Schwimmmeister Peter Schütz und sein Team hatten bei der Freibaderöffnung am Beckenrand alles im Griff
+
Schwimmmeister Peter Schütz und sein Team hatten bei der Freibaderöffnung am Beckenrand alles im Griff

Freibad wieder auf

Elz: Die Gemeinde freut sich über die ersten "Freischwimmer" der Saison

  • vonRobin Klöppel
    schließen

Ansturm bleibt aus - Schwimmmeister mahnt zur Vernunft

Elz. Das Elzer Freibad ist seit Samstag früh trotz der Hygienevorgaben zur Vorbeugung der Corona-Infektion wieder offen. Und am ersten Tag hat alles reibungslos funktioniert. Am späten Nachmittag berichtet Alexandra Schardt an der Kasse, dass knapp 80 Leute das Elzer Freibad an diesem Tag besucht hätten. Sie freut sich: "Alle waren vorbildlich, was die Umsetzung der Vorgaben betrifft. Die Gäste haben beim Reingehen ihre Masken getragen und beim Rausgehen auch schön brav wieder ihre Chips in den Eimer geworfen". Deren Ausgabe ist notwendig, um zu überwachen, dass nie mehr als 500 Personen gleichzeitig auf dem Gelände sind. Trotz der langen Schwimmpause blieb am ersten Öffnungstag der große Ansturm allerdings aus, auch weil sicherlich nicht den ganzen Tag über optimales Schwimmbadwetter herrschte. Bürgermeister Horst Kaiser (CDU), selbst begeisterter Frühschwimmer, sagt: "Entweder man will aufmachen. Dann findet man auch eine Lösung - oder man will eben nicht".

Wer aufmachen will, findet eine Lösung

Schwimmmeister Peter Schütz von der das Elzer Bad betreibenden Diezer Gravelius Service Group weiß, dass sich schon an den erwarteten heißen Tagen ab Mitte dieser Woche zeigen werde, ob das für Elz vorgesehene Konzept funktioniere, die Becken nicht überlaufen seien und sich keine langen Schlangen vor der Kasse bildeten. "Wenn wir feststellen, dass irgendetwas nicht wie gewünscht laufen sollte, können wir immer noch nachsteuern", so Schütz. Der Schwimmmeister sagt, ob aus Corona-Angst weniger Besucher als sonst kämen, sei schwer zu sagen. Vielleicht kämen auch mehr, weil viele diesen Sommer nicht wie sonst in den Urlaub fahren würden.

Schütz bittet dann die ersten Morgengäste per Megafon, die gültigen Abstandsregeln im Becken konsequent einzuhalten, "denn wenn es hier zu Infektionen kommt, müssen wir schnell wieder schließen". Die treuen Frühschwimmer verhalten sich aber vorbildlich. Nach einer halben Stunde sind schon 13 Schwimmer im Becken. Es sind überwiegend Leute kurz vor oder im Rentenalter, die auch sonst ins Elzer Bad regelmäßig morgens kommen. Von der Jugend ist anscheinend keiner nach der langen Pause so heiß aufs Schwimmen, dass er Samstag dafür extra früh aufstehen will. Unbedingt der Erste im Bad und Becken sein, möchte offenbar niemand. Denn 30 Minuten vor Öffnung der Kassen wartet niemand vor der Tür. "Normalerweise stehen, wenn Frühschwimmen ist, auch schon mal 20 Leute vor der Tür", ermutigt Schardt, trotzdem zu bleiben. Vielleicht liegt es einfach am eher kühlen Morgen oder der Corona-Furcht, das hier heute keiner lange anstehen will.

nur im Freibad

Dann endlich kommt auf seinem Moped der erste echte Schwimmbadgast, Klaus Ludwig. Obwohl er das Schwimmen liebt, war er seit September in keinem Becken mehr. "Ich gehe nicht in Hallenbäder - und dann kam Corona", erzählt der 79-jährige Elzer. Wie er sagt, ist er richtig heiß darauf, jetzt wieder jeden Morgen seine halbe Stunde ins Becken zu gehen. Hat Ludwig Angst vor dem Virus? "Wenn sie mich kriegen wollen, kriegen sie mich auch anders", meint er lächelnd. Erika Hahn ist die erste weibliche Besucherin und ergänzt: "Wenn ich beruflich im Anwaltsbüro täglich mit Mandanten zu tun habe oder einkaufen gehe, ist das doch viel gefährlicher". Und Hildegard Rücker ist derart schwimmbegeistert, dass sie mutig sagt: "Um hierher zu kommen, würde ich mich fast jeder Gefahr aussetzen". Ottmar Lang meint: "Es ist mir egal, ob ich hier duschen kann. Ich will einfach nur schwimmen". Lang geht drei Mal die Woche und denkt sich: "In gechlortem Wasser kann mit Corona-Ansteckung eigentlich nichts passieren". Vermisst hat das Schwimmen auch Heinz Zimmer, der morgens bei jedem Wind und Wetter seine Bahnen zieht. Schwimmmeister Schütz sagt: "Wenn die Besucher alle vernünftig sind und im Becken den Abstand halten, kann eigentlich nichts passieren." Robin Klöppel

Wenn in Rüsselsheim die Freibadsaison beginnt, werden Corona-bedingt die Abläufe in diesem Sommer anders sein als gewohnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare