1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg
  4. Elz

Elz: Mit den Jazz-Bären auf die Bourbon Street

Erstellt:

Kommentare

Zahlreiche kleine und große Besucher schützten sich mit Strohhüten vor der Sommerhitze beim Jazz-Frühschoppen.
Zahlreiche kleine und große Besucher schützten sich mit Strohhüten vor der Sommerhitze beim Jazz-Frühschoppen. © Anette in Concas

Beschwingt durch den Vormittag beim Frühschoppen in der Neumühle - Auch Prinz und Prinzessin sind dabei

Elz -Mit einem fröhlichen "Glory, Hallelujah" begrüßten die Offheimer Jazz-Bären ihre Gäste zum musikalischen Frühschoppen im Hof der Elzer Neumühle. Zwischen Palmen und Oleander ließ es sich großartig musizieren und toll zuhören, Fingerschnippen, Fußwippen und Mitklatschen inklusive.

Der Kulturkreis als Veranstalter hatte mit dem Engagement der Dixieland Jazzband das rechte Näschen für einen strahlenden Sonntagmorgen bewiesen. Mit Schwung und Swing ging es in den Tag. Viele Besucher waren mit dem Rad gekommen, ließen sich unter den bunten Sonnenschirmen nieder und dort bewirten. Ein großes Büfett, bestückt mit selbst gebackenen Kuchen - alles Kulturkreiskuchen - begleitete die Veranstaltung. Wer es herzhafter mochte, griff zu Spießbraten und ließ sich vom tab (theater am bach) Getränke einschenken.

Und obwohl der Heimathafen der Jazz-Bären in Offheim liegt (Elz und Offheim haben ja traditionell ein besonders spannendes Verhältnis), ließen sich die zahlreichen Besucher nur zu gerne von den Musikern aus dem Nachbarort einfangen. Die Herren zogen alle Register. Hermann Weimer brillierte an der Klarinette und am Saxophon, sein Sohn Markus am Schlagzeug und mit der Stimme. Michael Storck bezauberte am Piano und sang, ebenso wie Gereon Brenk, der Meister des Banjos. Der Kontrabass folgte den flinken Fingern von Tobias Storck, der die Lieder ebenfalls stimmlich unterstützte. Das Quintett strahlte dabei eine solche Lebensfreude und Unbefangenheit aus, dass man einfach gute Laune haben musste.

Lieder wie "Wochenend und Sonnenschein", "You Are My Sunshine", oder "Bourbon Street Parade" beflügelten die Stimmung zusätzlich. Tobias Storck, der auch moderierte, erzählte amüsant über diese, etwa zwei Kilometer lange Straße, eine Mischung aus Drosselgasse, St. Pauli und mehr. Das Lied, das 1949 von einem Schlagzeuger komponiert wurde, ist längst zum Dixieland-Klassiker und New Orleans-Standard geworden.

Hüte sind wieder im Trend

Die Musiker haben eine besondere Beziehung zu dem Song. Denn seit 2008 besuchen die Offheimer Musiker immer wieder das "French Quartier Festival" in New Orleans und haben selbst schon in den Jazzkneipen der Bourbon Street gespielt.

Übrigens haben die Jazz-Bären auch eine CD aufgelegt, die den Namen "Let's Fly Down" - einer Passage aus der "Bourbon Street Parade" trägt.

Zahlreiche Gäste dieses heiteren Vormittags waren mit dem Rad gekommen und zeigten, dass in Deutschland wieder Hüte "up to date" sind. Diverse Strohhüte - es gab aber auch verknotete Taschentücher - malten ein reizendes Bild und passten so richtig schön zu Luis Armstrongs "What A Wonderful World". "Satchmo" besingt hier die einfachen Ding des Lebens und zeigt sich dankbar für all das, was man viel zu oft übersieht.

Zu den begeisterten Zuhörern gehörten auch Prinzessin Felicitas zu Wied und Prinz Metfried zu Wied, die ihre Burg in Runkel für das musikalische Stelldichein in Elz gerne einmal verlassen haben. Auch Bürgermeister Horst Kaiser, selbst Musiker, ließ sich von der Spielfreude der Bären anstecken, griff zum Akkordeon und spielte "Oh When The Saints" mit. Nach drei Stunden Sommerseligkeit war die Veranstaltung zu Ende - allerdings hatten Kulturkreis und theater am bach noch alle Hände voll zu tun, Hof und Bühne wieder für die kommenden Sommernachtstraum-Vorstellungen (noch Mittwoch und am Wochenende) umzugestalten. Das Konzert fand in der Reihe des Elzer Mühlensommers statt.

Auch interessant

Kommentare