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Elz: Radweg an der B 8: links, rechts, untendurch

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Von: Anken Bohnhorst

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Mit dem Fahrrad sicher von Malmeneich nach Elz. André Jung würde das begrüßen.
Mit dem Fahrrad sicher von Malmeneich nach Elz. André Jung würde das begrüßen. © Anken Bohnhorst

SPD lädt zum Bürgergespräch über sichere und schnelle Verbindung ein

Malmeneich -Wie kann man sicher und schnell mit dem Fahrrad von Malmeneich nach Elz gelangen, ohne dabei über die Bundesstraße fahren zu müssen? Diese Frage diskutierte die SPD-Fraktion jetzt mit Bürgern aus beiden Ortsteilen. Das Ergebnis: Von insgesamt fünf Möglichkeiten scheidet eine auf jeden Fall aus, eine ist unter topografischen Gesichtspunkten kaum realisierbar, eine weitere ist unsicher und allenfalls als Freizeit-Erlebnis-Parcours benutzbar. Bleiben zwei Optionen, die miteinander verbunden werden könnten. Fest steht aber: "Ohne Eingriffe in die Natur wird es nicht gehen", sagte SPD-Mandatsträger Frank Zei. Und auch dass Kosten anfallen werden, müsse allen Beteiligten klar sein.

Trotzdem soll ein Radweg eingerichtet werden, betonte Yvonne Schäfer, wie Frank Zei ebenfalls Mitglied der SPD-Fraktion in der Elzer Gemeindevertretung und zudem Bürgerin von Malmeneich. Dazu habe die SPD bereits im Frühjahr vergangenen Jahres einen Antrag im Parlament gestellt. Denn die derzeitige direkte Radverbindung von einem in den anderen Ortsteil führt über die Bundesstraße. Die aber sei "lebensgefährlich". Radler könnten hier leicht übersehen werden.

Höhere Verkehrssicherheit bestünde, wenn man mit dem Fahrrad im Südwesten von Malmeneich durch den Wald abwärts fährt, sagte Schäfer. Nur sei dieser Weg erst kürzlich von einem Harvester beeinträchtigt worden. Mit weiteren forstwirtschaftlichen Eingriffen sei zu rechnen, so dass diese Strecke allenfalls als Bahn für gemütliche Freizeitfahrten tauge. Viel problematischer allerdings wird beurteilt, dass der Waldweg entlegen und somit unsicher sei. Frauen und Kinder könne man hier nicht guten Gewissens Rad fahren lassen, stimmten die anwesenden Bürger überein. "Außerdem macht man sich sein Rad kaputt", sagte ein Mann, der die Strecke kennt.

Nicht viel angenehmer dürfte sich die Fahrt östlich der Bundesstraße gestalten. Dort verlaufe zunächst ein Feldweg, der aber in Gestrüpp und schließlich am Rande einer Schlucht endet, berichtete Schäfer. Zudem müssten dort die Eigentumsverhältnisse der Flächen geklärt werden.

Sinnvoll erscheint demnach, den Radweg parallel zur Bundesstraße anzulegen. Die SPD hat hier zwei Varianten im Angebot, eine links und eine rechts der Straße. Die zu einem Weg zu verbinden, ist Frank Zei zufolge "eine charmante Lösung". Danach soll der Weg von Elz kommend zunächst westlich der Bundesstraße verlaufen und nach etwa einem Drittel der Strecke nach Malmeneich, auf Höhe des Wasserhäuschens, die Autofahrbahn unterqueren, um auf östlicher Seite parallel zur B 8 in den Ort zu führen. Die Vorteile bei diesem Streckenverlauf: Es müssten weniger Bäume entfernt werden, die Gemeinde besitzt eigene Flächen, und der Radweg befände sich in der Nähe der Bundesstraße. Darüber hinaus ermögliche diese Streckenführung eine Verbindung zum Radweg nach Hadamar, machte Yvonne Schäfer deutlich. Und das sei durchaus gewollt.

Ringlösung mit Nachbarkommunen

Denn dass nicht nur Elzer Radweg-Bedürfnisse in den Blick genommen werden dürfen, vielmehr an Ringlösungen mit den umliegenden Gemeinden gearbeitet werden muss, forderte auch Heiner Egenolf, Fraktionsvorsitzender der Wählerinitiative "Bürger für Elz". Der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (SPD) habe sich ebenso für ein kommunales Zusammenwirken ausgesprochen, gab Schäfer ein Gespräch mit ihrem Parteikollegen wieder. Der habe erklärt, der Ausbau des Radwegenetzes soll attraktiver und daher vorangetrieben werden, und zwar mit ausdrücklicher Beteiligung der Gemeinden. Der finanzielle Rahmen soll durch Förderprogramme von Kreis, Land und Bund gezogen werden.

Dazu erklärte Frank Zei, wenn ein tragfähiges Radwegenetz erstellt werde, "dann haben wir auch Investoren im Boot". Über die Zeitspanne, innerhalb derer ein Radweg realisiert werden könnte, äußerten sich Zei und Schäfer vorsichtig. Das Projekt sei "dringlich" und solle kurzfristig umgesetzt werden, sagte Schäfer. "Was aber in der Politik kurzfristig heißt, kann ich nicht sagen." Ebenfalls zurückhaltend reagierte Bürgermeister Horst Kaiser (CDU). "Man muss sehen, was möglich ist", sagte er.

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