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Die neue Brücke über den Elbbach, die 70 bis 80 Jahre halten soll, an der Kreisstraße zwischen Elz und Offheim wurde am Montag offiziell für den Verkehr freigegeben. Pfarrer Steffen Henrich (von links), Bürgermeister Horst Kaiser, Landrat Michael Köberle und Landrat a.D. Manfred Michel freuen sich.

Baukosten von 1,8 Millionen Euro

Elz: Der Osten und der Westen sind wieder verbunden

  • vonBernd Lormann
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Neue Brücke über den Elbbach offiziell freigegeben. Vorerst gilt weiter eine Ampelregelung

Elz -Rund 1,8 Millionen Euro wurden ausgegeben. Gestern Nachmittag erfolgte nun die offizielle Freigabe der neuen Elbbachbrücke in der Offheimer Straße in Elz mit kirchlichem Segen und in Anwesenheit von Vertretern von Landkreis, Gemeinde und beteiligten Baufirmen wie Peter Gross (Koblenz) und dem Ingenieurbüro Bendel und Partner (Limburg).

Leichter Nieselregen begleitete das Einweihungszeremoniell für das lang gewünschte Brückenbauwerk der K 477. Dieses befand sich in einem sehr schlechten Zustand und musste dringend erneuert werden. Die Gehwege auf der Brücke und an der Mühlgrabenüberführung waren ebenfalls sehr schadhaft und zu schmal.

Rettungsdienst

wurde umorganisiert

Wie Landrat Michael Köberle (CDU) sagte, war die Baumaßnahme von Anfang an für alle Beteiligten eine große Herausforderung. So musste der gesamte Rettungsdienst komplett umorganisiert werden. Die Elzer Feuerwehr richtet beispielsweise zusätzlich eine "Außenstelle" in der Radfahrhalle im Brötzenmühlweg ein. Damit der Ortsteil "Über der Elb" nicht mehr als notwendig beeinträchtigt werde, sei unter Federführung des damaligen Landrates Manfred Michel eine Behelfsbrücke nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Pkw mit gewissen Einschränkungen geplant und nun auch umgesetzt worden, sagte Köberle.

Die neue Brücke wurde in Spannbetonbauweise errichtet. Die vorhandenen alten Widerlager dienen jetzt nur noch als Verblendmauerwerk. Die Fahrbahnbreite betrage sechs Meter, die Gehwege seien vergrößert worden und nun zwei Meter breit, so der Landrat.

Die während den Bauarbeiten für Fußgänger und Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen hergerichtete Behelfsbrücke werde in den nächsten vier Wochen zurückgebaut. Weil noch einige Restarbeiten erforderlich seien, erfolge derzeit aber noch eine einspurige Verkehrsführung mit Ampelregelung. Die Schulbusse, so Köberle, werden dann ab dem 19. Oktober nach den Herbstferien wieder die ursprüngliche Route fahren.

Der Landrat reihte das Brückenbauwerk in die große Summe der zur Sanierung anstehenden 230 Kilometer Kreisstraßen ein. Das Land Hessen sei mit einer beachtlichen Förderung in Höhe von 1,275 Millionen Euro dabei. Die festgesetzten zuwendungsfähigen Kosten belaufen sich nach Angaben des Landrates sogar auf 1,822 Millionen Euro und decken somit die gesamte Auftragssumme ab. Leider sei es im Zuge der Baumaßnahme zu rund zehn Prozent Mehrkosten gekommen. Dies sei unvorhergesehenen Schwierigkeiten im Baugrund zuzuordnen, so Köberle.

Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) sprach von einem straffen Zeitfenster für den Neubau. Ohne Corona hätte das Brückenbauwerk wohl schon bis zur Elzer Kirmes am 20. September fertiggestellt werden können. Die mit Zusatzkosten von 400 000 Euro verbundene Notbrücke sei keine Selbstverständlichkeit gewesen. Dies habe die Gemeinde dem Einsatz von Manfred Michel, der als Gast an der Einweihungsfeier teilnahm, zu verdanken.

Neben der Elbbachbrücke war auch eine neue Überbauung des angrenzenden Mühlgrabens erforderlich. Dies sei wichtig, um bei Rückstau durch Hochwasser zusätzlichen Überflutungen vorzubeugen. Der Bürgermeister dankte der Firma Sinning, die ihren an der Brücke liegenden Parkplatz als Baufeld zur Verfügung stellte.

Pfarrer Steffen Henrich, der sowohl für die katholische als auch für die evangelische Gemeinde dem neuen Bauwerk den kirchlichen Segen erteilte, drückte seine Freude darüber aus, dass Elz-Ost und -West wieder eine Brücke haben, die Menschen verbinde.

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