1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Elz

Elz: Bekommt Jugendraum eine Probezeit?

Erstellt:

Kommentare

In diesem Raum über dem "Fair-Teiler-Lager" im Jugendhaus in der Lehrgasse sollen Jugendliche einen Treffpunkt erhalten.
In diesem Raum über dem "Fair-Teiler-Lager" im Jugendhaus in der Lehrgasse sollen Jugendliche einen Treffpunkt erhalten. © Thorsten Kunz

Jugendhilfe soll Projekt unterstützen

Elz -Um den Elzer Jugendlichen eine Möglichkeit des gemeinsamen Zusammenkommens zu bieten, hatte die Gemeindevertretung auf Antrag der CDU-Fraktion Haushaltsmittel in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese sollen für die Ausstattung des geplanten Jugendraumes Verwendung finden. Die Suche nach einem geeigneten Raum gestaltete sich bislang jedoch schwierig: Da der Gemeinde nach einem Aufruf im Elzer Blickpunkt keine Räumlichkeiten angeboten wurden, besichtigte der Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales bei seiner jüngsten Sitzung den Raum über der Garage im Jugendhaus, um zu prüfen, ob dieser in Zukunft als Jugendraum genutzt werden könnte.

Nach einer kurzen Führung durch die Räumlichkeiten nahmen die Besucher in dem eher spartanisch eingerichteten Zimmer Platz. Mit einigen Tischen und Stühlen aus ehemaligen Schulbeständen sowie Lagermöglichkeiten für Spiele war der Raum bereits gut gefüllt. "Das ist eigentlich unser Billardraum, in dem aber noch nie ein Billardtisch gestanden hat", klärte der Elzer Jugendarbeiter und Leiter des Jugendhauses, Helder Machado, die Anwesenden auf. "Er diente deshalb eher als Hausaufgabenraum und wird derzeit vor allem für Sprachkurse für Flüchtlinge genutzt."

Auf Bitte des Ausschusses gab Machado anschließend seine Einschätzung des Projektes ab. Die angedachte Selbstverwaltung für einen solchen Raum sei "kein Zuckerschlecken" und bringe nicht wenig Verantwortung mit sich. Dabei stehe zuallererst der Träger (die Gemeinde) in der Verantwortung, auch wenn man die Verantwortung vertraglich auf andere übertrage (zum Beispiel Kirmesburschen).

Feste Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten müssten fest geregelt sein und auch eingehalten werden, damit ausreichend Sicherheit für die Kinder und Eltern gegeben sei. "Der Wunsch nach Unbewachtheit und einem Treffen ohne jede Kontrolle kann auch problematisch werden", so der Hausherr. Mit etwas Betreuung könne er sich eine Probephase an einem Abend in der Woche jedoch vorstellen. Um zu vermeiden, dass dabei ausschließlich die Handys zum Einsatz kommen, sollte der Raum aber die Möglichkeit bieten, zurück zu einer analogen Beschäftigung zu finden, zum Beispiel mit einem Flipper oder einem Dart-Automaten. Möglicherweise könnte das Projekt auch als offene Jugendarbeit mit einem FSJler oder Minijobber über das Programm "Aufholen nach Corona" gefördert werden.

Jüngere Zielgruppe

In der anschließenden Diskussion kamen die Besucher zu dem Schluss, dass der Raum beziehungsweise das Jugendhaus durchaus für ein solches Projekt geeignet sei. Allerdings, so Ausschuss-Mitglied Sonja Peichl (CDU), sei die Zielgruppe "ab 16 aufwärts" wohl nicht die richtige: Ab diesem Alter würden die Jugendlichen bereits den Besuch von Gaststätten in Elz und Klubs bevorzugen. Stattdessen mache es mehr Sinn, Kinder und Jugendliche ab der sechsten Klasse (zwölf Jahre) bis maximal 16/17 Jahren anzusprechen, die diese Möglichkeiten noch nicht hätten und sich stattdessen auf öffentlichen Plätzen (vor dem Bürgerhaus oder der Kirche) oder auf Discounter-Parkplätzen treffen müssten.

Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) erinnerte in dem Zusammenhang auch an die enge Wohnbebauung in der Lehrgasse, weshalb auch trotz Betreuung spätestens um 22 Uhr Schluss sein müsse. Der Ausschuss empfahl daher, eine Probephase im Jugendhaus an Freitagabenden zu starten, ohne Selbstverwaltung und mit personeller Unterstützung durch das Team der Jugendhilfe. Außerdem soll die ein oder andere "Attraktion" angeschafft werden, um den Besuch des Jugendraumes spannender zu machen.

Auch interessant

Kommentare