Die Brüder Dirk (vorne) und Jörg Hammrich ließen sich im Oster-Drive-in Waffeln und Eis schmecken.
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Die Brüder Dirk (vorne) und Jörg Hammrich ließen sich im Oster-Drive-in Waffeln und Eis schmecken.

Innovative Idee, aber wenig Resonanz

Elz: Verhaltener Zuspruch für Drive-in-Ostermarkt

  • vonRobin Klöppel
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Gutes Essen, aber zu wenig Stände - Besucher aus der Region bleiben diesmal weitestgehend aus

Elz -Der Reiz des Neuen in Sachen Drive-in-Märkte in Elz scheint verflogen zu sein. Vor Weihnachten warteten noch - beworben durch überregionale Medienberichte - Gäste stundenlang in ihren Wagen, um Einlass aufs ehemalige Stähler-Gelände im Gewerbegebiet zu erhalten. Beim Oster-Drive-in war dagegen sogar am Samstag die Zahl der Autos eher überschaubar.

Von circa 500 Fahrzeugen und etwa 1000 Besuchern an den vier Öffnungstagen spricht Organisator Eric Schröder von Diamond Media Events. Er führt den starken Besucherrückgang darauf zurück, dass eben mittlerweile die Geschäfte wieder offen seien und die Leute aus der Region auch anderswo wieder shoppen gehen könnten. Einer der Besucher, Dirk Hammrich, vermutet, dass es an der diesmal erst späten Genehmigung der Veranstaltung gelegen habe, so dass der Veranstalter nicht mehr habe genügend Werbung machen können. Eric Schröder sieht das anders. Er erzählt, in wie vielen Radio- und Fernsehsendern von HR bis RTL Berichte waren.

So gab es Samstag Leute, die extra aus Erfurt, Aschaffenburg, Marburg oder Gießen nach Elz gefahren waren, um den Oster-Drive-in zu erleben. "Was uns aber im Vergleich zum letzten Mal ein bisschen gefehlt hat, waren heimische Gäste", so Schröder.

Neben dem von ihm selbst genannten Grund mag es auch daran liegen, dass einfach die Zahl von weniger als zehn Ständen kein wirklich attraktives Drive-in-Event zu einem Ostermarkt ergibt. Vor allem für die, die schon vor Weihnachten dort gewesen waren, lange warten mussten und sich von der Vielfalt der Angebote vorher mehr erhofft hatten. Das sei keine Kritik an Eric Schröder, der alles wieder super organisiert hatte, fanden die Gäste, und der in Sachen finanzielles Risiko natürlich für sich eine Grenze setzen muss. Aber ein Markt, der überwiegend auf Essen und Trinken setzt, funktioniert als Drive-in eben nicht so gut wie in Nicht-Corona-Zeiten. Denn gutes Essen zum Mitnehmen gibt es in der Region an vielen Orten.

Innovative Ideen

Der Mehrwert für die Gäste bei einem normalen Markt wäre, bei dem Bier oder der Currywurst mit alten Freunden zusammenzustehen und sich untereinander das besondere Erlebnis selbst zu schaffen. Die Funktion eines Marktes als Kommunikationsort fällt aber weitestgehend weg, wenn die Leute eben nicht aus den Autos aussteigen dürfen. Folglich ist es erklärbar, warum eben genau die Hauptzielgruppe, nämlich Menschen aus Elz und Umgebung, deutlich weniger vertreten waren, als noch beim ersten Drive-in-Markt. Was aber nichts daran ändert, dass Elz dankbar sein kann, einen Eric Schröder in der Gemeinde zu haben, der in der Corona-Zeit durch innovative Ideen vieles möglich gemacht hat.

"Wenigstens ein bisschen was erleben"

So soll die erfolgreiche Livestream-Kappensitzung mit Akteuren aus der kompletten Region seinen Aussagen nach kommendes Jahr wiederholt werden. Auch die Besucher, die Samstag zum Oster-Drive-in kamen, wissen sein Engagement zu schätzen. Das Ehepaar Kai und Nicole Benischke aus Hünfelden meint beispielsweise: "Man muss ja Ideen in der eigenen Region unterstützen. Wir würden auf jeden Fall wiederkommen. Wir hätten uns nur mehr Buden gewünscht. Das Essen ist aber toll".

Der Elzer Dirk Hammrich sagt: "Ein solches Angebot ist in der Coronazeit nicht schlecht. Schade nur, dass so wenig los ist. Aber die Waffeln schmecken klasse". Jan-Hendrik Lohfert und Katharina Weimar waren aus Staffel gekommen: "Wenn es nicht anders geht, kann man hier wenigstens mit der Familie ein bisschen was erleben. Wir mögen die Pommes hier". Holger Püsch hat zufällig beim Vorbeifahren auf der B8 gesehen, dass der Drive-in-Markt stattfindet, ist spontan abgebogen und empfindet den Markt als schöne Idee.

Es sei etwas Besonderes, im Auto sitzend an den Ständen vorbeizufahren, findet der Hadamarer. Sabine Wolf sagt: "Es ist eine schöne Aktion, toll aufgezogen". Der Markt bringe in der Corona-Zeit ein bisschen Abwechslung. Schade nur, dass die Genehmigungsbehörde die Angebotsvielfalt an den Ständen eingeschränkt habe, sagt sie.

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