Die Liebe hat André Kurt nach Elz verschlagen. Die Liebe zur seiner Schweizer Heimat besteht dennoch fort.  foto: Robin Klöppel
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Die Liebe hat André Kurt nach Elz verschlagen. Die Liebe zur seiner Schweizer Heimat besteht dennoch fort. foto: Robin Klöppel

Heimatliebe

Elz: Schwiizerdütsch klingt auch im Nassauer Land

  • vonRobin Klöppel
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Der Wahl Elzer André Kurt pflegt die Liebe zu seiner Heimat im SchweizerClub RheinLahn.Aktuell leben über 90 000 Schweizer in Deutschland. Einer von ihnen ist André Kurt. Er hat seine zweite Heimat in Elz gefunden.

Elz -Auch die in Deutschland lebenden Eidgenossen pflegen genauso wie viele Deutsche im Ausland gerne ihre Kontakte zu Landsleuten. So gibt es alleine in Deutschland 40 Schweizer-Clubs. Den heimischen SchweizerClub RheinLahn leitet der Wahl-Elzer André Kurt. Er ist der Gatte der früheren Vorsitzenden des Elzer Gewerbevereins, Doris Schmitthals.

Die aus Köln stammende Unternehmerin besuchte mit ihrem Unternehmen DS-Messwerkzeuge früher viele Messen, und so lernte sie dort auch ihren Branchenkollegen "Andi" Kurt kennen, der aus Biel im Kanton Bern stammt. Der Liebe zu seiner Doris wegen verlagerte der seinen Wohnsitz nach Hessen.

Zunächst wohnten die Zwei in Frankfurt zusammen, weil das ein günstig gelegener Ort war, um in ganz Deutschland Messen und Kundschaft aufzusuchen. Dann entschied das Paar sich aber dazu, aufs ruhige Land zu gehen und fand vor 18 Jahren in Elz, ebenfalls zentral mit nahem Autobahnanschluss gelegen, einen neuen Wohnsitz.

Schweizer-Club hat derzeit 30 Mitglieder

"Andi" Kurt fühlt sich schon lange als Elzer, hat hier einen großen Freundeskreis. Doch in seinem Herzen ist er auch immer Schweizer geblieben und würde seinen schweizerischen Pass niemals hergeben. André Kurt erzählt: "Wir sind ein Schweizer-Club, der sich 1999 gegründet hat. Derzeit haben wir knapp über 30 Mitglieder und möchten gerne auf diesem Weg Leute ansprechen, die an einem aktiven und kreativen Club mit Schweizern sowie deren Freunden interessiert sind".

Das Stammlokal des Vereins oder "Beizli", wie die Schweizer sagen, ist die "Bauernklause" in Lahnstein. Die Mitglieder des Vereins kämen, so der Vorsitzende, aus dem Umfeld von 50 Kilometer rund um Koblenz und stammten aus verschiedenen Schweizer Kantonen. Kurt sagt: "Als Ziel haben wir uns Geselligkeit, Austausch unserer Heimatgefühle, Freundschaften untereinander gesetzt, die durch vielseitige Veranstaltungen gegeben sind". Es gebe vier Stammtische im Jahr, wo zwanglos über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft palavert werde.

Unterwegs mit einem

"Schwiizer Postauto"

Wenn nicht gerade die Corona-Pandemie das gesellschaftliche Leben weitestgehend ausbremst, lädt der Schweizer-Club auch einmal pro Jahr zu einem gemeinsamen Tagesausflug ein, der in der Regel in einem Reisebus stattfindet. Aber auch schon einmal in einem "Schwiizer Postauto". Ziele der Vergangenheit waren, wie Kurt berichtet, beispielsweise das Europaparlament in Strassburg, das Großherzogtum Luxemburg sowie die alte Kaiserstadt Aachen.Der Elzer berichtet: "Der Schweizer Nationalfeiertag '1.Ouguscht-Fiir' wird möglichst in unserem Stammlokal gefeiert". Dort werden Alphörner ausgepackt, Schweizer Wurst (Cervelat) auf dem Feuer zubereitet und anschließend mit Hörnli-und Rübli-Salat genossen.

Was laut André Kurt für Schweizer in Deutschland sicher auch interessant sein dürfte, ist, dass sein Verein Mitglied in der Auslandschweizerorganisation sowie eng mit dem Schweizerischen Generalkonsulat in Frankfurt vernetzt ist, was für die Mitglieder bei ernsthaften Fragen und Problemen in Deutschland hilfreich sein kann.

André Kurt ist bei den Club-Aktivitäten meist mit seinem Club-Shirt sowie seinem "Chäppi" bekleidet. Die Abzeichen auf seinem Käppi sind "1.August-Abzeichen", die zum Schweizer Nationalfeiertag für einen guten Zweck verkauft werden. Auslandsschweizer können diese über das Generalkonsultat beziehen und machen das, wie Kurt weiß, auch sehr gerne. Kurt sagt, dass Schweizer im Gegensatz zu vielen Deutschen ihre Nationalität im Ausland gerne zeigen. So ist immer eine schweizerische Fahne dabei, wenn der Schweizer-Club auf Ausflügen unterwegs ist.

Übersetzungshilfen inbegriffen

50 Prozent der Mitglieder eines Schweizer-Clubs müssen satzungsgemäß echte Schweizer sein, aber Freunde der Mitglieder können, wie Kurt berichtet, gerne zu den Vereinsaktivitäten mitkommen. Schwierig wird es für diese allerdings, wenn die echten Schweizer ungezwungen anfangen, untereinander "Schwiizerdütsch" zu reden. André Kurt versichert aber: "Wir Schweizer sind gut erzogen und versuchen dann gerne, den anderen das Nichtverstandene in einem vernünftigen Deutsch zu erklären". Und wenn unterwegs jeder sein "Fräss-Päckli" mit Original Schweizer-Produkten bekommt, dann sind alle wieder zufrieden.

Andre Kurt betont aber: "Wir Schweizer vom Club leben in Deutschland, fühlen uns hier wohl und betrachten Deutschland als Heimat". Alle hätten zwar noch "Schweizer-Gefühle". Zurück in die Schweiz gehen, wolle aber niemand, stellt der Mann, der die Gemeinde Elz zu seiner zweiten Heimat erkoren hat, fest.

Wer Interesse hat, künftig bei den Aktivitäten des heimischen SchweizerClub RheinLahn dabeizusein, erreicht André Kurt auch per WhatsApp unter 01 72-6 81 01 08 oder per E-Mail unter andre_kurt@yahoo.de. Darüber hinaus informiert der Verein über seine Website; die ist unter www.schweizerclub-rheinlahn.de zu finden.

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