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Johannes der Täufer freute sich auch an der Kräutervielfalt.

Ein Blickfang

Die Vielfalt der Natur im Gotteshaus

Obst- und Gartenbauverein schmückt die Pfarrkirche mit Kräutern, Efeu und Heu und hofft auf 2021.

Elz – "Mama, was ist das? Hier sieht es ja aus wie im Garten!" Die junge Dame zog die zierliche kleine Nase kraus, schnupperte und zog die Mutter an der Hand durch die Elzer Pfarrkirche bis zum Altarraum. Der Obst- und Gartenbauverein hatte wieder einmal ganze Arbeit geleistet und ein buntes und vielfältiges Stück Natur ins Gotteshaus gezaubert. Anlass dafür gab zum einen das Erntedankfest, zum anderen aber auch das Ende einer sehr schwierigen Gartensaison, in der bei den Elzern die Kräuter im Mittelpunkt standen.

Dass Kräuter auch bei diesen trockenen, heißen Sommern wachsen und gedeihen können, zeigte die Präsentation in der Kirche. Gemeinsam bewunderten Mutter und Tochter den großen Tisch, der vor Johannes dem Täufer und seinem Schäfchen aufgebaut war. Majoran, Salbei, Estragon, Bohnenkraut, Zitronenverbene, Liebstöckel, Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, rotes und grünes Basilikum und Dill hingen, schmuckvoll mit Efeu umkränzt, in großen Bündeln darüber, wie zum Trocknen aufgereiht. Auf der weißen Tischdecke standen, fein säuberlich aufstellt, getrocknet und gerebbelt, die Kräuter als Riechprobe. Von dem verlockenden Angebot machten viele Kirchenbesucher gerne Gebrauch. Auch für Kräuterunkundige war es ein leichtes Spiel, die intensiven Düfte zuzuordnen., denn jedes Schälchen hatte sein Namensschildchen. Und damit auch jeder einmal die Kräuter in voller Pracht sehen konnte, waren vorne und an der Seite große Fotos der Blüten an die Tischdecke angeheftet.

Auf der anderen Seite hatte das Vorstandsteam des Vereins mit Gertrud und Günter Krahl, Karin Gräf, Manfred Knodt, Reinhilde Scheloske und Paolo Lucchesi die Früchte des Gartens rund um Weinpresse und Leiterwagen aufgebaut. "Dieses Jahr war es gar nicht so einfach, genügend Gemüsesorten dafür zu finden", erzählt Gertrud Krahl. "Das meiste stammt aus dem Hochbeet unseres Vereinsgartens und aus unserem Privatgarten. In den Elzer Gärten wird inzwischen nur noch wenig Gemüse angebaut - hoffentlich wird sich das wieder ändern!"

Obst und Gemüse selbst ausgesät

Trotzdem konnte sich das Ergebnis sehen lassen. Mais und Möhren, Zwiebeln und Lauch, Kartoffeln und Kürbisse schmückten die Altarstufen, ebenso wie Äpfel, Birnen und Nüsse, Rote Beete, Wirsing und Weißkraut. "Da weiß man genau, was man auf dem Teller hat", lobte eine Besucherin, nachdem sie erfahren hatte, dass der Obst- und Gartenbauverein alles selbst aussät, fast ausschließlich samenfeste Sorten verwendet und keinerlei chemische Mittel zur Unkrautbekämpfung verwendet.

Die beiden Seitenaltäre wurden mit Blumen, Obst und Heuballen verziert und auch in der Mitte der Kirche, am Taufbecken, begrüßte Mutter Natur die Besucher. Damit ist die Gartensaison für dieses Jahr vorbei. Normalerweise beginnt der Verein, den es seit 1892 gibt, bereits um diese Jahreszeit, das nächste Jahresthema vorzubereiten.

Probleme wegen Corona und Klima

Wegen Corona ist das aber kaum möglich. Vielleicht werden Tomatenpflanzen zum Projekt, jedenfalls muss es etwas relativ Unkompliziertes sein, was nicht so viel Zeit erfordert. Auch der Klimawandel macht den Gärtnern zu schaffen. Die gemeinsame Pflege des Vereinsgartens an den Donnerstagen ist ebenfalls sehr schwierig geworden. "In diesem Jahr waren wir oft einzeln da", bedauert Gertrud Krahl.

Alle hoffen, dass sich die Lage etwas entspannt und es im Jahr 2021 wieder die beliebten kostenlosen Fachvorträge ausgebildeter Referenten über Zier- und Nutzgärten gibt (auch für Nicht-Vereinsmitglieder) und die Ein- und Mehrtages-Kurse durch die Vereins-Fachwarte stattfinden können. Praktische Vorführungen, Gartenbegehungen, Lehr- und Ausflugsfahrten, Sammelbestellungen von Obst- und Ziergehölzen, der spielerische Unterricht bei den Elzer Kindergärten sowie das Großeltern-Enkel-Gärtnern, das Grillen und die Weihnachtsfeier gehören für gewöhnlich ebenfalls zum festen Jahresprogramm. Mal sehen, was sich umsetzen lässt. Nur das Datum für die nächste Jahreshauptversammlung, am Freitag. 13. März, steht schon fest. Der Verein hat sicherheitshalber schon den großen Saal im Bürgerhaus dafür gebucht. anette in Concas

Alles, was die Saison bringt, hatten die Vereinsgärtner auf die Stufen des Altarraums der Elzer Pfarrkirche gebettet - vom Apfel bis zur Zwiebel.
Am Taufbecken begrüßten Blumen die Besucher.

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