Die Elzer Christdemokraten trafen sich anlässlich 75 Jahre CDU zu einer Videokonferenz.
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Die Elzer Christdemokraten trafen sich anlässlich 75 Jahre CDU zu einer Videokonferenz.

Ein dreiviertel Jahrhundert CDU

Elz: In 75 Jahren nur einmal keine absolute Mehrheit

  • vonBernd Lormann
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CDU begeht ihren Gründungstag vor einem dreiviertel Jahrhundert mit einer Videokonferenz

Elz -Am 18. Januar 1946 trafen sich in der Gaststätte Jakob Schneider - auch Jabo genannt im "Bunker", heute Nassauer Hof - 20 Elzer Männer mit Bäckermeister Josef Friedrich an der Spitze, der im April 1945 von den Amerikanern in Elz als Bürgermeister eingesetzt worden war, und gründeten als eine der ersten in Kreis den CDU-Ortsverband Elz.

Am gleichen Tag 75 Jahre danach trafen sich visuell 44 Frauen und Männer aufgrund der Corona-Pandemie in einer Videokonferenz und erinnerten in einer damit ungewöhnlichen Feierstunde über ihre Bildschirme an die Verdienste der Gründerväter der Elzer CDU.

War die aktuelle Feierstunde für den amtierenden CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Jürgen Wilhelm schon ungewöhnlich, so waren für ihn und seine politischen Freunde die Erfolge und Leistungen der CDU außergewöhnlich. Denn nur einmal in der Zeit nach dem Kriege, man schrieb das Jahr 1993 mit dem Einzug der Bürgerliste in die Gemeindevertretung, verfehlte die CDU die absolute Mehrheit. Diese aber hat sie längst wieder inne. Alle bisherigen Bürgermeister wie Josef Friedrich, Theo Michaely, Günter Schmitt, Winfried Schumacher und Horst Kaiser habe die CDU gestellt.

Um jede Stimme kämpfen

Die Erfolgsstory der Elzer CDU dürfe nicht zu Ende gehen, meinte Jürgen Wilhelm und appellierte am Ende der Feierstunde an alle Mitglieder, bei der Kommunalwahl am 14. März in Elz um jede Stimme zu kämpfen. Es sei das große Ziel der CDU, die Gemeinde mit dem Projekt "Neue Mitte" weiter zu entwickeln. Sollte die CDU in der Gemeindevertretung am 14. März die absolute Mehrheit verlieren, stünde das Projekt "Neue Mitte" auf der Kippe.

Die nahezu zweieinhalbstündige Zeit ihrer digitalen Zusammenkunft zur 75-Jahrfeier widmeten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aber überwiegend dem Dank an die Arbeit ihrer Vorgänger und den für die Gemeinde Elz erbrachten Leistungen. CDU-Vorsitzender Jürgen Wilhelm begrüßte als Videogäste unter anderem den Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, den hessischen Staatssekretär im Innenministerium und neues Bundesvorstandsmitglied der CDU, Stefan Heck, Regierungspräsident Christoph Ullrich, Altlandrat Manfred Michel, den früheren Bürgermeister Günter Schmitt, den CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister sowie Bürgermeister Horst Kaiser und die Erste Beigeordnete Ingrid Friedrich.

Der CDU-Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Willsch beglückwünschte die Elzer CDU zu ihren Erfolgen. Diese kämen schließlich nicht von selbst, dafür spreche auch eine Kandidatenliste von mehr als 100 Bewerbern und Bewerberinnen. Zur aktuellen Wahl von Armin Laschet zum Bundesvorsitzenden meinte Willsch, hier blicke er optimistisch in die Zukunft, aber im Vordergrund stehe zunächst einmal die Kommunalwahl am 14. März. Zur Corona-Lage sagte Willsch, die alarmierende Mutation des Virus in Irland, England und anderen Ländern erfordere eine Beibehaltung des Lockdowns. Besorgt zeigte sich Willsch allerdings bei den von der Bundesregierung zugesagten Hilfen. Einfach und unbürokratisch sei das nicht, das müsse alles schneller gehen. Was die Zukunft betreffe, so Willsch, werde nach der Pandemie nicht mehr alles so wie vorher sein. Auch werde die Verschuldung Höhen erreicht haben, mit denen die nächste Generation noch zu schaffen habe.

Regierungspräsident Christoph Ullrich sprach von einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Mit den Hilfsprogrammen sei das Regierungspräsidium beschäftigt und habe dafür allein rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt. Einer Menge von Unternehmen gehe es schlecht, sagte Ullrich, hier müsse mehr Unterstützung erfolgen.

Der frühere Elzer Bürgermeister Günter Schmitt erinnerte an die Arbeit der Gründerväter der Elzer CDU. Schmitt sprach von einer beachtlichen Leistung, die mit Josef Friedrich vor 75 Jahren begonnen habe. "Glück auf" habe Josef Friedrich stets gesagt, das gelte auch heute noch.

Neue Herausforderung

Der Elzer CDU-Fraktionsvorsitzende Bastian Hoffmann sprach von einer neuen Herausforderung für seine Partei, nachdem zur Kommunalwahl am 14. März die neue Bürgerliste "Bürger für Elz" zur Wahl in die Gemeindevertretung antrete. Die CDU habe einen Plan und Ideen, die sie in einem in Kürze zur Verfügung stehenden Wahlprogramm präsentiere.

Die Jubiläumsfeier über Bildschirm bereicherten Novian Lut und Joachim Heuser mit Fotos und Dokumenten der vergangenen Jahrzehnte. In der Video-Konferenz legten die Teilnehmer auch eine Gedenkminute für die am Tage der 75-jährigen Gründungsfeier verstorbenen Lydia Friedrich, Tochter des früheren Bürgermeisters Josef Friedrich, sowie des vor wenigen Tagen verstorbenen ehemaligen Gemeindevertretervorsitzenden und Gründungsmitglied des Geschichtsvereins, Karl Heinz Blättel, ein.

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