Bürgermeister Horst Kaiser zeigt, wie Dachbegrünung funktionieren kann: Seit mehr als 30 Jahren ist das Dach seiner Garage bepflanzt. In der Drainageschicht des Daches können etwa 300 Liter Wasser gespeichert werden, die von den Pflanzen dann nach und nach aufgenommen werden. Die Substratschicht für den Bewuchs ist nur etwa zehn Zentimeter hoch.
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Bürgermeister Horst Kaiser zeigt, wie Dachbegrünung funktionieren kann: Seit mehr als 30 Jahren ist das Dach seiner Garage bepflanzt. In der Drainageschicht des Daches können etwa 300 Liter Wasser gespeichert werden, die von den Pflanzen dann nach und nach aufgenommen werden. Die Substratschicht für den Bewuchs ist nur etwa zehn Zentimeter hoch.

Fachliche Beratung durch Bauamt

Elz: Es grünt so grün, wenn Dächer und Fassaden blüh'n

  • VonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Bürgermeister Horst Kaiser stellt kommunales Förderprogramm vor

Elz -Die Dächer und Fassaden in der Gemeinde Elz sollen grüner werden. Deshalb hat die Verwaltung das Förderprogramm "Ungenutzte Ressource, Privatgrün-Förderung privater und gewerblicher Bauwerks- und Umfeldbegrünung" konzipiert, das Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) jetzt im Ausschuss für Bau und Umwelt vorgestellt hat. Danach kann die Gemeinde unter bestimmten Bedingungen Zuwendungen für die Begrünung gewähren, um "das Wohnen und Arbeiten attraktiver zu machen und die ökologischen Verhältnisse zu verbessern".

Diese Zuwendungen können sowohl in fachlicher Beratung bestehen als auch finanziell geleistet werden. Ein Rechtsanspruch auf Zuwendungen besteht nicht, heißt es in dem Regelwerk. Und weiter: "Grundsätzlich nicht förderfähig sind der Rückbau rechtswidrig angelegter Flächen oder Bauteile." Auch die Begrünung der Vorgärten werden nicht aus der Gemeindekasse subventioniert, sagte der Bürgermeister. Das sei Sache der Anwohner.

Bei der Dachbegrünung "werden alle Maßnahmen zur Herstellung einer dauerhaft funktionsfähigen, zusammenhängenden extensiven oder intensiven Begrünung auf Dächern gefördert", sagte Kaiser. Hierzu gehören vorbereitende sowie baulich-konstruktive Maßnahmen, die beispielsweise die Tragfähigkeit im Dachbereich erhöhen. Dabei müssen sich die Arbeiten "im fachlich sinnvollen und notwendigen Rahmen" befinden und der Aufwand "in einem angemessenen Verhältnis zu dem aus der Begrünung zu erwartenden ökologischen und gestalterischen Nutzen" stehen.

Förderwürdig kann darüber hinaus sein, dass eine Wurzelschutzfolie verlegt oder eine dauerhaften Bepflanzung erfolgt. "Die Maßnahmen müssen in ihrer Gesamtheit aus fachlicher Sicht geeignet sein, die ökologischen insbesondere die kleinklimatischen Verhältnisse und den Erlebniswert des unmittelbaren Wohnumfeldes zu verbessern", erläuterte der Bürgermeister.

Bei der Fassadenbegrünung werden Maßnahmen gefördert, "die zu einer dauerhaft funktionsfähigen Begrünung von Gebäudefassaden und sonstigen Bauwerken wie Mauern oder Zäunen führen", sagte Kaiser. Auch für Kletterhilfen wie Rankgerüste, Spanndrähte und Systeme für Fassadenbegrünung können Fördermittel beantragt werden. Auch hier gilt: "Die Maßnahmen müssen geeignet sein, mittel- bis langfristig eine Belebung des Straßenbildes und/oder eine Verbesserung der ökologischen Verhältnisse im unmittelbaren Wohnumfeld zu bewirken."

Gemeinde haftet

nicht für Schäden

Bei der fachlichen Beratung kommen Antragsteller in den Genuss, von Mitarbeitern des Bauamtes der Gemeinde einmalig kostenfrei zu Dach- und Fassadenbegrünung fachlich beraten zu werden. Eine verbindliche Beurteilung etwa der Gebäudestatik und Fassadenbeschaffenheit gibt es jedoch nicht, weshalb der Gemeinde auch keine Haftungsansprüche für später auftretende Schäden entstehen, betont der Verwaltungschef.

Erhält der Anwohner eine finanzielle Unterstützung aus den Haushaltsmitteln der Gemeinde, so erfolgt auch diese Leistung einmalig und anteilig zu den tatsächlichen Kosten. Dazu zählen Material-, Pflanz- und Planungskosten, wenn der Antragsteller die Planung der Maßnahmen an fachkundige Dritte wie Architekten oder Landschaftsarchitekten vergibt. Dazu Bürgermeister Kaiser: "Soweit die Gesamtkosten bei Maßnahmen, die nicht in Eigenregie durchgeführt werden, über 1500 Euro und bei Maßnahmen, die in Eigenregie durchgeführt werden, über 3000 Euro liegen, sind jeweils drei vergleichbare und prüffähige Kostenangebote einzuholen." Die Ermittlung der zuschussfähigen Gesamtkosten erfolgt dann auf der Grundlage des jeweils niedrigsten Angebots unter Berücksichtigung technischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Die Mehrwertsteuer zählt nicht zu den zuschussfähigen Kosten, wenn der Antragsteller den Vorsteuerabzug geltend machen kann. Bei Maßnahmen zur Dachbegrünung beträgt der anteilige kommunale Zuschuss zu den Gesamtkosten 25 Prozent und ist auf maximal 2000 Euro begrenzt. Bei der Fassadenbegrünung liegt die Höchstsumme bei 500 Euro.

Das Förderprogramm "Ungenutzte Ressource, Privatgrün-Förderung privater und gewerblicher Bauwerks- und Umfeldbegrünung" muss nun zunächst in den Fraktionen beraten werden, ehe die Gemeindevertretung einen Beschluss fasst. anken bohnhorst

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