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Elz: Die Freiheit über den Wolken schnuppern

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Von: Klaus-Dieter Häring

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Volker Stutzer (im Flugzeug links) und der Vorsitzende Torsten Uhe (rechts) des Flugsportvereins Elz kümmern sich um Joachim Hofmann (Mitte), der vor seinem ersten Flug mit einem Segelflugzeug steht.
Volker Stutzer (im Flugzeug links) und der Vorsitzende Torsten Uhe (rechts) des Flugsportvereins Elz kümmern sich um Joachim Hofmann (Mitte), der vor seinem ersten Flug mit einem Segelflugzeug steht. © Klaus-Dieter Häring

Flugsportverein stellt sich vor: Mitfliegen und Mitarbeiten sind jederzeit möglich

Elz -Es ist früher Vormittag. Der Himmel strahlt blau. Ab und zu sind ein paar Wolken zu sehen. Die ersten Mitglieder des Elzer Flugsportvereins treffen am Flugplatz ein, um ihren Flugtag vorzubereiten. Das Team für Tower klettert auf seinen Arbeitsplatz, der Hangar wird geöffnet, und innerhalb kürzester Zeit werden die ersten Segelflugzeuge auf das weitläufige Gelände vor dem Vereinsheim gezogen. Viele Jugendliche in den unterschiedlichsten Altersgruppen dabei, die kräftig mit anpacken, weil alle Arbeiten zum geregelten Ablauf eines Flugtages gehören.

Einer, der zuerst abseits steht, ist der Elzer Joachim Hofmann. Der 55-Jährige zeigt Interesse und will an einem Schnupperwochenende teilnehmen. Eine Aktion der Flugsportgruppe, die es in dieser Form in Zukunft nicht mehr geben soll, wie von Volker Stutzer vom Verein zu hören war. Man will vielmehr Interessierten zu jeder Zeit die Gelegenheit geben, in den Flugsport reinzuschnuppern. Das soll nicht an ein Wochenende gebunden sein. Das nun letzte Schnupperwochenende nutzte Joachim Hofmann, der von seinem Wohnhaus die Flugzeuge immer starten und landen sieht und so seinem eigentlichen Hobby, seinem Motorrad, ein zweites hinzufügen möchte. Er will Informationen über den Ablauf im Verein und schließlich auch über den Erwerb eines Flugscheins sammeln.

Fliegerarzt prüft die Tauglichkeit

Dies sieht nun in Elz eine "Schnuppermitgliedschaft" von zwei Monaten vor. Damit kann man mitfliegen um danach sich auf die Tauglichkeit prüfen zu lassen. Dies geschieht bei einem speziellen Fliegerarzt, der sich hauptsächlich auf den Allgemeinzustand einer jeden Person konzentriert. Dabei kommt es nicht auf das Alter an, kann man doch bereits mit 14 Jahren mit dem Fliegen eines Segelfliegers anfangen.

Das Jahr im Flugsportverein ist in zwei Hälften eingeteilt. Während der Sommerserie, die bis Ende Oktober reicht, wird sich auf die Praxis konzentriert. Instrumente erlernen, ein Flugzeug kennenlernen und nach den ersten 50 bis 70 Starts auch die ersten Alleinflüge absolvieren. Der 50-Kilometer-Prüfungsflug muss dann dem Regierungs-Präsidium angemeldet werden. Ist dieser Flug bestanden, steht noch eine umfangreiche schriftliche Prüfung an. Die Vorbereitungen auf diese Prüfung werden zumeist in den Wintermonaten erlernt. "Vieles im Selbststudium", sagt Volker Stutzer, der sich um Joachim Hofmann kümmert, diesem den ersten Flug erklärt: "Sie sitzen vorne, ich hinten." Dann wird der Flug im Tower angemeldet.

Während die beiden sich mit dem Segelflieger über eine Seilwinde in luftige Höhe ziehen lassen, kümmert sich Torsten Uhe, der Vorsitzende des Flugsportvereins, um eben diese Seilwinde. "Hier muss jeder sich einbringen", so Uhe. Als Vorsitzender hat er aber auch ein spezielles Auge auf Frieda Badmann aus Hadamar, die schon weit in ihrer Ausbildung vorangeschritten ist, und sich an diesem Tag für eine Prüfungsaufgabe vorbereitet hat. Sie muss an diesem Tag einen 100-Kilometer-Überlandflug absolvieren. Eine Aufgabe, die dazu gehört, um den Flugschein zu bekommen. Mit dabei, und hinten sitzend ist Justin Mom aus Altendiez der seit 2015 dem Verein angehört und jetzt, mit 22 Jahren, bereits als Prüfer eingesetzt wird. Während Frieda Badmann sich um ihr Flugzeug kümmert, alle Instrumente durchgeht und alle Klappen kontrolliert, landet Joachim Hofmann wieder. Ein Lächeln ist in seinem Gesicht zu sehen und nur ein Wort zu hören: "Super", fasst der Elzer das Erlebnis zusammen. Den Heimweg tritt er noch nicht an. Vielmehr hilft er noch, andere Segelflieger in Position zu bringen und mit dem ein oder anderen benötigten Handgriff zu helfen. Für ihn ist dieses Schnupperwochenende damit zu Ende, aber sein Interesse ist geweckt. Auch andere Interessierte haben ab sofort die Gelegenheit "reinzuschnuppern". Ein Anruf mit Terminabsprache beim Flugsportverein Elz genügt.

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