teilweise ein Befall mit Eichenprozessionsspinnern vorhanden, was bei direktem Hautkontakt zu allergischen Reaktionen führen könne.

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