Der Bachlauf des Erbaches in Elz zwischen Bürgerhaus und Rathausstraße. Die Gemeinde beantragt eine Teilüberbauung des Erbaches an der Ecke Bachgasse/Rathausstraße, um eine breitere Zufahrt zum neuen Parkplatz Bachgasse zu erhalten.
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Der Bachlauf des Erbaches in Elz zwischen Bürgerhaus und Rathausstraße. Die Gemeinde beantragt eine Teilüberbauung des Erbaches an der Ecke Bachgasse/Rathausstraße, um eine breitere Zufahrt zum neuen Parkplatz Bachgasse zu erhalten.

Luxus oder Notwendig?

Diskussionen um neuen Parkplatz in Elz: „15.000 Euro für einen Parkplatz sind zu viel“

  • vonBernd Lormann
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In Elz wird um den Bau eines neuen Parkplatzes heftig diskutiert. Die SPD findet die geplante Summe für den Bau viel zu hoch.

Elz - "15 000 Euro für einen Parkplatz, das ist Luxus". So die Kritik von SPD-Vertretern in der Ortskernkommission, die sich am Dienstagabend in der öffentlichen Sitzung im Bürgerhaus mit dem Grundstückstausch der Gemeinde mit der Kreissparkasse (KSK) beschäftigte. 327 000 Euro zahlt die Gemeinde der Kreissparkasse und erhält dafür Grundstücke und ein Wohnhaus in der Bachgasse 22 (Bodenwert rund 565 000 Euro) mit Platz für 38 Parkplätzen. Die Kreissparkasse erhält dafür an der Ecke Langgasse/Bachgasse einige Parkflächen, um dort ein Gebäude mit mehreren Wohnungen zu bauen.

Neuer Parkplatz in Elz: Viel Diskussionsbedarf

Eigentlich war das Geschäft mit dem Grundstückstausch längst perfekt und auch in der Gemeindevertretung mehr oder weniger "abgesegnet". Doch nachdem das Gebäude Bachgasse 22 überraschend wegen Ensembleschutz unter Denkmalschutz gestellt wurde und entgegen ursprünglicher Planung nicht abgerissen werden kann, entzündete sich eine Diskussion mit vielen Emotionen. Letztendlich muss nun die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Montag, 14. September, eine Entscheidung treffen, ob der Grundstückstausch zustande kommt. Schließlich hat die Kreissparkasse mittlerweile noch einen Nachlass von rund 20 000 Euro eingeräumt. Ursprünglich , so die KSK, hat sie für das Gelände an der Bachgasse 694 000 Euro gezahlt.

Sowohl der Gemeindevorstand als auch die Mehrheitsfraktion der CDU werden von ihrem Vorhaben nicht abweichen, das Gelände um die Bachgasse 22 im Rahmen der Ortskerngestaltung "Neue Mitte" einschließlich Hotelneubau, ehemals Schäfer, weiter zu entwickeln.

Teure Pläne für neuen Parkplatz in Elz? Das war nicht vorher zu sehen

Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) wies alle Behauptungen zurück, Fakten zu verheimlichen. Dass das Haus Bachgasse 22 unter Denkmalschutz gestellt werde, habe er nicht auf seiner Einschätzung gehabt. Mit dieser Tatsache müsse man aber heute leben. Außerdem sei das Gebäude in einem guten baulichen Zustand mit komplett installierter moderner Elektrik. Für das Haus gebe es bereits Mietinteressenten. Für den hinteren Bereich bestehe nach dem Abbruch eines Hauses die Möglichkeit, 38 Parkplätze zu schaffen.

Ermöglicht werde ein Fußgängerzugang vom Parkplatz über das Grundstück Brillen Plaz zur Rathausstraße. Die Gemeinde erhalte in der Bachgasse in unmittelbarer Nähe des Bürgerhauses elf Parkplätze mehr, als sie in der Langgasse an die Kreissparkasse abgebe, sagte Kaiser. Leider sei ein Gartengrundstück zwischen Bachgasse und Weberstraße (Bereich ehemaliges Hotel Schäfer) nicht zu kaufen, um einen direkten Durchgang im Grünen vom Bürgerhaus zur Weberstraße zu verwirklichen. Der Eigentümer stelle Forderungen, wie zum Beispiel zwei Bauplätze als Gegenwert, die nicht zu erfüllen seien.

Man ist mit dem Tauschgeschäft nicht einverstanden

Sowohl Frank Zei als auch Werner Witteyer übten ebenso Kritik an diesem Tauschgeschäft wie Ayse-Seher Cirasun (alle SPD). Umgerechnet 15 000 Euro für einen Parkplatz seien zu viel, zumal das eingeplante Gartengrundstück für einen Durchgang bis zur Weberstraße nicht zur Verfügung stehe. Auch die einmal angedachte Treppengestaltung am Bachlauf des Erbaches zum Bürgerhaus sowie die geplante Teilüberbauung des Erbaches an der Einmündung Bachgasse/Rathausstraße sei nicht mit eingebunden.

Horst Kaiser bekräftigte, der Erwerb des Gartengrundstückes stehe weiter auf der Agenda, ebenso der Antrag auf Teilüberbauung des Erbaches. Sowohl Jürgen Wilhelm, als auch Matthias Schmidt und Bastian Hoffmann von der CDU sprachen sich für den Erwerb des Grundstückes in der Bachgasse 22 aus.

Werner Witteyer meinte, zu den Erwerbskosten kämen Kosten für Abbruch und Gestaltung der neuen Parkfläche hinzu, so dass 500 000 Euro zu verkraften seien. Das alles sei nur rentabel, so Witteyer, wenn die Gemeinde das zu erwerbende Grundstück zum Teil überbauen könnte. Der frühere Vorsitzende der Gemeindevertretung und Mitglied der Ortskernkommission, Dieter Eidt, verteidigte die Marschroute des Gemeindevorstandes und der CDU.

Bürgermeister Horst Kaiser stellt Antrag

Bürgermeister Horst Kaiser legte ein Konzept vor, wie mit dem zu erhaltenden Haus Bachgasse 22 ein Parkplatz realisiert werden kann. Da das Grundstück mehr wert ist als der bisherige Parkplatz an der Langgasse müsste die Gemeinde beim Tausch noch 327 000 Euro an die KSK zahlen. Für die Parkfläche mit 38 Parkplätzen, davon drei breitere als Behindertenparkplätze, kämen Kosten von rund 176 000 Euro hinzu. Für die Beleuchtung müssten 15 000 bis 20 000 Euro aufgewendet werden, die Einrichtung einer E-Lade-Station koste rund 10 000 Euro. Beim Landkreis Limburg-Weilburg habe er bereits einen Antrag gestellt, diese Infrastrukturmaßnahme aus dem Zukunftsfonds des Kreises fördern zu lassen. Er sei recht positiv gestimmt, dass diese bezuschusst werde. Wenn die Gemeindevertretung am 14. September den Beschluss fasse, könnte der Parkplatz zum Jahreswechsel realisiert werden. (Bernd Lormann)

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