Die Limburger Försterin Nadine Strobele und der Elzer Fortswirtschaftsmeisterin Daniel Mörsdorf arbeiten Hand in Hand - auch bei den Aufforstungen.
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Die Limburger Försterin Nadine Strobele und der Elzer Fortswirtschaftsmeisterin Daniel Mörsdorf arbeiten Hand in Hand - auch bei den Aufforstungen.

Kooperation bei der Aufforstung

Elz: Vom Sandkasten geht's für die Minibäume in den großen Wald

In der Forstwirtschaft funktioniert die interkommunale Zusammenarbeit schon lange hervorragend

Elz -Ein Spaziergang durch die Elzer Gemarkung. Kurz vor dem Limburger Tierheim treffen die Wanderer auf einen Mann und eine Frau, die sich gerade einen kleinen Baum gesetzt haben. "Sicher Waldarbeiter", vermutet einer der Wanderer und spricht die Arbeiter an. Man sehe doch vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, warum denn überhaupt noch aufgeforstet werden müsse. Nadine Strobele blickt auf. Sie ist Försterin in Limburg und schon seit frühmorgens gemeinsam mit Daniel Mörsdorf, der als Forstwirtschaftsmeister für den Elzer Wald verantwortlich ist, bei der Arbeit. 12 000 Bäume müssen in diesem Frühjahr in Limburg und Elz neu gesetzt werden. Dabei unterstützen sich die Domstadt und Elz gegenseitig.

"Die interkommunale Zusammenarbeit gibt es im Wald schon immer, gerade bei Limburg und Elz klappt das hervorragend", berichtet Daniel Mörsdorf. Das sieht man auch schon daran, dass der Elzer zur Zeit den Forstlehrling von Limburg ausbildet. Aufgeforstet werden muss wegen der enormen Trocken- und Käferschäden der vergangenen Jahre. Die 40 bis 60 Zentimeter hohen Minibäume, die alle gemeinsam ein paar Meter weiter in einem Pflanzeneinschlag untergebracht sind, werden in den nächsten Wochen in die Erde gebracht.

Der Sammeleinschlag, der für das ganze Revier aufgebaut wurde, ist eine Art großer, abgedeckter Sandkasten, in dem die Douglasien, Roteichen und Fichten, Kirschen, Eichen und Wildbirnen auf ihre Abholung warten. Wie viele Bäume kann denn ein Mensch an einem Arbeitstag schaffen?", will der neugierige Wandersmann noch wissen. Daniel Mörsdorf gibt Antwort. "Wer gut ist, schafft um die 50 Stück in der Stunde", berichtet er. Und auf die Frage, ob man Wildbirnen denn auch essen könne, fügt er hinzu. "Dem Wild schmecken die Wildbirnen gut, aber für Menschen sind die Früchte nichts!" "Gepflanzt werden die Wildbirnen aber nicht nur für die Tiere, sondern auch, weil sie so schön blühen", ergänzt die Limburger Försterin.

Verbiss bedroht die jungen Pflanzen

Nach dem Pflanzen werden die jungen Bäume zusätzlich geschützt, da die Tiere gerne die frischen Bäumchen anknabbern. Verbeißen heißt das im Fachjargon. Tiere verbeißen die Bäume unterschiedlich. Die Eichen schmecken am besten, auch die Douglasien sind hochgeschätzt. Ein Teil der Bäume kommt ins Offheimer Wäldchen. Wegen der Insellage müssen auch hier an jedem Baum Schutzzäune angebracht werden. Rehböcke reißen diese Zäune oft herunter und verwickeln ihr Geweih darin. Wildschweine bauen die Schutzgitter ebenfalls gerne ab. Gegessen werden ganz unterschiedliche Pflanzenteile. Die Rehe beispielsweise sind Konzentrat-Selektierer. Diese Genießer verschmähen die Rinde und suchen sich feine eiweißreiche Knöspchen aus.

Die Trockenheit und der Borkenkäfer machen allen Waldbesitzern schwer zu schaffen. Ihre einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen, ist die Produktion von Holz. Von diesen Einnahmen werden auch die Waldwege in Ordnung gehalten. "Etliche Privatbesitzer müssen allerdings inzwischen ihre Wälder verkaufen", berichten die beiden Forstfachleute. "Glücklicherweise sind unsere Wälder im Besitz der Kommunen!"

Waldbesitzer müssen nämlich alle zehn Jahre über ihr Ziel bei der Waldbewirtschaftung entscheiden. "Der Stadt Limburg beispielsweise sind die Themen Naturschutz und Erholung wichtig und nicht der finanzielle Ertrag", berichtet Nadine Strobele. In Elz ist es ähnlich. Natürlich ist gewünscht, dass der Wald möglichst nichts kostet, "hier wurde immer die schwarze Null angepeilt", berichtet Daniel Mörsdorf. "Das wird aber die nächsten Jahre durch Klima- und Trockenschäden nicht möglich sein."

Die Wiederaufforstung kostet Geld, ist aber notwendig. Wenn sich der Wald selbst überlassen bleibt, wachsen in den nächsten Jahren vor allem Holunder, Brombeere, Birke und Haselnuss. Diese Pflanzen sind von der CO2-Bilanz lange nicht so effektiv wie ein Baum.

Auch die ganzen anderen Funktionen des Waldes wie Wasserspeicher, Luftreinigung und Verdunstung im Sommer, sowie die Erholungsmöglichkeiten darf man nicht außer acht lassen. Und das Trinkwasser ist nirgendwo so sauber wie im Wald. Deshalb sind dort auch die meisten Speicher und Schutzgebiete. Der Wanderer ist ganz kleinlaut geworden. Und dann bedankt er sich für die Auskünfte. "Wenn Sie Lust haben und helfen wollen, können Sie gerne einmal an unseren Aufforstungsaktionen teilnehmen", laden ihn die beiden Waldexperten ein. "Je nach Corona-Situation bieten wir das im Herbst oder im kommenden Frühjahr wieder an. Einfach mal nachfragen!"

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