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Elz: Bäume für die nächste Generation

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Die praktische Einführung übernahm Daniel Mörsdorf. Die fleißigen Helfer und Helferinnen standen schon mit ihrem Spaten bereit, um die Kastanienbäume zu pflanzen.
Die praktische Einführung übernahm Daniel Mörsdorf. Die fleißigen Helfer und Helferinnen standen schon mit ihrem Spaten bereit, um die Kastanienbäume zu pflanzen. © Klaus-Dieter Häring

Helfer pflanzen mehr als 200 Esskastanien im Wald, der unter der Trockenheit stark gelitten hat

Elz -Für den Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) steht schon jetzt fest, was er in 25 Jahren in seinem Terminkalender stehen hat: "Dann geh ich auf das Kastanienfest, mit dem Rollator." Das sagte er am vergangenen Samstag im Elzer Wald so salopp und humorvoll dahin, könnte in 25 Jahren aber in die Tat umgesetzt werden. Denn die Voraussetzungen für ein neu ins Leben zu rufendes Kastanienfest wurden im Elzer Wald mit der Pflanzung von mehr als 200 Esskastanienbäumen geschaffen.

Wer in Richtung Elzer Windkraftanlagen läuft, der sieht, dass diese Pflanzungen im Elzer Wald dringend notwendig sind. Stürme, Trockenheit und der Borkenkäfer haben immense Schäden im Wald hinterlassen. Riesige karge Flächen müssen dringend bepflanzt werden. Forst und Gemeinde waren deshalb auf die Idee gekommen, eine Pflanzaktion zu starten. Schon in der Vergangenheit wurden ähnliche Aktionen mit Jugendlichen durchgeführt, neu war nun der Aufruf an alle. Und die Resonanz war enorm. Bepackt mit Spaten, Hacken und weiteren Werkzeugen fanden sich ganze Familien auf dem großen Parkplatz vor der Windkraftanlage ein, wo die 25 Helferinnen und Helfer plus Kinder von Bürgermeiste Horst Kaiser begrüßt wurden. Auch an den Leiter des Forstamtes Weilmünster Jörg Ahner, Revierförster Ralf Heukelbach und den Elzer Forstwirtschaftsmeister Daniel Mörsdorf richtete er seine Grußworte, die mit weiteren Informationen zu diesem Vormittag parat standen.

Fichten gestorben

Wie Jörg Ahner sagte, sei die neu zu bepflanzende Fläche 1,5 Hektar groß und zum Teil schon bepflanzt. Dort stehen junge Wildkirschbäume, die im vergangenen Jahr gepflanzt wurden. "Wir wollen etwas pflanzen, was in die Zukunft reicht", sagte er. Der Wald solle für die nächsten Generation aufgebaut werden, "denn der Wald ist ein Generationenvertrag und muss über viele Jahre gehegt und gepflegt werden".

Deshalb sei bei der Auswahl der Bäume darauf geachtet worden, ob sie in dem Gebiet eine Chance zu überleben haben und wie beispielsweise ihre Wasserversorgung aussieht. Erfahrungen konnte der in den Jahren 2018 bis 2020 sammeln, als sämtliche Fichten starben "und auch die Eschen durch einen Pilz verloren gingen". Daher suchte man nach Baumarten, die tief wurzeln und kam auf die Esskastanie. Die Natur wird dann mit wildwachsenden Buchen und Ahorn ihren Teil dazu beitragen.

Finanziell unterstützt wurde die Aktion durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, welche die Kosten für die Anschaffung der Pflanzen übernahm. Daniel Mörsdorf erklärte den Helfern dann den praktischen Teil, hob mit einem Hohlspaten ein Loch aus und setzte die Pflanze ein. Dabei durften die Wurzeln nicht gestaucht und mussten gerade und tief eingesetzt werden. Weitere Informationen gab es zu dem Bissschutz, der aus Kunststoff rund um die junge Pflanze gesetzt wurde. Danach ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Arbeit.

Wachsen müssen die Bäume nun alleine. Künftig muss nur mit dem von der Gemeinde Elz angeschafften Spezialmäher das Unkraut, hier vor allem die Brombeeren, niedrig gehalten werden. Und im nächsten Jahr muss der Kunststoffschutz um die jungen Bäume wieder entfernt werden. Dann steht einem Kastanienfest in Elz in 25 bis 30 Jahren nichts mehr im Wege.

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