Ein Blick für das Wesentliche und eine ruhige Hand zeichnen Vogelfotograf Robert Horn aus.
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Ein Blick für das Wesentliche und eine ruhige Hand zeichnen Vogelfotograf Robert Horn aus.

Naturliebhaber im Einsatz für Vögel

Elz: Er holt Fink und Star vor die Kamera

Der Freizeitornithologe Robert Horn füttert seit Jahren seine gefiederten Freunde und macht Fotos von ihnen

Elz -Als Hobbyfotografen kann man ihn kaum mehr bezeichnen: Wer die Bilder von Robert Horn sieht, weiß sofort, dass mehr dahintersteckt, als "nur" ein Hobby. Der knapp 85-Jährige hat eine Berufung und der ist er ein Leben lang nachgegangen. Er ist Freizeitornithologe, Vogelfreund und -beschützer, er füttert seit vielen Jahren täglich die Vögel im Wald und er macht sensationelle Vogelbilder.

Angefangen hat alles im Jahr 1951, als der 14-jährige Elzer gemeinsam mit Freunden den Club "Naturliebe" gründete. Die jungen Leute engagierten sich stark im Vogelschutz. "Das ging erst ein bisschen auseinander, als alle nach und nach verheiratet waren", erinnert sich Robert Horn. Er selbst blieb dem gemeinsamen Leitsatz "Habt Ehrfurcht vor der Natur" treu und bewirtschaftete mit seinem Vater Robert Horn senior gemeinsam ein Grundstück mit Fischteichen im Wald, das der Vater 1978 erworben hatte. Weil da immer so viel spannendes von Flora und Fauna zu sehen war, packte ihn vor rund 20 Jahren der Ehrgeiz, das Gesehene und Erlebte festzuhalten.

Amseln und Meisen sind häufige Gäste

Der gelernte Maschinenschlosser, der viele Jahre lang bei der Bauaufsicht der MKW tätig war, griff zur Kamera und begann Vögel zu fotografieren. Beim Elzer Förster lernte er das Fotozelt kennen und baute sich auf diese Anregung hin ein transportables "Fotohäuschen" aus Holz und stabiler Folie. Die kleine Bank im Inneren sollte ihn künftig viele Stunden tragen. Hier saß und sitzt er und fotografiert nach dem Füttern durch die drei Öffnungen, die er vorne und seitlich angebracht hat, die Vögel beim Fressen. Ganz häufige Gäste bei ihm sind Meisen, Buchfinken und Amseln. Eichelhäher, Rotkehlchen und Kernbeißer holen hier ihr Futter, ebenso wie die vier Pärchen Buntspechte, die zunächst alleine und jetzt mit ihren Jungen vorbeischauen. Selten geworden dagegen sind die Singdrossel und der Grünfink.

Gegen 8 Uhr ist er normalerweise an seinem Stammplatz und bestückt die elf Futterplätze, die er rundum gebaut hat, darunter auch einen Holzbehälter für die Knödel, die die Kohl-, Weiden- und die Blaumeise so lieben. Dazu kommt Fettfutter. Das Füttern ist ihm enorm wichtig. Wenn er selbst keine Zeit hat, sorgt er immer dafür, dass ein anderer die Arbeit übernimmt.

Weniger Nahrung verfügbar

Wenn man füttert, gewöhnen sich die Vögel daran und kommen wieder", berichtet der Naturfreund, der viele Jahre lang auch Führungen gemacht hat. Robert Horn weiß, dass seine gefiederten Freunde inzwischen oft vergeblich nach Essen suchen. "Früher waren die Felder und Ränder der Feldwege voller Wildblumen und Wildkräuter", erzählt er. "Heute finden die Tiere nicht mehr viel Nahrung. Insbesondere, wenn es bei der ersten Brut im Februar, März ein paar Tage lang geregnet hat, verhungern die Jungvögel." Auch der Landverbrauch für Siedlungen und Verkehrswege, diverse Freizeitaktivitäten und Monokulturen führten zu Lebensraumverlusten und der reduzierten die Verfügbarkeit an Nahrung. Das Gleiche gelte leider für Klimawandel, Abgase, Insektizide und sauren Regen. Dadurch seien die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten über 30 Prozent zurückgegangen. Kein Wunder, dass Robert Horn auch jeden, der mit ihm über sein Hobby spricht, animiert, in allen Jahreszeiten zu füttern. Zudem hat er 40 Nistkästen aufgehängt. Größtenteils sind sie bewohnt. Der Waldkauz hat hier sein Plätzchen gefunden, Meisen und Spechte sind dort zu Hause. Für den Eisvogel hat er Äste und einen Stamm über einen Teich gelegt. Seine vier Fischteiche werden nicht mehr beangelt und bewirtschaftet. Bis auf einen schmalen Gang mäht der engagierte Tierfreund auch nicht. Abgefallenes und umgestürztes Holz bleibt liegen - so hat der Elzer ein richtiges Naturschutzgebiet geschaffen.

Früher hat der Familienvater sogar selbst Vögel gezüchtet. 35 Jahre lang hat er erfolgreich Fasane, Rebhühner und Finken aufgezogen. Mit seinen Hakengimpeln wurde er sogar Deutscher Meister und zwei Mal Vizemeister.

Der Club "Naturliebe"

Die Idee, in Elz den Club "Naturliebe" zu gründen, ging von Robert Horn, Friedel Opper und Willibald Schenk aus. Das war im Jahre 1951. Auch Horst Müller, der Sohn des damaligen Kreisvogelschutzwartes, Willi Müller, schloss sich an und animierte zahlreiche Kameraden aus der "Klasse Gilles" zur Mitarbeit.

"Vogelschutz der Menschen Schutz und Freude" war der Leitgedanke der etwa 14-jährigen Jugendlichen, die in den kommenden Jahren richtig viel auf die Beine stellten. Sie richteten im ehemaligen Saalbau Berneiser große Präsentationen aus, die gerne auch von Schulklassen besucht wurden. Sie vertraten vehement die Grundsätze des Natur- und Vogelschutzes und kämpften entschlossen für die Erhaltung der "Gasehecken", ein Naturschutzgebiet in der Nähe des jetzigen Industriegebietes. Zahlreiche Nistkästen wurden in den Anlagen, im Wald und in der ganzen Umgebung aufgehängt.

Es wurden Statistiken geführt. Am Buß- und Bettag werteten die engagierten jungen Männer aus, wie viele Brutstätten bewohnt wurden. Tatsächlich gelang es den Jugendlichen sogar, namhafte Vertreter des Bunds für Vogelschutz nach Elz zu holen und Fachvorträge anzubieten. Und Farbvorträge wurden gezeigt. Sie wurden ebenfalls gut besucht. Auch wenn der Club im Laufe der Jahrzehnte in dieser Form nicht mehr bestand - die Mitglieder haben auch als Senioren immer ihre Liebe zu Flora und Fauna behalten.

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