Immer wieder wird das Haus in der Schulstraße 14 in Elz bei Limburg, mit Steinen beworfen. Von wem und warum, weiß niemand.
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Immer wieder wird das Haus in der Schulstraße 14 in Elz bei Limburg mit Steinen beworfen. Von wem und warum, weiß niemand.

Polizei und Gemeinde informiert

Unbekannte werfen seit Monaten Steine auf Senioren-Wohnhaus: „Gefährlicher Schwachsinn“

  • vonAnken Bohnhorst-Vollmer
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Immer wieder wird ein Anwesen in der Schulstraße in Elz bei Limburg mit Steinen beworfen. Die Hintergründe sind unklar.

Elz – Ein paar Monate lang war es ruhig für die Bewohner von Haus Nummer 14 in der Elzer Schulstraße. Die Mieter der zwölf barrierefreien Wohnungen in dem Privatanwesen, allesamt Senioren, hofften, es sei vorbei mit den nächtlichen Steinewerfern, die immer wieder das Glas der Eingangstür mit Steinen zerschmetterten. Doch dann kam der 31. Oktober, Halloween, und wieder flogen Steine. Und erneut in der Silvesternacht.

Haus in Elz bei Limburg gerät unter Beschuss: Besitzerin lässt Steine ums Haus entfernen

Weshalb ihr Haus immer wieder unter Beschuss gerät, weiß Hausbesitzerin Simone Reichwein nicht. Vielleicht weil gerade um dieses Haus nahe dem Weg zu den Elzer Anlagen reichlich Steine liegen, meint sie. Die Steine, die Haus und Grundstück dekorativ einfassen sollten, habe sie jetzt jedenfalls weggeräumt. Nur, ob das die Lösung ist, bleibt ebenso fraglich wie eine Erklärung für die Angriffe.

Fest steht, dass das große, dreistöckige Eckhaus bereits seit zwei Jahren immer wieder Zielscheibe von Steinewerfern ist. Besonders auf die gläserne Eingangstür hatten es die Randalierer abgesehen. So oft wurde diese Scheibe kaputt geworfen, dass die Hausbesitzerin beschloss, anstatt Glas nur noch eine Spanplatte in die Fassung der Haustür einsetzen zu lassen.

Steinwürfe in Elz bei Limburg an Silvester: Werfer nimmt Verletzte in Kauf

Außerdem zeigte sie jeden Angriff bei der Polizei und der Gemeinde an und erfuhr jedes Mal, dass ermittelt werde. Allerdings ohne Erfolg. Anhaltspunkte oder Hinweise gab es nicht. Sie selbst sei wochenlang abends mit dem Auto die Schulstraße rauf- und runtergefahren. Gesehen hat sie nichts. Auch die Hausbewohner nicht. Denn ehe man nach dem Klirren eines geborstenen Glases am Fenster sei, hätten die Werfer natürlich längst das Weite gesucht, berichtet Simone Reichwein.

Besser wurde es erst, als Markus Schmidt vom Ordnungsamt mit dem Jugendpfleger der Gemeinde sprach und ihm den Fall schilderte. Danach sei es ruhiger gewesen, bestätigt Schmidt. Die nächtlichen Attacken hörten auf. Der Jugendpfleger habe die Vorfälle offenbar mit Jugendlichen in Verbindung bringen können, sagt Schmidt. Jedenfalls herrschte während des gesamten Sommers und Frühherbsts Ruhe in der Schulstraße. Bis Halloween und bis Silvester, als die Würfe eine neue Qualität erhielten, weil jetzt nicht nur das Haus beschädigt wurde, sondern der Werfer auch in Kauf nahm, einen Bewohner zu verletzen. Tatsächlich habe eine Frau in jenem Wohnzimmer gesessen, in das der Stein flog, sagt Simone Reichwein. Purer Zufall, dass die alte Dame nicht getroffen worden sei.

Elz bei Limburg: Kameras sollen Steinewerfer abschrecken und für Ruhe sorgen

"Jetzt wird's gefährlich", habe sie da gedacht, sagt die Hausbesitzerin. Jetzt ist das "kein Dummer-Jungen-Streich mehr, sondern gefährlicher Schwachsinn". Simone Reichwein hat neben den Bewegungsmeldern jetzt auch eine Kamera installieren lassen, die die Besucher auf dem Privatgelände aufnimmt. Auf diese Maßnahme setzt sie und auf die Aufmerksamkeit der Mitbürger, damit endlich dauerhaft Ruhe in Haus Nummer 14 in der Schulstraße einkehrt. (Anken Bohnhorst-Vollmer)

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